Leichtathletik-WM

Marathon der Frauen: Sieg zum Auftakt für Kenia?

Teil 1 unserer Vorschau auf die LA-Weltmeisterschaften in Daegu beleuchtet den Frauen-Marathon. Kommt es zum Duell Kenia gegen Äthiopien?

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Edna Kiplagat hofft auf dem WM-Titel im Marathon.

Bild: photorun

Kenia gegen Äthiopien – auch im Marathon der Frauen spricht einiges dafür, dass es bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu (Südkorea) zu dem klassischen Duell kommt und die Läuferinnen aus diesen beiden Ländern das Rennen dominieren könnten. Doch auch das Wetter wird einen Einfluss auf die erste Entscheidung dieser Titelkämpfe nehmen. Wenn am kommenden Sonnabend der Startschuss fällt und die Läuferinnen auf einem mehrmals zu durchlaufenden Rundkurs durch die Innenstadt rennen, ist mit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit zu rechnen. Überraschungen sind also durchaus möglich.

Dies gilt auch, weil die Topstars der Marathonszene einmal mehr die Weltmeisterschaften meiden. Die großen Herbst-Cityrennen sind lukrativer und zudem bieten sie bessere Chancen auf eine schnelle Zeit (und damit auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London). Die aktuelle London-Marathon-Siegerin Mary Keitany (Kenia) oder die Boston-Gewinnerin Caroline Kilel (Kenia) werden in Daegu zum Beispiel nicht antreten. Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) bereitet sich ebenso auf den Berlin-Marathon vor wie die deutsche Marathon-Rekordlerin Irina Mikitenko (SC Gelnhausen). Auch für Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) war der WM-Marathon nie ein Thema. Sie wird Ende Oktober in Frankfurt starten. So findet sich unter den 59 gemeldeten Läuferinnen keine Deutsche.

Zu den Favoritinnen zählt sicherlich Edna Kiplagat. Die Kenianerin hat im vergangenen Jahr den New York-Marathon gewonnen und wurde in London im April – beim bestbesetzten City-Marathon des Jahres – Dritte mit einer persönlichen Bestzeit von 2:20:46. Ebenfalls Dritte war ihre Landsfrau Sharon Cherop. Sie steigerte sich in Boston auf 2:22:42 und lag einen Platz vor Caroline Rotich (Kenia/2:24:26). Währenddessen gewann Priscah Jeptoo (Kenia) den Paris-Marathon im April mit 2:22:55. Irene Kosgei (Bestleistung: 2:28:57) vervollständigt das kenianische Marathon-Team der Frauen.

Auch Äthiopien schickt natürlich ein komplettes Team mit fünf Läuferinnen ins Rennen, bei dem es auch wieder eine Mannschaftswertung (Marathon-Weltcup) gibt. Darunter ist mit Aselefech Mergia jene Läuferin, die im Januar den Dubai-Marathon in 2:22:45 Stunden gewann und die vor zwei Jahren bei der WM Dritte war. Bezunesh Bekele belegte Rang vier in London im April (2:23:42) und Atsede Baysa folgte auf Platz fünf (2:23:50). Aberu Kebede, die Berlin-Marathon-Siegerin 2010, und Dire Tune starten am Sonnabend ebenfalls für Äthiopien.

Nicht am Start sein wird die chinesische Titelverteidigerin Xue Bai. Mit der Japanerin Yoshimi Ozaki ist aber die WM-Zweite von Berlin 2009 dabei. Sie gewann in diesem Jahr den Yokohama-Marathon in 2:23:56.