Halbmarathon-WM in Udine

Lornah Kiplagat läuft zwei Weltrekorde

Die aus Kenia stammende und für Holland laufende Lornah Kiplagat krönte die Halbmarathon-WM in Udine (Italien).

Lornah Kiplagat

Lornah Kiplagat

Bild: photorun

Die 32-Jährige gewann nicht nur die Goldmedaille, sondern brach sowohl den Weltrekord über 20 km als auch den im Halbmarathon. In 66:25 Minuten war Lornah Kiplagat in Udine 19 Sekunden schneller als Elana Meyer (Südafrika), die vor acht Jahren in Tokio 66:44 gelaufen war. Auf dem Weg zu dem Triumph, mit dem sie sich insgesamt 80.000 Dollar verdiente, hatte Kiplagat die 20-km-Marke in 63:21 Minuten passiert. Das war 24 Sekunden schneller als ihre eigene Bestmarke, die sie vor einem Jahr bei der Straßenlauf-WM über 20 km in Ungarn aufgestellt hatte. Paula Radcliffe war zwar im englischen Newcastle 2003 die Halbmarathonstrecke in 65:40 gelaufen, doch da diese Punkt-zu-Punkt-Strecke abfällt, konnte die Zeit nicht als Rekord anerkannt werden. Auch bei den Männern gewann der Titelverteidiger in Udine: Zersenay Tadesse siegte nach einem spannenden Rennen in 58:59 Minuten.

„Heute lief alles perfekt für mich. Vier Kilometer vor dem Ziel merkte ich, dass der Weltrekord in Reichweite war. Die Zuschauer haben es mir zugerufen – auf den letzten zwei Kilometern habe ich immer auf die Uhr des Führungsfahrzeuges geschaut und wusste, dass ich es schaffen kann“, erklärte Lornah Kiplagat, die im Frühjahr bereits Cross-Weltmeisterin geworden war. Die Weltmeisterschaften in Osaka hatte sie dann aufgrund einer Wadenverletzung verpasst.

In Udine waren es ihre früheren Landsfrauen, die Lornah Kiplagat am dichtesten auf den Fersen waren. Mary Keitany – bei Kilometer 15 nur zwei Sekunden zurück – gewann am Ende Silber in hochklassigen 66:48 Minuten, die kenianischen Rekord bedeuteten. Dritte wurde mit Pamela Chepchumba (68:06) eine weitere Kenianerin.

Erst auf dem letzten Kilometer löste sich Zersenay Tadesse im separaten Männerrennen von Udine aus der vierköpfigen Spitzengruppe. Der 25-jährige Titelverteidiger aus Eritrea lief schließlich hochklassige 58:59 Minuten. Zweiter wurde mit drei Sekunden Rückstand Patrick Makau Musyoki vor seinem Landsmann Evans Cheruiyot (Kenia/59:05). Ebenfalls eine Weltklassezeit erzielte der viertplatzierte Äthiopier Deriba Merga (59:16), der lange Zeit das Tempo mit bestimmt hatte.

Der hoch eingeschätzte Weltrekordler Samuel Kamau Wanjiru wurde aufgrund von Knie-Problemen lediglich 51. in 63:31.