US-Laufveranstalter Competitor

Kein Geld mehr für Topathleten

Die Competitor Group organisiert in Nord-Amerika viele bedeutende Straßenrennen. Jetzt hat der Laufveranstalter sein Engagement im Spitzensport beendet.

Rock ’n’ Roll-Halbmarathon

Noch am vergangenen Sonntag startete ein Elitefeld beim Rock ’n’ Roll-Halbmarathon von Virginia Beach.

Bild: photorun.net

Einer der größten Laufveranstalter der Welt, die US-amerikanische Competitor Group, hat, bezogen auf den amerikanischen Raum, mit sofortiger Wirkung sein Engagement im Spitzensport beendet. Wie der amerikanische Laufsport-Newsletter „Race Results Weekly“ berichtet, teilten die Veranstalter diversen Managern mit, dass es ab sofort kein Budget mehr für die Eliteathleten geben würde. Die Competitor Group organisiert in Nord-Amerika 38 große, internationale Straßenrennen.

In den letzten Jahren begann die Gruppe damit, ihr Engagement auch auf Europa auszudehnen. Der Madrid-Marathon und der stets hochklassig besetzte Lissabon-Halbmarathon im Frühjahr wurden von Competitor übernommen. Auch in Deutschland versuchte die Competitor Group Fuß zu fassen, was aber bisher noch nicht gelungen ist. Es heißt zwar, dass es bei den europäischen Rennen weiterhin Spitzensport geben würde – doch wird nun sicherlich spekuliert, wie lange entsprechende Budgets noch zur Verfügung stehen.

Die Entscheidung der Competitor Group dürfte international für Erstaunen, Enttäuschung und Unverständnis sorgen. Ohne hochklassigen Spitzensport verliert ein Straßenrennen in der Regel enorm an Medieninteresse, und Fernsehübertragungen dürften sich kaum noch realisieren lassen. Beides führt dann schnell zum Verlust von Sponsoren, was wiederum die komplette Veranstaltung gefährden kann.

Wie „Race Results Weekly“ berichtet, wurde die Competitor Group erst im November 2012 von einem Investment-Fonds (Falconhead Capital) an einen anderen Fonds (Calera Capital) weiterverkauft. Möglicherweise ist der Eigentümerwechsel der Grund für den radikalen, plötzlichen Schritt. Die Competitor Group hat ihren Ursprung im Rock ’n’ Roll-Marathon San Diego, der 1998 zum ersten Mal stattfand. Im Laufe der Jahre wurden zunächst in den USA immer mehr große Rennen mit fünfstelligen Teilnehmerzahlen gestartet beziehungsweise übernommen.

Noch am vergangenen Sonntag startete ein Elitefeld beim Rock ’n’ Roll-Halbmarathon von Virginia Beach (US-Bundesstaat Virginia). Bei hohen Temperaturen gewann der Kenianer Henry Rutto in 64:21 Minuten. 15.000 Läufer waren am Start. Ob in knapp zwei Wochen beim traditionell sehr gut besetzten Halbmarathon in Philadelphia noch Eliteläufer am Start stehen werden, ist ungewiss. Die Competitor Group hat den Managern der bereits eingeladenen Athleten mitgeteilt, dass die Kosten für bereits bezahlte Tickets erstattet werden. Das zugesagte Startgeld wollen die Veranstalter jedoch nicht mehr zahlen.

Bei den verschiedenen Rennen – meist sind es Halbmarathon- und Marathonläufe – gingen immer wieder US-Stars wie Ryan Hall oder Kara Goucher an den Start. Außerdem wurden regelmäßig internationale Topstars verpflichtet, zum Beispiel die 5.000-m-Olympiasiegerin Meseret Defar (Äthiopien) oder auch Doppel-Olympiasieger Mo Farah (Großbritannien). Vor allen Dingen über die Halbmarathondistanz gab es bei Rennen der Competitor Group Weltklasse-Resultate.

Blog: Lauflabor

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