Lesereporterin Susanne Kuzinski

Kilometerweise Zwischenziele

In Köln lief Susanne Kuzinski ihren ersten Marathon. Mit ihrer genutzten Taktik blieb sie die ganze Strecke über motiviert.

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Fast am Ziel angekommen, hatte Susanne Kuzinski noch Reserven, um einen Endpurt einzulegen.

Bild: marathon-photos.com

Die erste km-Marke sah ich bei km 7. Ich war überrascht: Schon 7 Kilometer? Schwieriger war die Marke von 12 Kilometer. Wieder etwas besser die Marke 14 Kilometer. Hierbei der Gedanke: ich habe schon ein Drittel! Schwierig war es bei etwa 22 Kilometer. Ich habe vermieden mir dazu etwas zu sagen. Bis Kilometer 28 wurde es zunehmend zäher und schwieriger. Bei Kilometer 30 schließlich der Moment mit der Gefahr des Zusammenbruchs. Ab Kilometer 32 ging es deutlich besser („Es wird besser!“), ich stellte mir vor, dass jetzt der Countdown begann. 10, 9, 8,... Manchmal zählte ich einfach die Schritte: „10, 9, 8,...“ und dachte dabei: Mit jedem Countdown, den ich zähle, komme ich meinem Ziel näher. Auch wenn es viele Countdowns brauchen würde. Die Vorstellung „Irgendwann sind es nur noch 3 Kilometer“, war toll. Der Gedanke bei den restlichen 10 Kilometer an den Hugenottenlauf: jetzt mache ich „nur noch“ meinen 10 km-Lauf, dann bin ich im Ziel! Zum Ende hin die Erinnerung an meine Intervall-Läufe auf der Bahn: Jetzt sind es nur noch 3 Runden, nur noch 2, nur noch eine halbe.

Anspornen auf den letzten Kilometern

Auf den letzten Kilometern die Freude darauf: jetzt ist bestimmt gleich der Dom zu sehen. Zugleich Dirk, der sich immer wieder nach mir umdrehte, der lief und lief, mich mit Handbewegungen anspornte, zu laufen, schneller zu laufen, es spornte mich an. Ich lief. Ich weiß nicht, ob ich dadurch schneller lief. Aber bestimmt konnte ich dadurch das Tempo halten.

Mit Freude gelaufen. Wenn ich es mal zu ernst sah, der Gedanke: ich kann es doch auch locker sehen und sofort wurde es leichter und spaßiger.

Die Vorbereitung auf den Marathon hat mich verändert

Ich bin meinen ersten Marathon gelaufen. Es ist das Größte für mich, mein größtes Erlebnis. Ich habe die Grenze meiner körperlichen Leistungsfähigkeit überschritten. Es ist möglich. Ich weiß, dass ich es immer wieder möglich machen kann. Und es wird jedes Mal wieder mit Vorbereitung verbunden sein. Die Vorbereitungszeit war die Phase meiner mentalen Grenzüberschreitungen. In dieser Zeit habe ich so viele innere Blockaden abgebaut. All die Gegenstimmen, die in meinem Kopf ständig umher sprangen und auf diese Weise versucht haben, meinen Körper vom Ausbau seiner Leistungsfähigkeit abzuhalten. Ich habe gelernt sie zu beobachten und wahrzunehmen. Mit ihnen in den Dialog zu gehen. Sie mit Strenge in die Schranken zu weisen. Ein anderes mal ihnen zu versprechen, dass ich mich zu einem späteren Zeitpunkt um sie kümmere. Oder sie durch einen Perspektivwechsel umzukehren. Zu lernen, die mentale Führung während des Laufens zu übernehmen und sie zu halten, mich nicht vom Gedankengewitter in meiner Leistungsfähigkeit eingrenzen zu lassen, war eine zentrale Erfahrung in der Vorbereitung. Dies hat mich frei gemacht, mich im Marathon offen und neugierig dem zu stellen, was sich dort zeigte.

Susanne Kuzinski bietet anderen ein ganzheitliches Coaching für persönliche Grenzüberschreitungen an. Genaueres erfährt man unter www.grenzueberschreitung-coaching.de

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Meine ganz persönliche Grenzüberschreitung