Leser-Reporter Helmut Stiegler

Laufheld Helmut auf der Marathonstrecke

Nach dem Startschuss wird es für Helmut ernst, denn er hat vor Luzern verletzungsbedingt kaum trainiert. Schafft er den Marathon trotz Verletzung?

Leserreporter Helmut Stiegler Luzern Bild 3

Helmut am Vortag des Marathons: Unterwegs in Luzern.

Bild: Privat

Um kurz vor 9 Uhr wird es ernst für mich. Um Punkt 9 Uhr ist Start: Ich bin gespannt, wie weit ich komme, nachdem ich Laufheld ja nicht wirklich trainieren konnte und 4 Wochen eigentlich nur rumgesessen bin. Jetzt ertönt der Startschuss vom SwissCityMarathon Luzern, ich laufe bis zur Matte, starte meine Uhr und laufe voll konzentriert los. Den Regen habe ich inzwischen ausgeblendet, die Schmerzen auch.

Kilometer 1 geht gut im 4:20er Schnitt, kann ja mal ein bisschen langsamer machen. Ich gehe runter auf 4:40 min/km, fühl mich super dabei. Klasse ist auch, wenn man jeden Meter angefeuert wird mit „Hop Hop Helmuat“ (die Schweizer können nicht Helmut sagen). Egal, es läuft gut, aber was ist jetzt los? Dass es bergauf geht hat, mir keiner gesagt - am Schluss waren es 380 Höhenmeter auf meiner Uhr.

Dann holt mich Katrin Dörre-Heinig ein, ich laufe ca. 3 km neben ihr her, muss dann aber wieder mein Tempo machen, sie ist mir ein bisschen zu schnell. Dann noch ein Highlight: Bei Kilometer 18 muss man durch eine Riesenhalle laufen. Die Läufer werden laut angesagt und es ist die reinste Disco. Super Gefühl, pusht noch einmal so richtig. Dann geht es weiter durch die Luzerner Altstadt, vorbei am Schweizerhof Richtung Wendepunkt vor dem Verkehrshaus. Dort komme ich vorbei mit 1:42 Stunden über die halbe Distanz. Ich bin damit genau im Soll, hab sogar 15 Sekunden übrig. Ab in die zweite Runde, bis jetzt ist alles gut.

Nach den Steigungen breche ich aber bei Kilometer 32 etwas ein, das Training fehlt eben, ich kann aber ein bisschen langsamer weiterlaufen. Dann überholen mich die 3:30er-Pacemaker, ich kann einige Meter mithalten, muss sie dann aber ziehen lassen. Egal, ich laufe noch, bin doch ein Laufheld! Kurz und gut, die letzten Meter laufen an mir vorbei und als ich glücklich, aber kaputt ins Ziel komme, sagt meine Pulsuhr 3:35:08 Stunden. Wow, ich habe es geschafft!

Erst jetzt merke ich, dass die Beine schwer werden. Ich gehe meine Medaille und mein Finisher-Geschenk abholen. Es gibt ein Langarm-Funktionsshirt. Der freundliche Helfer fragt mich nach meiner Größe. Ich antworte ihm: „Mindestens XL, sonst pass ich nicht rein.“ Er darauf ganz frech: „Und DU bist schon da!“ Ja klar, ich bin ja auch schnell, sehe halt nur nicht so aus. Ich bin eben auch Koch und esse gerne.

Meine Zusammenfassung vom Wochenende: Luzern ist toll, der SwissCityMarathon ist der Hammer und das Publikum in der Schweiz ist der Wahnsinn. Es gibt nicht viele so gut organisierte Läufe.

Ich glaube, ich bin doch ein Laufheld oder einfach nur ein bisschen verrückt wie alle Läufer. Mein nächstes Ziel ist Biel, da will ich 2014 beim 100-Kilometer-Lauf dabei sein. Hoffentlich gibt es da so ein tolles Publikum wie in Luzern, das macht viel aus.

Danke RUNNER’S WORLD, dass ihr mich zum Laufhelden gemacht habt, ich werde mich wieder um Startplätze bewerben. Danke Beat, dass du uns so herzlich empfangen hast. Wir haben uns in Luzern super wohl gefühlt und werden bestimmt wieder dabei sein. Luzern ist ein Muss und für jeden zu empfehlen.

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Als Laufheld beim SwissCityMarathon in Luzern