ISTAF in Berln

Kenenisa Bekele meldet sich mit Sieg zurück

Weltrekordler und Olympiasieger Kenenisa Bekele hat sich mit einem Sieg beim ISTAF zurückgemeldet.

ISTAF in Berlin

Kenenisa Bekele hieß der 5.000-m-Sieger beim Berliner ISTAF.

Der Äthiopier Kenenisa Bekele gewann am Sonntagnachmittag beim AF Golden League-Auftakt in Berlin den 5.000-m-Lauf in 13:00,76 Minuten. Dadurch ist er einen Tag nach seinem 27.Geburtstag im Rennen um den Jackpot von einer Million Dollar. Athleten, die bei allen sechs AF Golden League-Meetings jeweils ihre Disziplin gewinnen, partizipieren an der Dollar-Million.

Allerdings wirkte Kenenisa Bekele bei seinem ersten 5.000-m-Rennen seit Ende August 2008 noch nicht so souverän wie im vergangenen Jahr. Die angepeilte Meeting-Rekordzeit von unter 12:50 Minuten wurde beim DKB-ISTAF vor 63.896 Zuschauern im Berliner Olympiastadion deutlich verpasst. Durch das etwas langsamere Tempo war allerdings in der letzten Runde noch viel Spannung im Rennen, denn Bekele ging an der Spitze liegend mit vier Konkurrenten im Nacken auf die letzten 400 Meter.

Auf der Zielgeraden erwies sich allerdings Kenenisa Bekele als nicht zu schlagen. Kontrolliert rannte er an der Spitze und wehrte den Angriff der vier hinter ihm laufenden Kenianer ab. Abraham Chebii wurde Zweiter in 13:01,08 Minuten, Micah Kogo belegte Rang drei mit 13:01,30 und Vincent Chepkok kam als Vierter ins Ziel (13:01,35).

Für Kenenisa Bekele war es der erste Sieg seit einem 3.000-m-Rennen am 31. August in Gateshead (England). Diese ungewohnte Durststrecke des Äthiopiers erklärt sich mit einem Ermüdungsbruch im Fuß, den er während eines 15-km-Laufes in Holland im November 2008 erlitt. Dadurch konnte Bekele im Winter weder in der Halle noch im Cross an den Start gehen. Beim Meeting in Hengelo am 1. Juni hatte er über 1.500 m aufgegeben. Doch jetzt scheint Kenenisa Bekele wieder im Aufwärtstrend zu sein.

Ein hochkarätigeres Ergebnis gab es im 1.500-m-Rennen der Männer beim DKB-ISTAF. Hier gewann der Kenianer Augustine Choge in der Jahresweltbestzeit von 3:29,47 Minuten vor seinem Landsmann Haron Keitany (3:30,20). Dritter wurde mit William Biwott (3:32,34) ein weiterer Kenianer. Der 22-jährige Choge, der 2006 bereits bei den Commonwealth Games 5.000-m-Gold gewonnen hatte, rückte in Berlin in der Liste der schnellsten Läufer aller Zeiten immerhin auf Rang 13 vor. Dabei verpasste er den 24 Jahre alten ISTAF-Rekord von Said Aouita lediglich um eine Hundertstelsekunde. Der Marokkaner hatte 1985 in Berlin mit 3:29,46 einen Weltrekord aufgestellt.

Das 1.500-m-Rennen war jedoch auch aus deutscher Sicht erfolgreich, denn als Fünfter steigerte sich Stefan Eberhardt (LC Erfurt) auf beachtliche 3:33,92 Minuten. Damit stieg der 23-Jährige auf zum achtschnellsten deutschen 1.500-m-Läufer aller Zeiten. Eberhardt verbesserte seine bisherige Bestzeit (3:37,10) gleich um gut drei Sekunden und lief die schnellste Zeit eines Deutschen seit zwölf Jahren. 1997 waren Dieter Baumann (3:33,51) und Rüdiger Stenzel (3:33,60) noch etwas schneller als der Thüringer. Ebenfalls eine persönliche Bestzeit erreichte Carsten Schlangen (LG Nord), der als Zehnter 3:34,60 Minuten lief. Beide sind damit für die WM qualifiziert, die in zwei Monaten ebenfalls in Berlin stattfinden wird.

Eine Fotoreportage mit weiteren Informationen zum ISTAF in Berlin finden Sie hier.

Text: race-news-service.com
Foto: Claus Dahms