2 Jahre Sperre drohen

Jolanda Ceplak mit EPO gedopt

Jolanda Ceplak, die Hallen-Weltrekordhalterin über 800 m, wurde positiv auf EPO getestet.

Joland Ceplak

Jolanda Ceplak

Bild: Claus Dahms

Jetzt haben die Doping-Schlagzeilen auch die Leichtathletik erreicht. Die Slowakin Jolanda Ceplak wurde bei einer unangemeldeten Kontrolle in ihrem derzeitigen Wohnsitz Monaco positiv auf EPO getestet. Der 30-Jährigen droht nun eine zweijährige Sperre.

Die slowenische Läuferin erhielt zur Zeit des Europacups in München am 23. und 24. Juni in Monaco einen unangekündigten Besuch von Anti-Doping-Kontrolleuren des Fürstentums. Sowohl die A- als auch die B-Probe konnte im Blut der Leichtathletin EPO nachweisen. Nun droht der Läuferin eine Sperre von zwei Jahren.

Die 30-Jährige stellte am 3. März 2002 einen neuen Hallenweltrekord über 800 Meter mit 1:55.82 Minuten auf. Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 errang die Slowenin Bronze.

Helmut Stechemesser, der Trainer von Jolanda Ceplak, verfügt über noch keine genaueren Informationen zum Dopingfall um seine Athletin: "Weder Jolanda noch das Management haben mich informiert. Ich kenne die genaueren Umstände noch nicht, ich habe noch nichts gehört. Es hat mich natürlich sehr überrascht", sagte der Deutsche gegenüber der Presseagentur APA. Viel gäbe es dazu nicht zu sagen. "Zwei Proben sind positiv. Positiv ist positiv."

Er habe Ceplak das letzte Mal im März bei den Hallen-Europameisterschaften in Birmingham persönlich getroffen. "Die Zusammenarbeit basiert viel übers Telefon, oder E-Mail, beim Training bin ich nicht dabei, sie teilt mir mit, wie es verläuft. Sie arbeitet sehr selbstständig", sagte Stechemesser, der auch Trainer von Österreichs bester Marathonläuferin, Susanne Pumper, ist.

Jolanda Ceplak wurde nach ihren Angaben offiziell noch nicht informiert. "Ich plane weiter, am Wochenende in Nova Gorica anzutreten", wurde die 30-Jährige von der slowenischen Nachrichtenagentur STA zitiert.

Die Athletin gab in der Heimat eine Pressekonferenz und beteuerte ihre Unschuld. "Ich dementiere auf das Entschiedenste, irgendwelche unerlaubten Substanzen genommen zu haben. Ich werde alles daran setzen, meine Unschuld in dieser Angelegenheit zu beweisen. Meine einzige Information in diesem Fall ist die Meldung auf der IAAF-Internetseite", wird Ceplak von dpa zitiert.

Stephanie Graf, die 2002 ihren Hallenweltrekord über 800 Meter an Ceplak verlor, appellierte nach dem Dopingfall an das Gewissen der Athleten und Athletinnen. Im Interview mit "Radio Kärnten"-Redakteur Bernhard Primosch erklärte Österreichs ehemaliges Sport-Idol: "Erstens tut es mir natürlich für Jolanda leid, dass sie sich in diese Situation gebracht hat. Zweitens ist das bestimmt nichts Gutes für die Leichtathletik."

2002 hatte Ceplak der Kärntenerin Graf den EM-Titel vor der Nase weggeschnappt. Auf ihre nach der EM 2002 getätigte Aussage angesprochen, wonach es ihr "spanisch" vorgekommen sei, dass es so eine sprunghafte Leistungsentwicklung gegeben habe, meinte Graf am Donnerstag: "Im ersten Zorn sagt man natürlich Dinge, die dann überzogen sind. Wenn man die ganzen Bestleistungen vergleicht, war es bei Jolanda so, dass sie sehr lang konstant eine Zeit gelaufen ist. Wenn man sich im Sport auskennt, weiß man, dass irgendwann ein größerer Sprung kommt, wenn man in allen Lebenslagen solche Zeiten erreichen kann wie sie. Es war ein fairer Wettkampf und ist mittlerweile fünf Jahre her. Es wäre naiv, die eine Situation mit der anderen in Verbindung zu bringen."