Mattoni Karlovy Vary-Halbmarathon

Hund erschreckte den Führenden

Auch ein angriffslustiger Hund konnte Teshome Mekonen im tschechischen Karlsbad nicht stoppen. Er siegte in 61:21 Minuten.

Karlovy Vary-Halbmarathon

"Gott sei Dank", mag sich Teshome Mekonen beim Zieldurchlauf in Karlsbad gedacht haben, "dass mich der Hund nicht gebissen hat."

Bild: Mattoni Karlovy Vary Half Marathon

Auch Weltklasseläufer sind vor dem „Läufer-Feind“ Nummer eins, dem Hund, nicht sicher. Beim Mattoni Karlovy Vary-Halbmarathon erschreckte ein bellender Vierbeiner den führenden Läufer Teshome Mekonen. Doch der erst 18-jährige Äthiopier ließ sich nicht beirren und rannte zu einem souveränen Sieg mit einer Streckenrekordzeit. Schnellste Frau war die 39-jährige Französin Christelle Daunay, die in Karlsbad ebenfalls einen Kursrekord aufstellte.

Nach rund 8 km hatte sich Teshome Mekonen aus der Spitzengruppe abgesetzt. Der Äthiopier vergrößerte fortan seinen Vorsprung. Als Mekonen in Führung liegend an einem offenen Tor eines Grundstücks vorbei rannte, bellte ihn ein Hund an. Im ersten Augenblick sprang Mekonen vor Schreck und kam aus dem Rhythmus. Doch kurz darauf wirkte er sogar amüsiert über den Zwischenfall und setzte seinen Weg zum Sieg und zum Streckenrekord in beeindruckender Manier fort. Mit Kilometer-Zwischenzeiten von 2:50 Minuten hatte der Youngster nach 15 km einen Vorsprung von 28 Sekunden. Am Ende war er in 61:21 Minuten im Ziel und war damit gut eineinhalb Minuten schneller als Daniel Wanjiru (Kenia), der gestern verletzt aufgab, bei seinem Kursrekord vor einem Jahr. Mit deutlichem Abstand folgten der Kenianer Festus Talam (62:25) und der Äthiopier Fikadu Saboka (62:28) auf den Rängen zwei und drei.

Französin siegte beim Karlovy Vary-Halbmarathon

Im Rennen der Frauen passierte eine vierköpfige Spitzengruppe die 5-km-Marke nach 16:14 Minuten. Schon frühzeitig hatte dabei die 39-jährige Christelle Daunay die Initiative ergriffen. Während die Titelverteidigerin Mame Feyisa (Äthiopien) kurz darauf zurückfiel und sich am Ende mit Rang sechs zufrieden geben musste, setzte sich die Französin nach dem 10-km-Punkt von ihrer stärksten Rivalin, Kumeshi Sichala (Äthiopien), entscheidend ab. Mit 69:17 gewann sie schließlich – ohne Hunde-Schreck – das Rennen und war damit rund dreieinhalb Minuten schneller als Feyisa vor einem Jahr. Sichala belegte Rang zwei mit 70:56, als Dritte folgte die Kenianerin Lucy Liavoga in 71:54.

Mary Keitany gewinnt ihr Comeback-Rennen.

Bild: photorun.net

Mary Keitany gewinnt ihr Comeback-Rennen.

Mary Keitany läuft starke 10-km-Zeit bei Comeback in Ottawa

In Ottawa meldete sich währenddessen die Kenianerin Mary Keitany zurück. Die 25-km-Weltrekordlerin gewann ihr erstes Rennen nach einer Schwangerschaft in überzeugender Manier. Keitany lief über 10 km mit 31:21 Minuten eine hochkarätige Zeit. Sie hatte fast eine Minute Vorsprung auf ihre Landsfrau Ruti Aga (32:20). Auch bei den Männer machten die Kenianer das Rennen unter sich aus. Hier gewann Wilson Kiprop in 28:00 Minuten vor David Kogei (28:06) und dem New York-Marathon-Sieger Geoffrey Mutai (28:08).

Einen Tag später, am Sonntag, fand der Ottawa-Marathon statt. Hier stellte der Äthiopier Yemane Tsegay mit 2:06:54 Stunden einen Streckenrekord auf. Es ist die schnellste je in Kanada gelaufene Zeit. Auch bei den Frauen ging der Sieg nach Äthiopien: Tigist Tufa war nach 2:24:30 im Ziel.