Silvesterläufe aktuell

Kwambai siegt in Sao Paulo, Masai gewinnt in Madrid

21.000 Silvesterläufer starteten über 15 km in Sao Paulo.

James Kwambai gewann zum zweiten Mal in Folge in Sao Paulo.

James Kwambai gewann zum zweiten Mal in Folge in Sao Paulo.

Der Ursprung der Silvesterläufe liegt in Brasilien: Bei hochsommerlichen Temperaturen von gut 30 Grad Celsius sowie hoher Luftfeuchtigkeit fand die 85. Auflage des ,Corrida Internacional de São Silvestre’ statt. Die Rekordzahl von 21.000 Läufern startete bei dem 15-km-Lauf durch Sao Paulo. Dominiert wurde das Rennen von den kenianischen Topathleten.

Der Mann, der in der Marathon-Jahresweltbestenliste 2009 vorne steht, war auch am Silvestertag in Sao Paulo wieder die Nummer eins: Vorjahressieger James Kwambai (Kenia) hatte im vergangenen April für Aufsehen gesorgt, als er beim Rotterdam-Marathon einen Schritt hinter seinem zeitgleichen Landsmann Duncan Kibet ins Ziel stürmte. Beide verbesserten sich dabei auf 2:04:27 Stunden und sind hinter Haile Gebrselassie (Äthiopien) die schnellsten Marathonläufer aller Zeiten.

Bei dem 15-km-Rennen löste sich James Kwambai nach etwa 9 km von seinen Konkurrenten und erlief einen großen Vorsprung: In 44:40 Minuten gewann er schließlich vor seinen beiden Landsleuten Elias Chelimo (44:58) und Robert K. Cheruiyot. Der dreifache Sao Paulo- und dreifache Boston-Marathon-Sieger lief am Donnerstag 45:30. „Ich wäre gerne schneller gelaufen, aber die Luftfeuchtigkeit hat es mir schwer gemacht“, sagte James Kwambai gegenüber der Internetseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org). Immerhin war er zwei Sekunden schneller als bei seinem Sieg 2008.

Auch bei den Frauen dominierte eine Läuferin aus Kenia in Sao Paulo: Pasalia Kipkoech setzte sich auf der zweiten Streckenhälfte locker von ihren Konkurrentinnen ab und gewann mit großem Vorsprung: Nach 52:30 Minuten war die erst 21-Jährige im Ziel und feierte den größten Sieg ihrer noch jungen Karriere. Olivera Jevtic (Serbien/52:59) folgte auf Rang zwei, Dritte wurde Marily dos Santos (Brasilien) in 53:35. „Straßenrennen sind einfach – Du trainierst hart und dann gewinnst Du. Ich habe gut trainiert, laufe sehr schnell und das ist gut genug, um zu siegen“, erklärte Pasalia Kipkoech.

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Kenias Stars waren auch beim seit Jahren sehr gut besetzten Silvesterlauf von Madrid vorne: Moses Masai, der WM-Bronzemedaillengewinner von Berlin über 10.000 m, wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Er setzte sich auf dem 10-km-Kurs in Spaniens Hauptstadt souverän durch und lief nach 28:01 Minuten ins Ziel. Zweiter wurde der aus Äthiopien stammende Spanier Alemayehu Bezabeh (28:10), der vor kurzem in Dublin Crosslauf-Europameister geworden war. Rang drei belegte mit Sergio Sanchez (28:21) ein gebürtiger Spanier.

Auch bei den Frauen setzte sich in Madrid die Favoritin durch: Vivian Cheruiyot (Kenia), die im vergangenen August bei der WM in Berlin über 5.000 m die Goldmedaille gewonnen hatte, bestimmte das Geschehen und erreichte nach 32:15 Minuten das Ziel des 10-km-Rennens. Nuria Fernandez (Spanien/32:59), Rosaria Console (Italien/33:02) und die 3.000-m-Hindernisweltmeisterin Marta Dominguez (Spanien/33:13) folgten mit deutlichem Abstand.

Der hochklassigste österreichische Silvesterlauf findet traditionell in Peuerbach in Oberösterreich statt. Rekordläufer Günther Weidlinger, der dort bereits sieben Siege gefeiert hat, stand als Lokalmatador im 6,8 km langen ,Lauf der Asse’ auch diesmal wieder im Mittelpunkt. In einem dramatischen Rennen kämpfte er sich in 18:49 Minuten auf den zweiten Rang – zeitgleich mit dem 25-jährigen Sieger Abere Chane aus Äthiopien. Beide kamen in ihrem Duell bis auf drei Sekunden an den Streckenrekord heran. Rang drei holte Aberu Kuma, ebenfalls aus Äthiopien, in 19:18 Minuten.

Weidlingers Siegesserie riss damit zwar ab, die Silvesterfreude war aber nicht getrübt: „Ich bin absolut zufrieden mit dieser Leistung. Es ist meine beste Zeit hier in Peuerbach seit mehreren Jahren. Das stimmt mich sehr zuversichtlich“, erklärte Günther Weidlinger gegenüber der Internetseite des Vienna City-Marathons (vienna-marathon.com). Am 18. April wird er beim Wien-Marathon starten.

Anfangs an sechster Stelle in Verfolgerposition laufend, konnte er sich bis zur fünften von acht Runden an die zweite Stelle vorarbeiten. Trotz der schnellen Schlussrunde fehlten Weidlinger am Ende zwei Meter. „Ich habe nie aufgegeben, obwohl ich schon gut 40 Meter hinter dem Führenden lag. Ich hatte aber nicht mehr die Spritzigkeit, um zum Schluss ganz nach vorne zu laufen.“

Bei den Frauen setzte sich die erst 18-jährige Äthiopierin Asmera-Work-Bekele Wolkeba in Szene. Sie siegte auf der 5,1-km-Distanz in 16:25 Minuten vor Svetlana Kouhan aus Weißrussland (16:39) und der Ungarin Livia Toth (16:43). Österreichs Marathonrekordlerin und Wien-Siegerin 2009, Andrea Mayr, zeigte ein gutes Comeback nach ihrem Schlüsselbeinbruch und lief in 16:46 Minuten als Vierte dicht an einen Podestplatz heran.

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