Leser-Reporter Martin Kreitzberg

Im Regen quer durch Düsseldorf

Leser-Reporter Martin Kreitzberg kommt immer näher an sein Ziel: sieben Marathons will er 2014 laufen, bevor er den in New York erzwingen will. Sein dritter Stopp war Düsseldorf.

Martin Kreitzberg beim Düsseldorf-Marathon 2014 - Fotos

Der dritte von sieben Marathons mit Ziel New York steht an. Auf den Marathon in Düsseldorf hatte ich mich schon sehr gefreut, besonders wegen des Wetters. Aber natürlich musste es regnen. Zwar nicht stark, dafür aber andauernd. Zuschauer waren zwar da, aber bei weitem nicht so viele wie im Vorjahr, bestimmt nur 200.000 statt den 500.000, die letztes Jahr dabei waren. Ich kann jedoch jeden verstehen, der bei dem Wetter lieber zuhause geblieben ist. Umso mehr danke ich denjenigen, die an der Strecke des Düsseldorf-Marathons mit Bier, Bananen und Rollerunterstützung vertreten waren und den verrückten Marathonis entsprechend Respekt brachten.

Die Düsseldorf 2014 "Singing in the Rain" Geschichte

Marathon laufen heißt früh aufstehen. In Düsseldorf wird um 9 Uhr gestartet und so hieß es, um 6.30 aufstehen, anziehen, Rucksack packen und frühstücken, danach zur Bahn und von dort ging es zum Start des Düsseldorf-Marathons.

Meine Freunde Nina und Nico waren Erstläufer; ich hatte versprochen, die beiden ins Ziel zu bringen, was für diesen Lauf eigentlich für mich hätte gelten sollen, aber davon später mehr. Am Start des Düsseldorf-Marathons trafen wir viele bekannte Läufer, mit denen wir Köln und vorherige Läufe aus dem Frühjahr gerockt hatten. Start zum Düsseldorf-Marathon im Regen. Wir fanden aber den Regen überhaupt nicht störend und er wurde im Laufe des Marathons auch weniger. So kam gegen 12 Uhr sogar die Sonne. Ich glaube, und das kann ich auch für Nico und Nina sagen, dass wir während des Düsseldorf-Marathons viel Spaß hatten. Wir liefen unsere Kilometerzeiten, waren alle gut in der Zeit und fühlten uns die meiste Zeit gut.

Durch die nassen Straßen von Düsseldorf, ging es für die vielen Bewerber beim Düsseldorf-Marathon 2014.

Bild: Martin Kreitzberg

Singend bis zum Ziel

Bei Kilometer 12 standen meine lieben Freunde, die Vossens. Es gab das obligatorische Bier und die Banane zur Stärkung. Vielen Dank dafür, ich weiß nicht, was ich ohne das Bier machen würde, und die Banane ist auch in Ordnung. Habe ich an Nina weitergegeben. Voller Elan weiter noch 30 Kilometer.

Da ich meine Marathons mit musikalischer Begleitung laufe, kommt es ab und zu vor, dass ich laut vor mich hinsinge. So natürlich auch beim Düsseldorf-Marathon. Meine Stimme ist so glockenhell, ich könnte in jedem Chor die Getränke bringen und die Notenständer mit den Texten aufbauen und dann den Raum verlassen. Nina und Nico können davon ein Lied singen. Aber dass mir wegen meiner Sangeskunst Prügel angedroht wird, das hatte ich noch nie erlebt - man lernt nicht aus. Die Herrschaften liefen nun langsamer, warum weiß ich nicht. Aber wir haben die beiden – Mann und Frau – nicht wieder gesehen. Nachdem auch diese Hürde gemeistert war, ging es bei Kilometer 30 so langsam wieder zurück in die Innenstadt.

