Knäste-Lauf Berlin 2014

Laufen hinter Gittern

Der Berliner Laufkalender ist um eine Fa­cet­te reicher: Beim ersten Knäste-Lauf in der JVA Plötzensee liefen 37 Sportler über 10 Kilometer.

Knäste-Lauf 2014

Jede Runde war genau einen Kilometer lang. Insgesamt gingen beim Knäste-Lauf 37 Läufer an den Start.

Bild: Horst Milde

Am 10. Oktober fand der erste Berliner Knäste-Lauf in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee statt. Für Berlin war es der erste Lauf innerhalb eines Gefängnisses. Jede Berliner Justizvollzugsanstalt durfte jeweils zehn Gefangene nach Plötzensee bringen, um dort am 10-km-Lauf teilzunehmen. Externe Läufer durften ebenfalls starten.

Die Durchführung des Knäste-Laufs wurde ohne Probleme gestattet

Mitorganisiert wurde der Lauf von Horst Milde, dem Initiator des Berlin-Marathons. Nachdem er gehört hatte, dass in Plötzensee das Laufen als ein Mittel zur Therapie eingesetzt wird, wurde sein Interesse geweckt. Nach einem Trainingslauf innerhalb der Gefängnismauern setzte er sich bei der Senatsverwaltung für Justiz für einen Gefängnislauf ein. Diese stimmte zu und so konnte nach eifriger Planung am 10. Oktober der erste Knäste-Lauf über die Bühne gehen. Schirmherr des Laufs, dessen Name übrigens von den Gefangenen selbst gewählt wurde, war der Berliner Justzisenator Thomas Heilmann.

Gelungene Premiere des Knäste-Laufs

Innerhalb der Gefängnismauern wurden zehn amtlich vermessene Runden gelaufen. Der Teilanstaltsleiter von Plötzensee, Reinhard Röcher, ein erfahrener Marathonläufer mit einer Bestzeit von 2:37 Stunden, war für den Großteil der Organisation zuständig. Nach dem Startschuss fuhr er mit dem Fahrrad vor dem Führenden her. 25 Gefangene und 12 externe Läufer folgten ihm. Konrad K. wurde mit einer Zeit von 41:06 Minuten Erster. Danach kamen Benjamin H. (41:49) und Saidou B. (41:55) ins Ziel. Die einzige Frau unter den Gefangenen, Marlene B., die erst seit zwei Monaten läuft, lief 1:05:30 Stunden. Axel Berger (48:43) und Beate Ritter (49:57) waren die ersten der externen Läufer. Der 70-jährige Dr. Rolf Strenziok aus Warnemünde benötigte 1:10:24 Stunden.

Ziel des Laufs in Plötzensee war ein Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern. Die Gefangenen wurden beim Wettkampf in erster Linie als Sportler wahrgenommen und als solche auch wertgeschätzt. Und für die übrigen Läufer war es eine neue und lehrreiche Erfahrung. Die Idee des Gefängnislaufs ist übrigens keine komplett neue: So findet beispielsweise in Darmstadt seit Jahren der Knastmarathon statt. Organisiert wird er von Peter Büttner, der auch in Berlin mitlief. Für das kommende Jahr wurde schon eine Wiederholung des Knäste-Laufs angekündigt.