Dieter Hogen

Kenias Läufer meiden Hitze

Bei Sonnenaufgang starten Kenianer die Dauerläufe, um die Hitze zu vermeiden. Gefrühstückt wird dann hinterher.

Trainer Dieter Hogen

Dieter Hogen motiviert seine Athleten.

Bild: photorun.net

Die klimatischen Verhältnisse für Ausdauersport sind gut. Fast das gesamte Training findet unter kühlen Temperaturen mit niedriger bis mittlerer Luftfeuchtigkeit statt. Zur Zeit der Regenfälle, zwei bis drei Mal im Jahr für einige Wochen, ist die Luftfeuchtigkeit natürlich höher und trägt zu einem sehr unangenehmen, nass-kaltem Klima bei. Die Athleten haben es sich zur Gewohnheit gemacht, sehr früh am Tag zu trainieren.

Der Beginn des Dauerlauf-Trainings fällt mit dem Sonnenaufgang zusammen, also ca. 6 Uhr oder noch etwas eher. Kenianische Läufer meiden ganz konsequent die Hitze. Vor Sonnenaufgang gibt es einen Tee, den typischen Chai, der aus Milch, wenig Schwarztee und viel Zucker besteht und dann geht es los. Gefrühstückt wird nach dem Training. Da es den großen Teil des Jahres auch vormittags nicht extrem heiß wird, sind intensive Einheiten auf der Bahn ebenfalls nicht beeinträchtigt – sie beginnen ab etwa 9 Uhr. Für sehr intensives Training wie Intervall- oder Wiederholungsläufe ist es ohnehin besser, wenn es warm ist.

Die Vorstellung, dass man in Kenia in der Hitze trainiert und dann eventuell auch besser vorbereitet ist bei internationalen Wettkämpfen, die unter solchen Bedingungen stattfinden, ist falsch. Bei Fernseh-Übertragungen kann man mitunter solche Kommentare hören. Der Sommer in Deutschland ist oft heißer und hat eine höhere Luftfeuchtigkeit. Außerdem ist es in Kenia Winter, wenn sich die Athleten auf Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele vorbereiten, was die Temperaturen noch weiter reduziert. Bei den morgendlichen Läufen sind Kinder und Erwachsene mit dicken Anoraks und Mützen das gewohnte Bild. Die Läufer starten mit langärmligen Shirts und Jacken, auch Mützen, und legen diese später eventuell mit zunehmender Erwärmung ab (die nassen Klamotten fliegen dann zu mir ins Auto, was mitunter Geruchs-gewöhnungsbedürftig ist).

Lesen Sie auch folgende Artikel von Dieter Hogens Analyse:
Teil 1:
Warum Afrikas Asse so schnell sind
Teil 3: Die Ernährungstricks der Kenianer
Teil 4: Warum Kenianer in der Gruppe trainieren


Text: race-news-service.com/Dieter Hogen

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Kenias einzige Tartanbahn liegt in Nairobi