Mary Keitany

Mary Keitany will den Marathon-Weltrekord

Die Weltrekordhalterin im Halbmarathon, Mary Keitany, verrät im Interview ihre Ziele. Der Weltrekord-Versuch über Marathon gehört dazu.

Mary Keitany

Mary Keitany: Die besten Zeiten sollen erst noch kommen.

Bild: photorun

Mary Keitany gewann im April den London-Marathon mit 2:19:19 Stunden. Für die 29-jährige Kenianerin war es dabei erst ihr zweites Rennen über die klassische 42,195-km-Distanz und sie steigerte sich nach ihrem eher enttäuschenden Debüt in New York, wo sie im November 2010 als Dritte nach 2:29:01 im Ziel war, um fast zehn Minuten. Die Zeit von Mary Keitany ist die schnellste seit September 2008. Damals hatte Irina Mikitenko mit ebenfalls 2:19:19 Stunden den Berlin-Marathon mit einer deutschen Rekordzeit gewonnen. Keitany und Mikitenko sind zurzeit die viertschnellsten Läuferinnen aller Zeiten. Doch für die Läuferin aus Kenia, die im Februar beim Ras Al Khaimah-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten den Weltrekord auf 65:50 Minuten verbesserte, ist das mit Sicherheit noch nicht das Ende der Fahnenstange. So wie es zurzeit aussieht, ist Mary Keitany die Favoritin auf die olympische Marathon-Goldmedaille 2012. Die Läuferin beantwortete die folgenden Fragen:

Was haben Sie im Vergleich zu ihrem Marathon-Debüt in New York in der Vorbereitung auf London anders gemacht?

Mary Keitany: Ich habe in New York gelernt, dass man für den Marathon härter trainieren muss. Es ist ein anderes Rennen. Man muss sehr diszipliniert sein und du musst dieses Training lieben. Nur wenn das so ist, kannst du auch entsprechend hart trainieren. Ich bin vor London mehr längere Strecken im Training gelaufen als vor meinem Debüt.

Hatten Sie erwartet, dass Sie sich gleich so deutlich steigern können?

Mary Keitany: Ja, ich hatte mit einer Zeit von unter 2:20 Stunden gerechnet – auch schon nach meinem Debüt in New York. Ich wusste, dass ich aufgrund meiner Halbmarathonzeiten genügend Geschwindigkeit habe, um eine solche Marathonzeit zu erreichen.

Werden Sie im nächsten Jahr wieder beim Virgin London-Marathon starten und wie ist es mit Olympia in London im Sommer 2012?

Mary Keitany: Ja, ich denke, ich werde in einem Jahr nach London zurückkehren, um meinen Titel zu verteidigen. Mit Blick auf die Olympischen Spiele hat mir der Sieg beim London-Marathon mehr Selbstvertrauen gegeben. Aber das kann mir natürlich nur helfen, wenn ich auch für Olympia nominiert werde. Ich muss noch sehr viel trainieren, aber mein Ziel ist es natürlich, bei den Spielen sehr gut zu laufen und möglichst zu gewinnen.

Werden Sie mittelfristig versuchen, den Weltrekord von Paula Radcliffe – die Britin lief 2003 in London 2:15:25 Stunden – zu brechen?

Mary Keitany: Vielleicht bin ich eines Tages in der Lage, den Marathon-Weltrekord anzugreifen. Ich werde mein Bestes geben. Zumindest will ich es einmal versuchen.