Treppenlauf

McNamara wird Überraschungssiegerin

Die Ausgangsposition im Damenrennen war eine ganz andere, es gab keine ausgewiesene Favoritin.

09022011_ Empire_State_Building_Run_Up_Bild_3

Glücklich und erschöpft: Die Zweitplatzierte Cristina Bonacina aus Italien

Bild: Norbert Lechner

Vorjahressiegerin Melissa Moon aus Neuseeland fehlte, während die dreifache Siegerin Suzy Walsham, eine in Singapur lebende Australierin, nach einjähriger Babypause wieder am Start war. Auch die viermalige Rekordsiegerin Cindy Harris versuchte ihren krankheitsbedingten 13. Vorjahresplatz vergessen zu machen – zu ihren vier Siegen, deren letzter aber schon aus dem Jahr 2003 resultiert, hatte sie vor dem Rennen ja noch fünf zweite und vier dritte Ränge in ihrer ESBRU-Bilanz stehen. Ungefährdet schien in jedem Fall der von der österreichischen Ärztin Andrea Mayr gehaltene Streckenrekord.
Doch es kam anders: Das von vielen gefürchtete Gedränge nach dem Massenstart führte zwar für einige Athletinnen - wie etwa Kristin Frey - gar nicht ladylike zu einem Ellenbogen im Gesicht. Heuer aber gab es keine Stürze. Eine ernsthafte Beinverletzung zog sich allerdings im weiteren Verlauf die als aussichtsreiche Außenseiterin ins Rennen gegangene amerikanische Triathletin Erika Aklufi zu. Sie musste humpelnd in der Schlussphase viele Läuferinnen passieren lassen, rettete aber immerhin den neunten Platz in das Ziel.

An der Spitze fand sich bald mit Alice McNamara eine weitere Außenseiterin allein wieder. Schließlich konnte sie in einer Zeit von 13:03 einen überlegenen Sieg feiern. Die Australierin aus Melbourne hatte für den New York-Trip die erste Woche ihrer medizinischen Ausbildung geschwänzt. Mit dem Treppenlauf hatte sie erst im Herbst des vergangenen Jahres begonnen, als sie beim Eureka Climb in Melbourne gleich das Rennen und damit den Startplatz für New York gewonnen hatte. Als Mitglied der australischen Rudernationalmannschaft verfügt sie aber über die für ein solches Rennen notwendige Kraftausdauer.

Nach verhaltenem Start unauffällig nach vor gearbeitet hat sich die Italienerin Cristina Bonacina, die viele vorher eher nicht auf der Rechnung hatten. Sie erreichte fast eine Minute hinter McNamara einen klaren zweiten Platz. Dritte wurde schließlich Altmeisterin Cindy Harris, die gesundheitlich nicht hundertprozentig fit war und sich schon jetzt für das nächste Jahr viel vorgenommen hat. Doch etwas enttäuscht war Suzy Walsham auf Rang vier. Die Frankfurterin Kerstin Sewczyk eroberte auf dem ausgezeichneten 22. Rang Weltcuppunkte.

Weiterlesen

Seite 3 von 3
Zurück zur ersten Seite:
Empire State Building Run Up


Towerrunning: