Silvesterlauf Bozen

Marathon-Spezialist Tola siegt

Die Äthiopier dominierten beim Silvesterlauf im italienischen Bozen. Mit Tamirat Tola überraschte ein Marathon-Spezialist die Favoriten.

Silvesterlauf Bozen

Tamirat Tola gewann den hochklassigen Silvesterlauf in Bozen.

Bild: Boclassic / Roberto Passerini

Äthiopiens Weltklasseläufer haben den Silvesterlauf in Bozen dominiert. Auch nach 41 Jahren ist der „Boclassic“ dabei immer noch für einmalige Resultate gut. Erstmals hat mit Tamirat Tola ein Marathon-Spezialist den Favoriten die Show gestohlen und das Rennen praktisch im Alleingang gewonnen. Zum ersten Mal kamen zudem beide Sieger aus Äthiopien, und eine Premiere feierte Äthiopien bei den Männern mit einem Dreifachsieg.

Eigentlich wollten Vorjahressieger Muktar Edris und der ehemalige Cross-Weltmeister und dreifache Bozen-Sieger Imane Merga den Sieg erneut unter sich ausmachen. Ein spektakulärer Endspurt war praktisch ausgemachte Sache. Vor einem Jahr hatte Edris knapp vor Merga gewonnen. Doch einer hatte am Donnerstag etwas dagegen: Tamirat Tola. Der 24-Jährige, der bei der Cross-WM Platz sechs belegt hatte und eine Marathon-Bestzeit von 2:06:17 aufweist, bestimmte von Beginn an das Tempo. Dabei entwickelte sich ein äthiopischer Dreikampf. In der sechsten Runde verlor zunächst Merga den Kontakt zur Spitze. In der siebenten und vorletzten Runde des 10-km-Laufes konnte dann auch Edris nicht mehr mithalten. Tola siegte schließlich mit 28:29 Minuten und hatte 16 Sekunden Vorsprung auf Edris (28:45). So deutlich hatte seit 1988 kein Läufer mehr in Bozen gewonnen. Merga sicherte sich mit 28:57 immerhin noch knapp Platz drei. Hinter dem 3.000-m-Hindernis-Spezialisten Jairus Birech (Kenia), der als Vierter nach 28:58 im Ziel war, wurde Zane Robertson (Neuseeland/29:00) Fünfter.

Kurios verlief der 5-km-Lauf der Frauen: Netsanet Gudeta aus Äthiopien und die kenianische Vorjahressiegern Janet Kisa sprinteten schon nach der dritten Runde um den Sieg und blieben dann stehen, ehe sie aufgefordert wurden, weiterzulaufen. Gudeta siegte dann auch im zweiten Versuch und sorgte somit dafür, dass erstmals beide Sieger aus Äthiopien kommen. Mit 15:58 Minuten distanzierte Gudeta, die Dritte der Cross-Weltmeisterschaft war, die zweitplatzierte Kisa um fünf Sekunden. Platz drei ging mit 16:09 an eine weitere Kenianerin, Viola Kiwibot. Beste nicht-afrikanische Läuferin war unmittelbar dahinter die Britin Elinor Kirk (16:33). Rund 18.000 Zuschauer sorgten für hervorragende Stimmung in Bozen.

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