Kenia Meisterschaft

Linet Masai siegt souverän und löst Berlin-Ticket

Linet Masai gewann die Kenia-Meisterschaft vor Linet Chepkurui, beide sind damit für Berlin qualifiziert.

Linet Masai

Linet Masai stellte bei den kenianischen Meisterschaften auch über 10.000 Meter ihre starke Form unter Beweis.

Bild: photorun.net

Linet Masai hat ihre starke Form auch bei den kenianischen Ausscheidungen für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin im August umsetzen können. Sie gewann das 10.000-m-Rennen bei den nationalen Meisterschaften in Nairobi in 32:49,3 Minuten deutlich vor Linet Chepkurui (32:57,3). Die beiden ersten Läuferinnen sind damit automatisch für Berlin qualifiziert. Das dritte Ticket vergibt eine Nominierungskomission. Dritte wurde in Nairobi Philes Ongori in 33:04,1, Rang vier belegte Peninah Arusei (33:16,9).

„Ich freue mich, dass ich gewonnen habe und damit das Ticket nach Berlin sicher habe. Das Tempo war ein bisschen langsam, aber ich hatte damit kein Problem“, erklärte Linet Masai, die im vergangenen Monat in New York überraschend die äthiopische Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba über 5.000 m bezwungen hatte. Masai will jetzt in Europa über kürzere Rennen antreten und an ihrer Sprintgeschwindigkeit arbeiten.

Der zweite Platz von Linet Chepkurui war erstaunlich, da sie noch unmittelbar vor dem Rennen aufgrund einer Knöchelverletzung in ärztlicher Behandlung war. „Ich kann nicht glauben, dass ich hier Zweite geworden bin. Gestern war ich mir noch nicht einmal sicher, ob ich überhaupt antreten würde“, erklärte Chepkurui.

Im 10.000-m-Rennen der Männer blieben die ersten vier Läufer in Nairobi unter der A-WM-Norm von 27:47 Minuten. Dabei gewann Sammy Kitwara in 27:44,46 Minuten, nachdem zunächst der Marathon-Spezialist Leonard Mucheru für das Tempo gesorgt hatte. Mathew Kisorio leistete dann ebenfalls Führungsarbeit bevor im Schlussteil des Rennens Kitwara die Initiative übernahm.

Knapp geschlagener Zweiter wurde der in Japan lebende Gideon Ngatuny in 27:44,77 Minuten. Gemeinsam mit dem Sieger hat er sich damit einen WM-Startplatz gesichert. Bernard Kipyego (27:44,80) und Moses Masai (27:44,88) belegten die Ränge drei und vier. Einem dieser beiden Läufer werden die Funktionäre das dritte WM-Ticket geben. „Es war ein harter Kampf für mich, einen Platz im kenianischen Team zu ergattern. Zwei Jahre lang hatte ich es erfolglos versucht. Jetzt habe ich es geschafft, aber das reicht noch nicht: Nun muss ich mich in Berlin bei der WM beweisen“, erklärte Sammy Kitwara. In Abwesenheit des 800-m-Weltmeisters Alfred Kirwa Yego, der automatisch für Berlin qualifiziert ist, gewann der 20-jährige David Rudisha die 800 m in 1:47,1 Minuten.

Über 3.000 Meter Hindernis durfte der nach dem Vorlauf zunächst disqualifizierte Olympiasieger von 2004, Ezekiel Kemboi, nach einem Protest doch starten. Doch es war wieder nicht sein Tag: Gut eine Runde vor Schluss fiel Kemboi in den Wassergraben und beendete frustriert sein Rennen. Der Olympia-Dritte Richard Mateelong gewann in 8:14,2 Minuten vor Elijah Chelimo (8:19,8) und Abel Mutai (8:23,4). Das Glück von Kemboi war es allerdings, dass es an diesem Wochenende nur über 10.000 m um die WM-Tickets ging. Die Ausscheidungen über die anderen Distanzen finden erst Ende Juni in Nairobi statt.

Über 5.000 Meter setzten sich in Nairobi Joseph Kitur (13:47,0 Minuten) und Mercy Cherono (15:46,74) durch. Die etatmäßige 5.000-m-Läuferin Vivian Cheruiyot rannte die 1.500 Meter und gewann hier in 4:07,66 Minuten.