Leichtathletik-WM

Kenianer wieder klare Favoriten

Wer den Kenianern auf den Mittelstrecken und im Hindernislauf ein Bein stellen könnte, beleuchten wir in Teil 5 unserer WM-Vorschau.

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David Rudisha ist der große Favorit auf das 800-m-WM-Gold.

Bild: photorun.net

Sollte der Hindernis-Weltmeister von Daegu nicht aus Kenia kommen, wäre dies eine Sensation. Seit vielen Jahren dominieren die Läufer aus Ostafrika diese Strecke. Und daran wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Der Mann, den es für seine Landsleute zu schlagen gilt, heißt Brimin Kipruto. Der 25-jährige Kenianer ist in dieser Saison bis auf die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde an den Weltrekord seines früheren Landsmannes Saif Saaeed Shaheen – er startet seit 2003 für Katar – herangekommen. In Monte Carlo lief der aktuelle Olympiasieger Kipruto 7:53,64 Minuten. Dieses Rennen hat ihn zum großen Favoriten für Daegu gemacht.

Als Titelverteidiger geht allerdings ein anderer Kenianer ins Rennen: Ezekiel Kemboi. Er war in jenem Lauf von Monte Carlo in 7:55,76 Zweiter und erzielte damit ebenfalls eine Weltklassezeit. Auch Kemboi dürfte für die außerkenianische Konkurrenz in Daegu kaum zu schlagen sein. Hinter den beiden allerdings könnte es spannend werden im Kampf um die Bronzemedaille. Denn neben den Kenianern Richard Matelong und Abraham Chirchir sind die beiden Franzosen Mahiedine Mekhissi, der Olympia-Zweite von 2008 und aktuelle Europameister, sowie Bob Tahri, der vor zwei Jahren bei der WM Bronze gewann, wiederum sehr gut in Form.

Deutlich verbessert hat sich in den letzten Jahren Steffen Uliczka (SG Kronshagen/Kiel). Doch sehr wahrscheinlich ist der mit Abstand beste deutsche Hindernisläufer noch nicht stark genug, um am Montag in seinem Vorlauf die Finalqualifikation zu schaffen.

Auch über 1.500 m ist ein deutscher Läufer am Start: Carsten Schlangen (LG Nord Berlin), der vor einem Jahr bei den Europameisterschaften mit einem zweiten Rang überraschte. Damals bekam er das für ihn vom taktischen Ablauf her ideale Finalrennen. Dass Carsten Schlangen in Daegu den Endlauf erreichen könnte, ist unwahrscheinlich. Zu stark ist die afrikanische Konkurrenz. Die schnellste Zeit erreichte in diesem Jahr bisher der kenianische Commonwealth-Sieger von 2010, Silas Kiplagat (3:30,47). Ihm folgen Olympiasieger Asbel Kiprop (Kenia) und Abubaker Kaki (Sudan/beide 3:31,76).

Kaki, eigentlich ein 800-m-Spezialist, startet in Daegu voraussichtlich über beide Mittelstrecken. Wahrscheinlich hat er über die 1.500 m sogar bessere Chancen auf den Sieg, denn über 800 m scheint David Rudisha kaum schlagbar zu sein. Der 800-m-Weltrekordler hat allerdings bisher noch keine große Medaille gewinnen können.

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