Fionnuala Britton

Irin will afrikanische Dominanz brechen

Fionnuala Britton ist bei den Cross-Weltmeisterschaften im polnischen Bydgoszcz Europas Hoffnung gegen die Afrikaner.

Fionnuala Britton

Fionnuala Britton könnte auch bei den Cross-Weltmeisterschaften eine gute Rolle spielen.

Bild: photorun.net

Der Kampf der beiden großen Lauf-Nationen, Kenia gegen Äthiopien, wird sich auch bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften im polnischen Bydgoszcz fortsetzen. Am Sonntag kann den Afrikanern dabei nicht einmal ein Mo Farah in die Quere kommen, denn der britische 5.000- und 10.000-m-Olympiasieger steht nicht auf der Startliste. Während bei den Männern mit Imane Merga der äthiopische Titelverteidiger laufen wird, ist bei den Frauen die Kenianerin Vivian Cheruiyot, die 2011 die Goldmedaille gewann, nicht dabei. Hier gibt es mit Fionnuala Britton (Irland) eine europäische Hoffnung. Bei den Cross-Weltmeisterschaften 2010 und 2011 waren im Gegensatz zu den Jahren zuvor die Kenianer und nicht die Äthiopier die großen Sieger. 2010 gewannen sie alle vier Einzel-Titel, 2011 immerhin drei. Die Crosslauf-Weltmeisterschaften werden im Gegensatz zu früheren Jahren nun nur noch alle zwei Jahre veranstaltet.

Obwohl die Titelkämpfe im Nachbarland Polen stattfinden, sind deutsche Läufer nicht dabei. Jene, die für einen Start in Frage gekommen wären, haben andere Pläne. Das Crosslaufen hat für die deutschen Spitzenläufer nach wie vor nicht den Stellenwert, der angemessen wäre.

Dass Imane Merga zur Titelverteidigung antreten kann, war keine Selbstverständlichkeit. Denn der 24-Jährige hatte sich eigentlich nicht für das äthiopische Team qualifiziert. Bei dem Ausscheidungsrennen gab Imane Merga auf. Doch die Funktionäre nominierten den Mann, der vor zwei Jahren im spanischen Punta Umbria mit seinem Sieg die Ehre der Äthiopier gerettet hatte, trotzdem für Bydgoszcz. Er habe sich nach hartem Training müde gefühlt und sei deswegen aus dem Rennen gegangen, erklärte der Cross-Weltmeister. Imane Merga zeigte sich mit Blick auf das 12-km-Rennen bei der WM durchaus optimistisch. „Das Training lief sehr gut und ich fühle mich stark. Ich bin zuversichtlich und motiviert und will meinen Titel verteidigen“, erklärte Imane Merga.

Zu beachten sein wird in Bydgoszcz sicherlich auch der Sieger des äthiopischen Ausscheidungsrennens: Feyisa Lilesa ist der Marathon-WM-Dritte von 2011. Der 23-Jährige steigerte sich im vergangenen Oktober beim Chicago-Marathon als Zweiter auf die Weltklassezeit von 2:04:52 Stunden. Zum Aufgebot Äthiopiens zählt auch Tariku Bekele, der Bruder des früheren Cross-WM-Seriensiegers Kenenisa Bekele.

Die Äthiopier werden sich vor allen mit Kenias neuester Crosslauf-WM-Hoffnung auseinandersetzen müssen: Philemon Rono siegte überraschend bei den kenianischen WM-Trials in Nairobi. Der 22-Jährige, der im vergangenen Jahr den Paderborner Osterlauf (Halbmarathon) in 60:58 Minuten gewonnen hatte, wird in Polen am Sonntag erstmals im Nationaltrikot starten. Ebenfalls zu beachten ist sicherlich Ronos Landsmann Geoffrey Kipsang, der bei den Trials zwar die Qualifikationsplätze verpasst hatte, jedoch im vergangenen Monat Weltklasseform zeigte. Er gewann den Ras Al Khaimah-Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten in 58:54 Minuten.

Für das 8-km-Rennen der Frauen müssen die Äthiopier auf ihre Beste verzichten: 10.000-m-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba wurde nominiert, obwohl sie in dieser Saison kein Crossrennen gelaufen war. Doch dann stoppte sie eine Schienbeinverletzung. Bei Äthiopiens Trials war später eine andere souverän zum Sieg gelaufen: Hiwot Ayalew.

In Kenias Team fehlen mit Vivian Cheruiyot und Linet Masai die Gold- und Silbermedaillengewinnerinnen der Cross-WM 2011. Das nationale Ausscheidungsrennen hatte Margaret Muriuki knapp vor Irene Cheptai und Janet Kisa für sich entschieden. Gespannt sein darf man auf Fionnuala Britton. Die Irin, die im Dezember ihren Cross-EM-Titel auf eindrucksvolle Weise verteidigt hatte, hat in Bydgoszcz wohl die besten Chancen, in die kenianisch-äthiopische Dominanz einzubrechen.

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