Zweikampf Kenia - Äthiopien

Kenianerinnen dominierten über zehn und fünf Kilometer

Im 5.000-m-Finale gewann am Sonnabend Abend die Kenianerin Vivian Cheruiyot in 14:57,97 Minuten.

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Bild: photorun.net

Kenias Frauen haben den in den letzten Jahren auf den Bahn-Langstrecken dominierenden Äthiopierinnen bei den Weltmeisterschaften in Berlin den Rang abgelaufen. Beide Langstrecken-Titel gingen bei den Titelkämpfen nach Kenia. Nie zuvor war der Laufnation bei den Frauen bei einer globalen Meisterschaft – WM und Olympische Spiele – ein derartiger Doppel-Triumph gelungen. Im 5.000-m-Finale gewann am Sonnabend Abend die Kenianerin Vivian Cheruiyot in 14:57,97 Minuten.

„Dieses Mal werden wir die Äthiopierinnen schlagen, ganz bestimmt“, hatte Vivian Cheruiyot nach den kenianischen WM-Trials im Juli angekündigt. Diesen optimistischen Ausspruch setzten die Kenianerinnen überraschend klar in die Tat um. Nach dem 10.000-m-Sieg von Linet Masai stand genau eine Woche später das 5.000-m-Rennen auf dem Programm.
Lange Zeit tat sich nichts in diesem Finale. Die Favoritinnen kontrollierten vorne das Tempo, das allerdings sehr langsam war. Nach 9:15,05 Minuten waren 3.000 m gelaufen, erst danach wurde es etwas schneller. In 12:15,79 erreichte Vivian Cheruiyot die 4.000m Marke. Nun entwickelte sich ein großer Kampf zwischen den drei Kenianerinnen und den vier Äthiopierinnen. Ganz ähnlich wie im 10.000m Finale ging dann eingangs der Zielgeraden die Titelverteidigerin Meseret Defar (Äthiopien) an die Spitze – doch wieder reichte es nicht für die zweitschnellste Läuferin aller Zeiten über 5.000 m. Mit jedem Schritt kam Vivian Cheruiyot dichter an Meseret Defar heran. Ganz wie Masai über 10.000 m hatte auch Cheruiyot ihren Endspurt perfekt getimt. Rund 20 Meter vor dem Ziel war sie an der Äthiopierin vorbei, die dann wie vor einer Woche vor Enttäuschung das Tempo herausnahm. Während Vivian Cheruiyot jubelnd ins Ziel rannte, schnappte sich ihre Landsfrau Sylvia Kibet auf den letzten fünf Metern noch die Silbermedaille in 14:58,33. Meseret Defar, die über 10.000 m noch auf Rang fünf zurückgefallen war, blieb dieses Mal immerhin noch Bronze in 14:58,41 vor ihren beiden Landsfrauen Sentayehu Ejigu (15:03,38) und Meselech Melkamu (15:03,72). Sechste wurde die dritte Kenianerin im Rennen, Iness Chenonge, mit 15:06,06 Minuten, auf Rang sieben kam als beste nicht - afrikanische Läuferin überraschend Silvia Weissteiner. (Italien / 15:09,74)

„Es ist lange her, dass Kenia über 5.000 Meter Gold gewonnen hat“, sagte Vivian Cheruiyot, die in Osaka hinter Meseret Defar Silber gewonnen hatte. Diese Aussage stimmte nicht ganz, denn noch nie hatte eine Kenianerin über diese Strecke ganz vorne gelegen – weder bei einer WM noch bei Olympia.„ Auf den letzten 100 Metern bin ich nur noch gerannt, gerannt, gerannt. Ich bin so glücklich, jetzt gewonnen zu haben. Es war auch eine Team-Leistung. Wir haben gebetet, dass wir gewinnen würden und Gott hat uns diese Medaille gegeben“, sagte Vivian Cheruiyot, die den letzten Kilometer in superschnellen 2:42,18 Minuten gelaufen war. „Linet Masai hat mir Mut gemacht nach ihrem 10.000-Meter-Sieg – sie war eine Inspiration für mich und ich glaubte daran, dass ich Meseret Defar schlagen könnte. Jetzt werden wir Kenianerinnen noch stärker!“