Marathon-Gold für Kirui

Kirui war ursprünglich nicht einmal nominiert

Abel Kirui

Abel Kirui.

Bild: photorun.net

Ursprünglich war Abel Kirui übrigens nicht einmal im kenianischen WM-Team, obwohl er als Titelverteidiger eine Wildcard besitzt. Trotzdem hatten ihn die Funktionäre zunächst nicht nominiert. Er kam erst hinzu, nachdem andere Läufer abgesagt hatten.

Abel Kirui hat eine persönliche Bestzeit von 2:05:04 Stunden, die er 2009 in Rotterdam aufstellte. Mit dieser Zeit qualifizierte er sich damals für den WM-Marathon in Berlin, wo er souverän mit einer WM-Rekordzeit von 2:06:54 Stunden gewann. Seitdem hatte Abel Kirui jedoch nicht mehr zu seiner Bestform zurückgefunden. 2010 war er zunächst Fünfter in London und dann Neunter in New York. In diesem Jahr startete der Kenianer dann nicht bei einem Frühjahrsmarathon sondern konzentrierte sich vollkommen auf den WM-Start.

Beeindruckend war wie Abel Kirui in Daegu das Rennen bestimmte. Fast wie im Stile des verstorbenen Olympiasiegers Sammy Wanjiru, der 2008 in Peking dominierte, drückte er frühzeitig auf das Tempo und lief sein eigenes Rennen. Eine 16-köpfige Spitzengruppe passierte die Halbmarathonmarke in 65:07 Minuten. Schon zu diesem Zeitpunkt führte Kirui. Durch das zunehmende Tempo des Kenianers wurde die Spitzengruppe immer kleiner. Nachdem Abel Kirui dann den 5-km-Abschnitt zwischen 25 und 30 km in 14:18 Minuten zurückgelegt hat – was gut genug wäre, um den Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrselassie (2:03:59) gleich um mehrere Minuten zu unterbieten! –, war er alleine an der Spitze und hatte bei einer Zwischenzeit von 1:30:43 Stunden bereits elf Sekunden Vorsprung. Hinter ihm kämpften zu diesem Zeitpunkt drei Läufer um die Silbermedaille: Eliud Kiptanui, Feyisa Lilesa und Vincent Kipruto. Ein weiteres Stück zurück folgten einzeln laufend Abderrahime Bouramdane und David Barmasai Tumo, der vor Daegu seine einzigen beiden Marathonrennen in Nairobi und in Dubai gewonnen hatte.

Abel Kirui zeigte keine Schwäche und lief den nächsten 5-km-Abschnitt ins ebenfalls sehr, sehr schnellen 14:40 Minuten. Nun betrug sein Vorsprung bereits deutlich über eine Minute. Spannend blieb der Kampf um Platz zwei zwischen Kipruto und Lilesa. Erst ein Kilometer vor dem Ziel fiel hier die Entscheidung zugunsten des Kenianers, der noch einmal beschleunigen konnte. „Ich freue mich, dass wir hier Gold und Silber gewonnen haben. Unser Land sollte stolz auf den Erfolg bei dieser WM sein. Ich kann noch besser laufen und hoffe, dass ich das bei Olympia zeigen kann“, erklärte Vincent Kipruto, der seinen nächsten Marathon im Frühjahr 2012 laufen möchte. „Dort will ich mich für Olympia qualifizieren.“

In Daegu setzte sich übrigens eine kuriose Serie fort: Seit der WM 2007 in Osaka ist der Weltmeister immer ein Läufer, der zuvor den im Frühjahr stattfindenden Wien-Marathon gewonnen hat. 2007 in Osaka war Luke Kibet (Kenia) der Weltmeister, der im gleichen Jahr in Wien triumphiert hatte. Nun gewann zum zweiten Mal in Folge Abel Kirui, der 2008 in der österreichischen Hauptstadt triumphierte. Kirui hält seitdem übrigens den Wiener Kursrekord mit 2:07:38 Stunden – das ist auf die Sekunde genau die Zeit, mit der er am Sonntag in Daegu siegte.

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Kirui verteidigt Marathon-Gold