Olomouc-Halbmarathon

Mary Keitany bricht Streckenrekord

Beim Olomouc-Halbmarathon hat Mary Keitany nicht nur gewonnen, sondern in 66:38 Minuten einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Bei den Männern siegte überraschend Josphat Kiptis.

Mary Keitany

Mary Keitany zeigte einmal mehr eine Topleistung.

Bild: Mattoni Olomouc Half Marathon

Mary Keitany hat die sechste Auflage des Mattoni Olomouc Half Marathon gewonnen und mit 66:38 Minuten eine Weltklassezeit erreicht. Die Kenianerin verbesserte den Streckenrekord gleich um gut zwei Minuten und erzielte die viertschnellste Zeit des Jahres in der Welt über die 21,0975-km-Strecke. Ihre Landsfrauen Rose Chelimo und Angela Tanui belegten mit 68:33 beziehungsweise 68:41 die Ränge zwei und drei.

Überraschungssieger bei den Männern

Eine Überraschung gab es bei den Männern: Der erst 21-jährige Josphat Kiptis lief ein bravouröses Rennen und ließ ein Weltklassefeld hinter sich. Kiptis gewann mit einer persönlichen Bestzeit von 60:21 Minuten und verpasste den Streckenrekord um lediglich vier Sekunden. Die Kenianer Jonathan Maiyo (60:32) und Cosmas Birech (61:01) folgten auf den Rängen zwei und drei. Der favorisierte frühere Marathon-Weltrekordler Wilson Kipsang wurde in 62:09 Fünfter während es für den Marathon-Olympiasieger Stephen Kiprotich (Uganda) in 63:07 nur zu Rang zehn reichte.

Olomouc scheint der Ort für Überraschungen zu sein und das ideale Pflaster für einen Durchbruch. Vor einem Jahr gelang dem Kenianer Geoffrey Ronoh eine Sensation, als er seine prominenten Landsleute Wilson Kipsang und Dennis Kimetto hinter sich ließ. Heute gehörte die Bühne im stimmungsvollen Olomouc Josphat Kiptis. Der Kenianer, der zum RunCzech Racing-Team des Veranstalters gehört, ließ nicht nur Wilson Kipsang und Stephen Kiprotich hinter sich sondern noch sieben weitere Läufer, die mit schnelleren Bestzeiten an den Start gegangen waren.



Josphat Kiptis lief in Olomouc zu einem Überraschungssieg.

Bild: Mattoni Olomouc Half Marathon

„Ich wusste, dass ich unter anderen gegen einen ehemaligen Weltrekordler und einen Olympiasieger antreten würde. Aber ich hatte keine Angst vor dieser Konkurrenz, denn ich war sehr gut vorbereitet“, sagte Josphat Kiptis, der immer wieder selbst für das Tempo an der Spitze sorgte.

Nach rund acht Kilometern hatte sich Kiptis gemeinsam mit Birech und Maiyo von den starken Konkurrenten absetzen können. Das Trio blieb lange zusammen. Dann verlor zunächst Birech den Kontakt und knapp zwei Kilometer vor dem Ziel konnte auch Maiyo nicht mehr Schritt halten mit dem Newcomer. „Ich freue mich sehr über meine persönliche Bestzeit“, sagte Kiptis, der erst seinen zweiten Halbmarathon lief und 2013 bei den afrikanischen Junioren-Meisterschaften über 10.000 m die Bronzemedaille gewonnen hatte.

Auf dem Weg nach Olomouc hätte Mary Keitany am Donnerstag in Prag fast den Zug verpasst – die für die Eliteläufer bei RunCzech zuständige Jana Moberly musste eine Tür blockieren, damit die Kenianerin noch in den Zug springen konnte. Beim Halbmarathon kam sie nicht zu spät. Tausende Zuschauer am Streckenrand erlebten am Samstagabend eine Keitany-Show mit höchstem Niveau. Die 33-jährige Kenianerin bestimmte vom Start weg das Tempo und war nach wenigen Kilometern alleine an der Spitze. Nach einem famosen Anfangstempo – die 5-km-Zwischenzeit von 15:16 Minuten ist gut für einen Weltrekord – wurde Mary Keitany zwar etwas langsamer, doch trotzdem vergrößerte sie ihren Vorsprung ständig und lief ein hochklassiges Rennen. Geführt von ihrem Ehemann Charles Koech, der als Tempomacher rannte, war sie nach einigen männlichen Läufern derart schnell im Ziel, dass die Helfer nicht mehr rechtzeitig das Zielband in Position bringen konnten. Um 2:15 Minuten hatte sie den Streckenrekord von Edna Kiplagat (Kenia) unterboten.

„Es war ein sehr schönes Rennen, ich habe es genossen“, sagte Mary Keitany. Die frühere Halbmarathon-Weltmeisterin und -Weltrekordlerin wird nun nach Kenia zurückkehren und sich dann entscheiden, welche Rennen sie im Herbst laufen wird. „Zwischen September und Oktober werde ich wieder an den Start gehen“, sagte Mary Keitany, deren ganz großes Ziel fest steht: „Im nächsten Jahr möchte ich bei den Olympischen Spielen in Rio die Marathon-Goldmedaille gewinnen.“

Sehr gute Leistungen zeigten auch die Läuferinnen auf den Rängen zwei und drei in Olomouc: Rose Chelimo verpasste mit 68:33 ihre eigene Bestzeit nur um elf Sekunden, Angela Tanui stellte mit 68:41 einen persönlichen Rekord auf. Auch Helah Kiprop (Kenia) blieb als Vierte mit 69:25 noch unter 70 Minuten in einem hochklassigen Rennen.

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