Ulm-Marathon 2014

Marathon nach Magersucht in 3:06 Stunden

Beim Einstein-Marathon in Ulm lief unser Leserreporter Stephan seinen ersten Marathon in 3:06:13 h - 12 Jahre nach dem Höhepunkt und 10 Jahre nach dem absoluten Tief.

Einstein-Marathon Ulm 2014 - Die Fotos

Es war bereits im Herbst 2013 ein komisches Gefühl, als ich am Start des Sportcheck-Laufs im Freiburger Seepark stand. Es war mein erster Lauf-Wettkampf überhaupt und die 22 km waren eine Distanz, die ich auch in meiner Freizeit noch nie gelaufen war. Meine Zielzeit unter 2:00 Stunden konnte ich mich 1:57 Stunden erreichen, damit war ich sehr zufrieden.

Leserreporter Stephan aus Freiburg (hier beim Marathon in Freiburg) lief in Ulm seinen ersten Marathon – seine Magersucht hatte er mit Erfolg hinter sich gelassen.

Bild: privat

Vom Übergewicht zur Magersucht

Wenn ich zwölf Jahre zurückdenke, hätte ich mir nicht annähernd vorstellen können, auch nur einen Teil dieser Distanz zurückzulegen. Noch als Schüler hatte ich es geschafft, mir bei einer Körpergröße von 1,70 m ein Gewicht von 100 kg auf die Rippen zu futtern. Von einem Freund motiviert, zog ich die Reißleine – er schleppte mich ins Fitnessstudio. Als sich erste Erfolge einstellten, motivierte mich dies sehr. Ich begann mich mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen.

Leider entwickelte sich daraus eine Magersucht, die vor ziemlich genau zehn Jahren mit einem Gewicht von 50 kg in einem stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik endete – mein absoluter Tiefpunkt. Es stand außer Frage für mich, dieser heimtückischen Krankheit den Kampf anzusagen. Zum Glück mit Erfolg.

Fitness durchs Mountainbiken

Irgendwann war durch mein Mountainbike-Training so fit, dass ich am Black-Forest-Bike-Marathon teilnehmen konnte. Leider folgte wieder ein privater Nackenschlag und ich hatte Angst, dass mich dies wieder völlig aus der Bahn werfen könnte. Als 2013 ein neuer Arbeitskollege in meine Abteilung kam, der nicht nur Marathonläufer, sondern auch Triathlet und Ironmanteilnehmer ist, boten sich gemeinsame Läufe in der Mittagspause an.

Vom Biken zum Laufen

Dummerweise wurde mir nur kurz nach dem Kauf eines neuen MTB das Bike geklaut, deswegen fokussierte sich mein Sport immer mehr auf das Laufen. Der milde Winter 2013/2014 trug sein Übriges dazu bei, dass Laufen nun meine sportliche Hauptaktivität wurde. Es folgten im Frühjahr 2014 zwei weitere Halbmarathons, und meine Zeit verbesserte sich auf 1:27 Stunden. Angetrieben durch meinen Kollegen und nach der Lektüre des Buches 'Das neue Marathon-Training' von Sonja von Opel, entschied ich mich im Juni, dass ich am 28. September 2014 in Ulm meinen ersten Marathon laufen werde.

Marathon-Trainingsplan für 3:15 Stunden

Der Trainingsplan, der auf eine Zielzeit von 3:15 Stunden ausgerichtet war, sollte genau nach meiner Rückkehr aus meinem Rio-Urlaub beginnen, der aufgrund von Partys auf der WM-Fanmeile, von leckeren Caipis und gutem Fleisch nicht der gesündeste war. Mit mulmigen Gefühlen, wie mein Körper das Training verkraften würde, begann ich zu trainieren und absolvierte sonntags meine ersten längeren Läufe.

Es lief alles nach Plan und ich war überrascht wie gut ich das Training wegsteckte. Ich spürte wie ich fitter wurde und freute mich auf die Läufe. Ich blieb die kompletten 3 Monate von Verletzungen verschont. Bei einem weiteren Halbmarathon-Wettkampf konnte ich meine Bestzeit auf 1:24:30 Stunden steigern, ich merkte, dass ich gut unterwegs war. Dennoch zehrte die Vorbereitung an meinen Kräften und ich bemerkte, wieviel von meinem Leben sich auf das Laufen fokussierte, es war fast zuviel. Daher war ich froh, dass es endlich losging.

Ich fühlte mich gut vorbereitet und lief ein für mich perfektes Rennen. So hatte ich es mir erträumt. Ein absolut geniales Gefühl. Ich war sehr stolz auf mich und meine Leistung. Mein Arbeitskollege hatte leider etwas Pech, er kam mit 3:00:16 Stunden ins Ziel und verfehlte knapp die magische 3-Stunden-Grenze. Wir haben uns jetzt für den Berlin-Marathon 2015 angemeldet. Wir hoffen, dass wir einen Startplatz bekommen. Und wenn nicht, werden wir dennoch weiterlaufen, weil es ja noch andere schöne Städte gibt und laufen einfach riesigen Spaß macht.

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