Mardis-Gras-Halbmarathon

Lel schneller als Wanjiru

Marathon-Olympiasieger Wanjiru aus Kenia musste sich in New Orleans seinem Landsmann Martin Lel geschlagen geben.

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Martin Lel gewinnt in New Orleans.

Bild: photorun.net

Martin Lel und Berhane Adere haben die Premiere des Halbmarathons in New Orleans gewonnen. Der Kenianer lief 61:07 Minuten und ließ bei seinem Sieg seinen prominenten Landsmann Sammy Wanjiru, den Halbmarathon-Weltrekordler und Marathon-Olympiasieger, hinter sich. Die Äthiopierin Adere lief in New Orleans die schnellste je von einer Frau auf US-amerikanischem Boden erzielte Zeit. Sie war nach flotten 67:52 Minuten im Ziel. Rund 16.000 Läufer hatten für die Premiere dieses Rennens gemeldet. Parallel fand auch ein Marathon statt, der jedoch keine Elitefelder hatte.

In der Stadt, die durch den Wirbelsturm ,Katrina’ und die folgende Flutkatastrophe schwer beschädigt worden war, bestimmten nun die Läufer das Straßenbild. Vorneweg rannte zunächst eine fünfköpfige Führungsgruppe mit Martin Lel, Sammy Wanjiru, Shadrack Biwott, McDonard Ondara (alle Kenia) sowie dem Iren Martin Fagan. Nach dem 15-km-Punkt, der nach 43:42 Minuten erreicht wurde, löste sich Martin Lel von seinen Konkurrenten und vergrößerte seinen Vorsprung ständig. Im Ziel lag der mehrfache London-Marathon-Sieger dann 26 Sekunden vor Sammy Wanjiru (61:33). Dritter wurde mit Shadrack Biwott (61:40) der Bruder des kenianischen Weltklasse-Marathonläufers Duncan Kibet. Als Vierter erreichte Martin Fagan das Ziel in 62:11.

„Ich habe erwartet, dass ich heute gewinnen würde. Dieses Rennen gibt mir Selbstvertrauen für die Vorbereitung auf den London-Marathon. Ich habe mich gut gefühlt“, erklärte Martin Lel, der in Kenia zeitweilig gemeinsam mit Sammy Wanjiru trainiert. Auch Wanjiru wird am 25. April den London-Marathon laufen, bei dem er als Titelverteidiger startet.

Im Frauenrennen entwickelte sich ein spannendes Duell zwischen Berhane Adere und Kim Smith, das erst auf der Zielgeraden entschieden wurde. Dabei war es die Neuseeländerin, die praktisch durchweg in Führung lag, am Ende aber mit Platz zwei vorlieb nehmen musste. Im Schlussspurt profitierte die 36-jährige Adere – eine frühere 10.000-m-Weltmeisterin – von ihrer Grundschnelligkeit. „Ich wusste, dass ich mich auf meinen Spurt verlassen konnte“, erklärte eine völlig erschöpfte Berhane Adere. Kim Smith durfte sich mit einer Topzeit von 67:55 Minuten trösten. „Ich habe alles versucht, Berhane unterwegs abzuhängen, aber es hat nicht ganz geklappt. Ich wusste um ihren starken Endspurt“, sagte Kim Smith. Auch die drittplatzierte Azalech Maresha (Äthiopien) blieb mit 69:46 noch unter der 70-Minuten-Marke.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net