Trotz Knieschmerzen kämpfte ich weiter

Da fing es an, mein Knie. Erst leichte Schmerzen und bei Kilometer 36 standen meine Frau und Ben mit Roller. Meine Frau zu mir: Hey, du siehst ja heute gut aus, und ich dachte, tu ich das sonst nicht? Ich berichtete von meinen Knieschmerzen und dann ging es weiter, Ben rollerte zur Unterstützung mit bis Kilometer 39, wo meine liebe Frau stand, die Ben in Empfang nahm. Meine Schmerzen waren jetzt unerträglich. Ich konnte das Knie nicht richtig knicken, sodass ich die letzten drei Kilometer des Düsseldorf-Marathons ging oder mich auf Bänke setzen musste.

Einen zusätzlichen Schub verlieh mir eine Bratwurst, die man mir aber nicht wirklich freiwillig geben wollte. Auf der Kö war wie jedes Jahr auf der linken Seite eine Grillstation aufgebaut, bei der drei Euro für eine Bratwurst verlangt wurden. Ich schau mich um – Kameras in der Nähe – fühl mich ein wenig auf den Arm genommen. Ruhig wie ich nach 40 Kilometer war, sage ich ihm: "Weißt du – dass du hier stehst, hast du uns Läufern und mir zu verdanken. Wir reißen uns den Arsch auf, damit du deine Wurst verkaufen kannst an all die Zuschauer, die ohne uns nicht hier wären, und jetzt willst du drei Euro für ne Wurst. Ich fass es nicht!" Von hinten kam auf einem lautes Rufen – wahrscheinlich Cheffe – "Gib ihm ne Wurst!“ Na geht doch, warum nicht gleich los.

Unter fünf Stunden ins Ziel – die große Erleichterung

Mit der Wurst im Mund ging es die letzten 1,5 Kilometer gehend und essend in Richtung Düsseldorfer Landtag, ab da wollte ich versuchen laufend ins Ziel zu kommen. Nina und Nico waren nämlich in 4:37 (große Leistung) ins Ziel gekommen. Wahrscheinlich wären die beiden viel früher im Ziel angekommen, wenn sie mich als Bremsklotz nicht dabei gehabt hätten. Glücklich und erleichtert, unter fünf Stunden geblieben zu sein, ging es zur Massage – in der Hoffnung von zwei jungen Damen wieder aufgebaut zu werden. Aber – Ihr könnt es Euch denken – wurde daraus nichts.

Nach der Massage traf ich meine Marathonnovizen wieder - Nico und Nina. Beide hatten ein Grinsen im Gesicht. Zu Recht. Nina hat sich im Überschwang der Gefühle sofort für den Köln-Marathon angemeldet, wieder mit mir als Bremsklotz. Macht weiter so, ihr beiden! Nach einem Bier im Uerige ging es nach Hause – ich humpelnd, aber auch glücklich, die Nummer drei geschafft zu haben. Die Knieschmerzen sind inzwischen weg und ich habe mir zusätzlich neue Laufschuhe bei Michael gekauft, in der Hoffnung, dass mich in Hamburg nicht das Gleiche trifft.

Düsseldorf-Marathon

Anna Hahner verpasst Olympia-Norm um 14 Sekunden

Anna Hahner
Anna Hahner lief beim Düsseldorf-Marathon 2012 in 2:30:14 Stunden ein... mehr

Düsseldorf-Marathon 2013

Marcin Blazinski läuft beim Düsseldorf-Marathon 2013 deutsche Jahresbestzeit

Düsseldorf-Marathon 2013
Der aus Polen stammende Marcin Blazinski (Eintracht Frankfurt), der... mehr

Düsseldorf-Marathon 2014

Laufspektakel bei strömendem Regen

Düsseldorf-Marathon 2014
US-Amerikanerin Annie Bersagel überrascht, Gilbert Yegon siegt im... mehr

Leserreporterin beim Düsseldorf-Marathon 2014

Marathon-Debüt im strömenden Regen

Marathon-Debüt im strömenden Regen beim Düsseldorf-Marathon 2014
Leserreporterin Kathrin Körn feierte beim Düsseldorf-Marathon 2014... mehr

Biggi Wölk beim Düsseldorf-Marathon 2014

Marathon für den guten Zweck

Leser-Reporterin Biggi Wölk beim Düsseldorf-Marathon 2014
Marathon ist nicht gleich Marathon - sagt Leser-Reporterin Biggi Wölk... mehr