Leserreporter Michael Parzefall in den Flitterwochen

Laufen auf Sansibar - in den Flitterwochen!

Die Flitterwochen unseres Leser-Reporters Michael Parzefall kollidierten mit seinem Marathon-Trainingsplan. Konnte er beides unter einen Hut bringen?

Leserreporter Michael Parzefall

Laufen auf Sansibar: Leserreporter Michael Parzefall beim Marathontraining in den Flitterwochen.

Bild: Michael Parzefall

Lange haben wir darauf gewartet. Nach eineinhalbjähriger Verlobungsphase haben wir am 24. Juli 2015 geheiratet. Einen Tag später ging es in die Flitterwochen nach Sansibar und da der Fränkische-Schweiz-Marathon am 6. September auf dem Programm stand, war mir klar, dass ich in diesem Urlaub nicht nur die Füße hochlegen würde. Ich konnte ja nicht einfach die Wochen sieben und acht von meinem 12-wöchigen Trainingsplan ausfallen lassen.

Nach einem Tag Anreise sowie einem weiteren Tag um das Ganze trotz Flugangst zu verarbeiten, startete ich um 8.15 Uhr meinen ersten Lauf. Es war sehr warm und bei der hohen Luftfeuchtigkeit schwitzte ich wie noch nie in meinem Leben. Nach 30 Minuten und 5,5 Kilometern bin ich zurück aufs Zimmer. Für den ersten Tag sollte mir das reichen um mich zu akklimatisieren.

Laufen am Traumstrand des Indischen Ozeans

Mein zweiten Lauf über eine Stunde ging mit 10,7 Kilometer schon viel besser. Es war um halb sieben hell und wurde warm wie zur Mittagszeit in Deutschlands Sommer 2015. Ich versuche es teilweise mit einem 5er-Schnitt, es waren aber harte Einheiten. Meine Strecke führte mich am Strand entlang bis zu einem kleinen Fischerdorf, dem ich mich allerdings nicht weiter nähern wollte und drehte in die entgegensetzte Richtung, passierte mein Hotel und kehrte erneut bei einem Jetski- und Bootsverleih um. Was die Flut über den Tag verbirgt erweist sich morgens dank der stundenlangen Ebbe als teilweise harter Boden, der zum Laufen hervorragend geeignet ist. Der Indische Ozean sah an dieser Stelle übrigens traumhaft aus, türkis wie in jedem Reiseführer. Danach spüre ich trotz des Sandes meine Beine kaum. Bei meinem Zimmer angekommen, fragt mich ein Mitarbeiter des Hotels: „How are you?“ Sonst antwortete ich immer „Great. And you?“ Nach dieser Stunde allerdings nicht mehr so großartig, aber jeder Lauf bringt mich dem Fränkische-Schweiz-Marathon näher. Flitterwochen sind toll. Und wenn ich zum Zimmer zurückkomme, ist meine Frau wach. Kurzes Dehnprogramm, Ausschnaufen, Ausschwitzen, Duschen und ab geht’s zum Frühstück.

Übrigens „Jambo“ (Hallo, Servus etc.) hörte man 300-mal in der Stunde, was mich anfangs an das Lied „Coco Jambo“ von Mr. President aus den 90ern oder dem Ausruf „Jambolia“ von Bruno Jonas in seiner Rolle des Tango in Irgendwie & Sowieso erinnerte. Gegen 7.30 Uhr sind nämlich bereits 100 Leute auf den Beinen: Security, Putzkolonnen und viele andere. „Pole Pole“ bedeutet außerdem langsam. Hört man auch ab und an.

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