Great North Run 2014

Keitany bricht Radcliffe-Rekord, Mo Farah gewinnt knapp

Beim Great North Run in Newcastle, einem der bedeutendsten Halbmarathons der Welt, wurde zum ersten Mal bei einem Lauf der millionste Teilnehmer registriert. Es gewannen Mo Farah und Mary Keitany.

Mary Keitany

Mary Keitany meldete sich in der Weltspitze zurück.

Bild: photorun.net

Mary Keitany hat sich mit einem sensationellen Rennen beim Great North Run in der Weltspitze zurückgemeldet. Die 32-jährige Kenianerin lief in ihrem zweiten Wettkampf nach einer Babypause 65:39 Minuten über die Halbmarathondistanz. Dies ist die zweitschnellste je gelaufene Zeit über die 21,0975-km-Distanz. Der Weltrekord der Kenianerin Florence Kiplagat steht bei 65:12 Minuten. Mary Keitany brach beim Great North Run zudem den elf Jahre alten Streckenrekord der britischen Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe um eine Sekunde.

Während das erwartete Duell zwischen Mary Keitany und Tirunesh Dibaba ausfiel, da die äthiopische 10.000-m-Olympiasiegerin unter einer Lebensmittelvergiftung litt, sicherte sich die Britin Gemma Steel mit einer persönlichen Bestzeit von 68:13 Minuten überraschend Rang zwei. Dritte wurde die Marathon-Olympiasiegerin Tiki Gelana (Äthiopien) mit 68:45.

Bei sehr guten Wetterbedingungen sorgte Mo Farah für den ersten britischen Sieg im Männerrennen seit 1985. Der Doppel-Europameister, - Weltmeister und Olympiasieger gewann in 60:00 Minuten ganz knapp vor dem zeitgleichen Mike Kigen (Kenia) und dem Marathon-Olympiasieger Stephen Kiprotich (Uganda/61:35).

Great North Run ist erster Lauf, der die Millionenmarke knackt

Aufgrund der Punkt-zu-Punkt-Strecke, die von Newcastle nach South Shields führt, können Zeiten vom Great North Run nicht als offizielle Rekorde anerkannt werden. Rund 57.000 Läufer hatten für das Rennen gemeldet, das in seiner Geschichte nunmehr über eine Million Läufer im Ziel registrierte. Die Britin Tracy Cramond war die millionste Läuferin am Sonntag.

Mary Keitany, die in diesem Jahr lediglich ein 10-km-Rennen in Ottawa im Mai gelaufen war und dort in 31:22 Minuten gewonnen hatte, machte das Rennen von Beginn an schnell. Nach drei Kilometern konnte ihr nur noch Tiki Gelana folgen – allerdings auch nicht mehr lange. Als Keitany die 10-km-Marke in 31:16 Minuten passierte, lag die Marathon-Olympiasiegerin drei Sekunden zurück. Keitany lief fortan ein famoses High-Speed-Rennen auf einer welligen Strecke. Die 25-km-Weltrekordlerin (1:19:53 Stunden) erreichte den 15-km-Punkt in 46:33 Minuten – schneller war über diese Strecke überhaupt nur eine Läuferin: Tirunesh Dibaba hält den Weltrekord mit 46:28. Die 20-km-Marke passierte Keitany dann in 62:23 Minuten – auch das ist die zweitschnellste Zeit aller Zeiten.

Es wurde dann ganz knapp mit dem Streckenrekord von Paula Radcliffe, die als Ko-Kommentatorin für die BBC arbeitete. Zunächst sah es so aus, als hätte Keitany den Radcliffe-Rekord von 65:40 eingestellt. Doch die offizielle Zeit war schließlich eine Sekunde schneller. „Ich freue mich sehr über die Zeit und den Streckenrekord in meinem ersten Marathon nach der Schwangerschaft“, sagte Mary Keitany. „Der Rekord war kein erklärtes Ziel. Als es gut lief, bin ich einfach noch etwas schneller gerannt.“

Die Britin Gemma Steel arbeitete sich weit hinter Mary Keitany noch bis auf Rang zwei vor. Nach knapp 15 km hatte sie Tiki Gelana überholt und erreichte schließlich das Ziel in einer persönlichen Bestzeit von 68:13 Minuten – erstmals blieb sie unter 70 Minuten. „Ich glaube, dieses Rennen heute hat mich auf den Weg gebracht zu einem Marathon-Debüt“, sagte Steel.

Farah und Kigen liefern sich in Newcastle ein packendes Rennen

Im Rennen der Männer bestimmten Mike Kigen und Mo Farah – die zeitweilig in Kenia zusammen trainieren – von Beginn an das Tempo. „Wir hatten uns abgesprochen und wollten mit einem schnellen Tempo die anderen frühzeitig hinter uns lassen“, erklärte Farah später. Marathon-Olympiasieger Stephen Kiprotich (Uganda) verlor nach 8 km den Kontakt, sein Landsmann Thomas Ayeko zwei Kilometer später. Nachdem sie die 10-km-Marke in 28:19 Minuten passiert hatten, lagen Kigen und Farah alleine an der Spitze. Mehrmals hatte bis zum letzten Kilometer der Kenianer dann einen kleinen Vorsprung von drei bis vier Metern, doch jedes Mal konnte der Brite die Lücke wieder schließen.

Erst 600 Meter vor dem Ziel ging Farah schließlich an Kigen vorbei und konnte den knappen Vorsprung gerade so verteidigen. Es war der erste britische Sieg bei diesem Rennen seit Steve Kenyon 1985. „Mike hat mich getestet, er war stark“, sagte Mo Farah, für den es das letzte Rennen der Saison war. „Ich hatte mir heute noch etwas für den Schluss aufgehoben, aber ich hätte nicht viel schneller laufen können.“ Immerhin erreichte Farah, der im vergangenen Jahr bei diesem Rennen im Spurt gegen Kenenisa Bekele verloren hatte, auch noch eine persönliche Bestzeit.

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