Herausragende Marathonläufer 2011

Lydia Cheromei: Die besten Zeiten könnten noch kommen

Mit 13 Jahren wurde Lydia Cheromei Weltmeisterin bei den Junioren. Seit 2008 läuft sie Marathon, 2011 erreichte sie 2:22:34.

Marathonläufer 2011 Lydia Cheromei

Lydia Cheromei, hier beim Dubai-Marathon, war schon als Jugendliche außergewöhnlich erfolgreich.

Bild: photorun.net

Lydia Cheromeis Karriere ist einzigartig. Bereits als 13-Jährige gewann die Läuferin aus Kenia ihre erste Goldmedaille bei einer globalen Meisterschaft. Heute, 21 Jahre später, hat sie als Siegerin des Prag-Marathons eine Bestzeit aufgestellt, die darauf schließen lässt, dass sie gute Chancen haben wird, im nächsten Jahr bei den Olympischen Spielen in London zu starten.

Lydia Cheromei stammt aus dem Baringo-Gebiet, das zum kenianischen Great Rift Valley gehört. Als 13-Jährige sorgte sie für eine Sensation. Nachdem sie sich für das kenianische Cross-WM-Team qualifiziert hatte, setzte sie sich auch bei den globalen Titelkämpfen gegen bis zu sechs Jahre ältere Läuferinnen durch: Lydia Cheromei wurde Junioren-Weltmeisterin, nachdem sie im Sommer 1990 bereits Dritte bei der Junioren-WM über 10.000 m war.

Diese famose Leistung bestätigte die Jugendliche im Sommer 1991 auch auf der Bahn, wo sie die WM-Qualifikation über 10.000 m gewann – und zwar die der Frauen, nicht der Juniorinnen! Doch als 13-Jährige wurde sie vom kenianischen Leichtathletik-Verband als zu jung eingestuft für die Teilnahme an der WM in Tokio. Die Altersstufen-Weltrekordlerin (13 Jahre) über 3.000, 5.000 und 10.000 m durfte nicht mit nach Japan fahren. Bei den Afrikaspielen startete sie stattdessen und gewann die Silbermedaille.

Im Jahr darauf war sie wiederum die Schnellste bei den kenianischen Olympia-Trials. Über 10.000 m startete sie dann bei den Olympischen Spielen in Barcelona, schied jedoch im Vorlauf aus. Bei den Afrika-Meisterschaften gewann sie als Jugendliche 1992 und 1993 jeweils Silber über 10.000 m.

In den folgenden Jahren stagnierte die Karriere von Lydia Cheromei lange Zeit. Es hieß, sie sei ausgebrannt. Private Probleme kamen später offenbar hinzu. Über 5.000 m hatte sie in der zweiten Hälfte der 90er Jahre dennoch einige internationale Erfolge.

1995 war sie Dritte bei den Afrikaspielen, 1997 belegte sie Platz fünf im WM-Finale und bei Olympia 2000 war sie Sechste. Im Jahr 2004 meldete sie sich schließlich zurück und lief fortan hauptsächlich auf der Straße. Nachdem sie ihr Halbmarathon-Debüt 2004 in Rotterdam mit 69:13 Minuten auf Anhieb gewonnen hatte, gewann sie einen Monat später beim zweiten Rennen über die 21,0975 km die Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften. Doch erneut geriet ihre Karriere ins Stocken.

Im Februar 2005 wurde sie positiv getestet und später wegen eines Doping- verstoßes für zwei Jahre gesperrt. Lydia Cheromei erklärte, dass der positive Test mit einer Behandlung in Verbindung mit ihrer Schwangerschaft zusammen- hängen würde. Rund sieben Monate nach dem positiven Test wurde sie Mutter einer Tochter.

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