Afrika-Meisterschaften

Kenia dominiert die Langstrecken

Die Laufasse aus Kenia gewannen drei der vier Langstreckenrennen bei den kontinentalen Titelkämpfen.

Vivian Cheruiyot war auch bei den Afrika-Meisterschaften vor Meseret Defar im Ziel.

Vivian Cheruiyot war auch bei den Afrika-Meisterschaften vor Meseret Defar im Ziel.

Bild: photorun.net

Kenia dominierte die Langstrecken bei den fünftägigen Afrika-Meisterschaften, die parallel zu den Europameisterschaften stattfanden. In Nairobi gewannen die Athleten der Gastgeber drei der vier Langstrecken und holten im 5.000-m-Rennen der Männer sogar alle drei Medaillen.

Für den größten Triumph vor einem begeisterten heimischen Publikum sorgten die Kenianer am Schlusstag über 5.000 Meter. Zunächst hatte Vincent Yator (Kenia) an der 3.000-m-Marke die Führung von Moses Kipsiro (Uganda) übernommen und einige Meter Vorsprung herausgelaufen. Eine Runde später lösten sich auch Edwin Soi und Mark Kiptoo. Sie schlossen zu ihrem führenden Landsmann auf. „Wir hatten uns einen Plan zurecht gelegt, wann wir versuchen würden uns zu lösen – ich bin froh, dass es geklappt hat“, erklärte der spätere Sieger Edwin Soi gegenüber der Webseite des internationalen Leichtathletik-Verbandes (iaaf.org). Der Olympia-Dritte hatte am Ende allerdings Glück, denn Vincent Yator sah schon wie der sichere Sieger aus. Doch er trat kurz vor dem Ziel auf die Bahnbegrenzung und verlor die Balance. Dadurch konnte Soi ihn noch überholen und gewann in 13:30,46 mit sieben Hundertstelsekunden Vorsprung vor Yator. Dritter wurde Mark Kiptoo mit 13:32,45.

Einen großen kenianischen Sieg feierte Vivian Cheruiyot über 5.000 m. Die Weltmeisterin von Berlin 2009 war auch 2010 beim Saisonhöhepunkt schneller als die frühere Weltrekordlerin Meseret Defar (Äthiopien). Im März hatte Defar bei der Hallen-WM über 3.000 m noch vor Cheruiyot gewonnen, doch nun war die Kenianerin wie in Berlin im Spurt nicht zu schlagen. Nach einem langsamen, taktischen Rennen begann Vivian Cheruiyot 300 m vor dem Ziel mit ihrem Schlussspurt, löste sich Stück für Stück von Defar und siegte in 16:18,72. Hinter Defar (16:20,54), die am Freitag in Stockholm einen Angriff auf den 5.000-m-Weltrekord starten möchte, wurde Sentayehu Ejigu (Äthiopien) in 16:22,32 Dritte. „Das ist ein besonderer Sieg für mich. Vor heimischem Publikum wollte ich nicht verlieren“, sagte Vivian Cheruiyot.

Eine Spurtentscheidung um die Medaillen gab es auch im 10.000-m-Finale der Männer. Wiederum war ein Kenianer vorne: Wilson Kiprop gewann den Titel in 27:32,91 Minuten vor Moses Kipsiro (Uganda/27:33,37). Als Dritter zeigte Marathon-Spezialist Geoffrey Mutai (Kenia) mit 27:33,83 eine exzellente Grundschnelligkeit in diesem schnellen Finale in der Höhenluft von Nairobi.

Äthiopiens Ehre rettete im 10.000-m-Finale die Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba. Sie gewann souverän in 31:51,39 Minuten vor ihrer Landsfrau Meselech Melkamu (31:55,50) und der Weltmeisterin von Berlin, Linet Masai (Kenia/31:59,36).

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