Diamond League-Finale

Kenenisa Bekele meldet sich in Brüssel zurück

Kenenisa Bekele gewann beim Diamond League-Finale in Brüssel die 10.000 m in der Jahresweltbestzeit von 26:43,16 Minuten.

Kenenisa Bekele beim Diamond League-Finale in Brüssel

Kenenisa Bekele beim Rennen in Brüssel.

Bild: photorun.net

Kenenisa Bekele hat sich beim letzten großen Leichtathletik-Meeting der Saison zurückgemeldet: Der äthiopische Weltrekordler und Olympiasieger gewann beim Diamond League-Finale in Brüssel die 10.000 m in der Jahresweltbestzeit von 26:43,16 Minuten vor dem Kenianer Lucas Rotich (26:43,98) und Galen Rupp (USA), der mit 26:48,00 einen Amerika-Rekord aufstellte.

Bei den Weltmeisterschaften in Daegu war vor knapp drei Wochen seine außerordentliche Siegserie zu Ende gegangen. Zwölf 10.000-m-Rennen war Kenenisa Bekele zuvor in seiner Karriere gelaufen – alle hatte er gewonnen, darunter auch zweimal bei Olympischen Spielen (2004 und 2008). Doch im 13. Lauf über die 25 Runden ging diese Serie bei der WM zu Ende. „Ich war nicht fit, aber ich bin froh, dass ein Äthiopier gewonnen hat“, erklärte Kenenisa Bekele, nachdem er nach zehn Runden ausgestiegen war. Über 5.000 m trat der Titelverteidiger nicht mehr an.

Doch in Brüssel meldete sich Bekele, der zwischen Januar 2010 und August 2011 verletzungsbedingt kein Rennen hatte laufen können, wieder zurück. „Es wird ein hartes Rennen. Daher kann ich nicht sagen, ich werde gewinnen. Aber ich werde mein Bestes geben und wir werden sehen, wie weit ich damit komme. Wenn ich eine schnelle Zeit erreiche, wäre ich froh“, hatte Kenenisa Bekele vor dem Start gesagt.

In dem schnellen Rennen, in dem er übrigens der einzige Äthiopier war, hielt sich Kenenisa Bekele lange Zeit zurück. Auf den letzten zwei Runden entwickelte sich dann ein Dreikampf. Zunächst übernahm Lucas Rotich die Spitze, verfolgt von dem famos laufenden Galen Rupp und Kenenisa Bekele. Als es in die letzte Runde ging, hing Bekele zwei Schritte hinter Rotich und drei vor Rupp. Dann zog Bekele am Kenianer vorbei, doch Rotich hielt bis auf die Zielgeraden noch gegen.

„Ich konnte seit Daegu gut trainieren und vor allem ohne Schmerzen“, erklärte Kenenisa Bekele später. „Vor sechs Monaten wog ich 15 Kilo mehr und vor 16 Monaten hatte mich meine Frau überreden müssen, meine Karriere nicht aufzugeben – jetzt habe ich dieses fantastische Resultat erreicht.“

„Wenn ich gesund bleibe und verletzungsfrei, werde ich in London bei Olympia 2012 in wesentlich besserer Form sein“, sagte der 29-jährige Bekele und fügte mit Blick auf den Briten Mo Farah, der in Daegu über 5.000 m Gold und über 10.000 m Silber gewonnen hatte, hinzu: „Das soll keine Warnung an Mo Farah sein. Er hat eine Goldmedaille und eine schnelle Zeit – das ist viel mehr wert. Ich war überrascht, wie stark er bei der WM war. Er hat sich enorm verbessert.“

Kenenisa Bekele, der Doppel-Weltmeister von Berlin 2009, erklärte in Brüssel aber auch: “Ich bin nicht mehr so hungrig, dass ich jeden Titel gewinnen will – aber ich will immer noch Geschichte schreiben. Deswegen macht mir das tägliche Training nach wie vor großen Spaß.“