Leser-Reporterin Manuela Zeppitz

Marathondebüt in Italien

Leser-Reporterin Manuela Zeppitz begann vor drei Jahren mit dem Laufen. Am 4. Mai 2014 gab sie ihr Marathondebüt auf einer wunderschönen Strecke in Triest.

Leser-Reporterin Manuela Zeppitz

Nach 3:40:34 Stunden kamen Leser-Reporterin Manuela Zeppitz und ihr Bruder Norbert ins Ziel.

Bild: privat

Mein Marathondebüt sollte am 4. Mai 2014 in Triest stattfinden. Laut Berichten gehört dieser zu den schönsten Marathons Europas, was bei der wunderschönen Landschaft und Küste Italiens mit Sicherheit der Wahrheit entspricht. Das Starterfeld umfasste knapp 700 Läufer, davon circa 100 Frauen. Die Strecke führt vom Start in Gradisca über Sagrado, Fogliano Redipuglia und Ronchi dei Legionari nach Monfalcone und folgt dann der schönen Adriaküste entlang über Duino-Aurisina, wo sich das Ziel im Zentrum von Triest auf der Piazza dell’Unità befindet.

Seit circa drei Jahren bin ich nun schon eine begeisterte Läuferin und konnte schon einige Halbmarathons, Bergläufe und Volksläufe finishen. Nun sollte es aber eine neue Herausforderung sein und ich stellte mich zum ersten Mal der vollen Marathondistanz. Mein Bruder Norbert freute sich sehr über dieses Vorhaben und unterstützte mich tatkräftig beim Trainieren. Mit seiner Erfahrung (er finishte schon Wettkämpfe wie den Tenzing Hillary Everest Marathon bzw. den Great Wall Marathon in China) erstellte er einen perfekt auf mich zugeschnittenen Trainingsplan, nach dem ich über vier Monate lang sehr engagiert trainierte. Der Trainingsplan ließ mir genug Regenerationstage um die harten und langen Einheiten mit voller Energie durchführen zu können.

Damit mein Bruder Norbert mein Debüt auch miterleben konnte, entschied er sich dazu mich beim Marathon in Triest zu begleiten und zu betreuen. Dies war wohl mein größter Joker, denn ich wusste, dass ich bei meinem ersten Marathon weder aufs Tempo achten, noch mich bei einer Labe um Trinken kümmern musste, ich würde mich voll und ganz aufs Laufen konzentrieren können. Norbert lief bereits mehrere Wettkämpfe an meiner Seite, was sich bislang immer bewährt hat und mich stets zu neuen Bestzeiten führte.

Wir reisten bereits einen Tag vorher zu sechst nach Triest an um die Startunterlagen zu besorgen und uns mit italienischen Nudeln und Pizza die Reserven aufzufüllen. Am Tag des Marathons mussten wir früh aufstehen, ich frühstückte zwei Panini mit Honig und wir starteten gemeinsam zum Bus, der uns zum Start brachte. Ich fühlte mich super vorbereitet und wollte es endlich selbst erleben, die volle Marathondistanz zu laufen. Es lag zwar Nervosität in der Luft, jedoch war die Vorfreude auf den Marathon sehr viel größer. Mit Glückwünschen und Umarmungen verabschiedete ich mich von meinen Laufkollegen. Mein Bruder und ich reihten uns bei dem 3 Stunden 45 Minuten Pacemaker ein. Die Stimmung unter den Läufern war grandios. Eng aneinander gequetscht standen wir im Startbereich, doch es wurde fröhlich gelacht, geredet und der Moderator motivierte uns zusätzlich mit Musik.

Der Startschuss fiel, mein Puls wurde höher und höher. Ich konnte es kaum glauben, der Tag des Marathons ist hier und jetzt. Ich hoffte, dass sich die vielen Trainingseinheiten bezahlt machen und ich ohne gröbere Vorfälle das Ziel erreiche. Zum Glück hatte ich meinen Bruder an meiner Seite, ich vertraue ihm zu 100 % und wusste, es wird alles gut gehen.

Das ungewohnt langsame Renntempo mit einem Schnitt von 5:25 min/km beim Starten bereitete mir große Freude und ich genoss den ersten Kilometer in der Menge. Wir ersparten uns vorher das Aufwärmen und zogen gemütlich ins Rennen. Bei Kilometer 3 forcierten wir unser Tempo auf circa 5:10 min/km und ließen den 3-Stunden-45-Minuten-Pacemaker hinter uns.

Bei Kilometer 5 bemerkte ich, dass sich das Läuferfeld bereits weit in die Länge gezogen hat. Ich lief hinter meinem großen Bruder, um mich ein wenig vor dem leichten Wind zu verstecken. Die Temperatur von circa 15 Grad stellte sich als ideale Laufbedingung heraus. Kleinere Wolken verdeckten die Sonne. Drei weitere Läufer schlossen sich dem Tempo meines Bruders an. Sie bemerkten wohl, dass Norbert ein konstant laufender und zuverlässiger Pacemaker ist und nutzten dies gleich wie ich, um sorglos dahinzutraben. So lief unsere kleine Gruppe Kilometer für Kilometer gemeinsam weiter. Geredet wurde nicht viel, lediglich ein kurzer Namensaustausch fand statt und wir schenkten uns zwischendurch ein Lächeln.

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