Leserreporterin Christina Otte

Im Zehnerteam beim 24-h-Lauf in Rodgau

Christina Otte startete zusammen mit ihren neun Mitstreitern als Team "Bunter Haufen" beim 24-h-Lauf in Rodgau.

Leserreporter Christina Otte

Zu Beginn des 24-h-Laufs in Rodgau war der "Bunte Haufen" noch unvollständig. Die beiden Fehlenden stießen später dazu.

Bild: Privat

Fast ein Jahr lang darauf hin gefiebert – und schon ist es wieder vorbei: der 24-Stunden-Lauf in Rodgau/Dudenhofen am 12. und 13. September 2015. Was soll ich sagen? Es war einfach klasse!

Pünktlicher Aufbruch um 6.00 Uhr früh

Pünktlich um sechs Uhr stand der zweite Wagen unserer Reisegruppe vor der Tür und es konnte – nach "ach, ich geh dann doch noch mal ..." des einen oder der anderen – losgehen. Nach zwei Stunden Autofahrt durch ein nebliges Tal nach dem anderen kamen wir in Rodgau an. Noch war alles grau in Rodgau. Solange es nicht regnete, sollte uns alles recht sein.

Leider war es die Tage vorher recht feucht, sodass wir beim Bezug unseres Schlafzeltes schnell herausfanden, dass wir eine Bodenplane für die Isomatten vergessen hatten. Zum Glück war direkt gegenüber unseres Zeltes unser Pavillon, und wir ergatterten eine vom Veranstalter gestellte Bierzelt-Garnitur.

Angekündigte Hitze bleibt noch aus

Noch immer war der Himmel grau: Wo ist die Hitze, die die verschiedenen Apps, Radio- und TV-Berichte vorhersagten? Bei mir machte sich Erleichterung breit – denn wer rennt schon gerne (im Kreis), wenn die Temperatur deutlich über 21°C ist? Irgendwann trudelten auch unsere "Ortsansässigen" Sandra und Sören ein. Nur eine unserer Starterinnen stand leider noch im Stau. Ruhe und Gelassenheit wichen langsam der Nervosität. Vormittags holten wir Leibchen und den Staffelstab ab sowie die Getränke: Mineralwasser, Schorlen und Malzbier.

Der Start um 12.00 Uhr rückte näher. Irgendwie schien es unwirklich – so lange haben wir auf diesen Tag hingearbeitet. Und jetzt ist er da: der Tag, an dem wir uns zu zehnt über die 400-Meter-Runden jagen wollten. Jetzt ist es soweit.

"Wir waren hier, um als Team die 24 Stunden zu rocken"

Kurze Verwirrung am Start: ist das die richtige Richtung? Steht das Zielbanner dafür nicht falsch herum? Egal. Die Sonne brannte mittlerweile und ich wusste, diese zwei Stunden werden hart. Unsere Strategie: mein Vierer aus Carsten, Lisa, Ida und mir rennt die ersten zwei Stunden im "Zwei-Runden-Rhythmus". Das bedeutet für jeden, 800 Meter flitzen, kurze Pause zum Regenerieren und ab geht’s wieder! Die rote Asche staubte, setzte sich zuerst in den Schuhen, dann in den Socken und später bei der einen oder anderen auch in der Lunge fest. Meine optimalen Bedingungen sehen eindeutig anders aus. Aber ich ließ mich nicht unterkriegen! Wir waren hier am Start, um als Team die 24 Stunden zu rocken, nicht um die Wertung zu gewinnen. Irgendwann begann der Veranstalter, die Bahn zu bewässern. Dies war eine feine Idee, holte sich doch der eine oder andere Teilnehmer auch eine persönliche Dusche ab. Doch kam die Brause bei der 200-m-Markierung an, waren die ersten 100 Meter schon wieder ebenso staubig wie zu Beginn.

Mein Fazit der ersten zwei Stunden: 6,4 Kilometer in 42:57 Minuten bei einer Herzfrequenz von durchschnittlich 176 Schlägen pro Minute. Mehr war nicht drin. Nicht nach drei Wochen Trainingspause, schon gar nicht bei dieser Hitze. Dennoch hat es echt Spaß gemacht! Unsere Zeit ist rum. Ab unter die Dusche! Um diese Zeit waren die Duschen noch warm, der Boden mit Schlappen begehbar. Leider spielten später Wetter und Putzplan gegeneinander. Als ich nach meiner Nachtschicht unter die heiße Dusche hüpfen wollte, gab es weder heißes Wasser noch einen Flecken Boden, der nicht sandig oder matschig war und man höllisch aufpassen musste, dass einem nichts auf den Boden fiel. Auch nach meiner Morgen-Runde war es nicht besser, so dass ich das erneute Duschen auf daheim verschob. Zum Glück saßen in meinem Auto ja auch nur andere Läufer.

Schlemmen in der Pause

Nach der ersten Laufschicht zurück am Pavillon, unserer Basis. Der Ort der Staffelstab-Übergabe und des wollüstigen Schlemmens. Ja, schlemmen! Denn immer wieder hörte man aus unserem und dem Nachbarszelt des Vegan Runner Teams Sätze wie diesen: "Ich weiß nicht, ob ich hier mehr laufe oder esse. So viele leckere Sachen! Das ist doch Wahnsinn!" Zum einen lag es an den mitgebrachten Kuchen und Muffins einzelner Starter, aber zum allergrößten Teil verdankten wir die "Rundum-Sorglos-Verpflegung" dem Bioladen. Bereits im letzten Jahr genossen die beiden veganen Teams den Service eines extra Verpflegungs-Bereiches im großen Mannschaftszelt. Das fand ich schon echt klasse. Dieses Jahr wurde die Verpflegung noch einmal optimiert. Ich bin bei noch keiner Veranstaltung so gut verpflegt worden.

Doch eigentlich sind wir ja zum Laufen hier. Die Zeit bis zum nächsten Einsatz verging wie im Flug: Duschen, Essen, die nun endlich angekommene Christiane vernünftig begrüßen, etwas Luft holen und mit den anderen Plaudern.

Auf in die zweite Runde

Der Plan war folgender: Jeder Erwachsene läuft 30 Minuten, dazwischen je zwei Runden von Ida im Sprint. Er ging auf. Und es lief! Vor allem näherte sich das Wetter immer mehr dem optimalen Laufwetter an: der Himmel bezog sich, hin und wieder tröpfelte es. Perfekt! Vier Kilometer in 30:31 Minuten bei einer Herzfrequenz von 166 ist okay.

Bier ist eben doch viel mehr Grundnahrungsmittel (für Läufer) als Wasser. Ganz sicher. Ab 18 Uhr war wieder der andere Team-Teil am Start. Ich hatte Zeit zu beobachten, mit dem Besuch zu quatschen, ein bisschen die Beine hochzulegen. Was macht man nur in der ganzen toten Zeit? Diese Warterei war eine meiner größten Sorgen in der Vorbereitung, deswegen bestand ich auf die Bildung zweier interner Teams. Aber auch, um jedem ein festes Fenster für den notwendigen Nachtschlaf zu bieten. Im Nachhinein eine gute Wahl!

In der lauffreien Zeit konnte man den anderen Teams zuschauen, den Bands auf der Bühne zuhören, Cocktails trinken oder eben schlafen. Um 20.37 Uhr war mein Start für die letzten Runden an diesem Tag: vier Kilometer in 30:18 Minuten, Herzfrequenz bei 168.

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