Hallen-Weltmeisterschaften

Lagat triumphiert, Defar verliert

Bernard Lagat gewann bei der Hallen-WM in Istanbul über 3.000 m, Meseret Defar musste sich geschlagen geben.

Bernard Lagat

Der US-Amerikaner Bernard Lagat im Rennen über 3.000 m.

Bild: photorun.net

Es waren zunächst die Kenianer Augustine Choge und Edwin Soi, die an der Spitze das Tempo bestimmten. Richtig schnell wurde es dabei jedoch erst auf den letzten 1.000 Metern. Diesen Abschnitt lief Bernard Lagat in rund 2:24 Minuten. Der frühere Kenianer, der seit 2005 US-Staatsbürger ist, hielt dabei stets den Anschluss an seine ehemaligen Landsleute und war dann in der letzten Runde nicht zu halten. In gut 26 Sekunden – einem 800-m-Tempo – absolvierte Bernard Lagat die letzte Runde und stürmte in 7:41,44 Minuten ins Ziel. Hinter dem Amerikaner gab es im Kampf um Platz drei ein Fotofinish. Dabei hatte Mo Farah das Nachsehen, denn Augustine Choge (7:41,77) und Edwin Soi (7:41,78) waren hauchdünn vor dem Briten (7:41,79) im Ziel. Wegen einer angeblichen Behinderung wurde Soi zwischenzeitlich disqualifiziert, jedoch wurde diese Entscheidung später nach einem Gegenprotest wieder zurückgenommen.

„Ich habe darauf geachtet, immer in einer guten Position zu sein und fühlte, dass ich am Ende noch genügend Energie hatte“, erklärte der 37-jährige Bernard Lagat, der zum ältesten 3.000-m-Hallen-Weltmeister in der Geschichte dieser Titelkämpfe wurde und dieses Gold zum dritten Mal in seiner Karriere gewann. Bereits 2004 war er Weltmeister in der Halle, vor zwei Jahren gewann er dann in Doha. „Ich habe es in der Türkei geschafft, und ich weiß, dass ich es in London auch schaffen kann“, sagte Bernard Lagat mit Blick auf die Olympischen Spiele im Sommer. Bei den Spielen hat er bisher zwei Medaillen gewonnen: 2000 war er Dritter und vier Jahre später Zweiter, jeweils über 1.500 m. Ein Olympiasieg wäre die Krönung seiner Karriere.

Seine gute Hallenform hat in Istanbul auch Arne Gabius bewiesen. Mit einem achten Platz im Finale in 7:45,01 Minuten erreichte der 30-jährige Läufer des LAV Tübingen seine beste Platzierung bei einer bedeutenden internationalen Meisterschaft. Hinter sich ließ er unter anderen den amtierenden 10.000-m-Weltmeister Yenew Alamirew (Äthiopien/Neunter) und den Australier Craig Mottram (Elfter). Auch bezogen auf die Zeit kann er mit seiner Leistung in der Türkei zufrieden sein. Wenn Arne Gabius diese Form im Sommer wieder erreichen kann, sollte die Olympia-Qualifikation über 5.000 m kein Problem sein.

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