Olympia spezial

Hochspannung garantiert

Heiße Kämpfe um olympisches Gold kündigen sich an. Ein Überblick über die Rennen von 800 m bis 10.000 m.

Wenn am Freitag die Olympischen Spiele mit dem Start der Leichtathletik-Wettbewerbe ,richtig’ beginnen, steht auch die erste Lauf-Entscheidung auf dem Programm: das 10.000-m-Finale der Frauen.

Tirunesh Dibaba aus Äthiopien ist die Favoriten über 10.000 m.

Die große Favoritin heißt Tirunesh Dibaba. Die äthiopische Weltmeisterin ist in Peking eine von drei Läuferinnen, die realistische Chancen haben, zweimal Gold zu gewinnen. Dibaba wird voraussichtlich auch über 5.000 m an den Start gehen.

Einer von zwei Männern kann ebenfalls Doppel-Olympiasieger werden: Der US-Amerikaner Bernard Lagat (USA) will es Hicham El Guerrouj nachmachen. Der Marokkaner hatte vor vier Jahren in Athen über 1.500 m und 5.000 m triumphiert. Über die längere Distanz steht ihm allerdings eventuell Kenenisa Bekele (Äthiopien) im Weg, der zunächst über 10.000 m antritt und danach entscheiden wird, ob er auch über die kürzere Strecke startet.


Nachfolgend Teil 1 eines Überblicks über die Mittel- und Langstreckenentscheidungen bei den Olympischen Spielen von Peking:


MÄNNER (Teil 1)

800 m (Finale: 23. August)
Ein Juniorenläufer ist der Favorit: Der 19-jährige Abubaker Kaki ist in diesem Jahr bereits souverän Hallen-Weltmeister geworden und hält mit 1:42,69 Minuten auch die Jahresweltbestzeit, die zugleich Junioren-Weltrekord bedeutet. Während der vermeintlich stärkste Kenianer nicht dabei ist, waren zwei andere fast so schnell wie Kaki: Yuriy Borzakovskiy (Russland) und Youssef Saad Kamal (Bahrain) liefen jeweils 1:42,79. Borzakovskiy ist der Titelverteidiger, Kamal kommt ursprünglichen aus Kenia und ist der Sohn des zweifachen 800-m-Weltmeisters Billy Konchellah (1987 und 1991).

Bernard Lagat
Bernard Lagat (USA) will Gold über 1500 m und 5000 m.

1.500 m (Finale: 19. August)
Ein relativ offenes Rennen kündigt sich über 1.500 m an. Dabei hat der Weltmeister Bernard Lagat (USA) gute Chancen, wenn er die Form des vergangenen Jahres erreichen kann. Gemessen an den Bestzeiten dieses Jahres, ist der Kenianer Augustine Choge der schnellste im Feld (3:31,57). Der Jahresschnellste, Daniel Komen (Kenia/3:31,49) verpasste die Qualifikation. Für Carsten Schlangen (LG Nord Berlin) wäre das Erreichen des Halbfinales ein Erfolg.

5.000 m (Finale: 23. August)
Auch über die 5.000 m fehlt der schnellste der Welt in diesem Jahr: Moses Masai (Kenia/12:50,55) läuft stattdessen die 10.000 m. Wenn er startet, dürfte Kenenisa Bekele (Äthiopien) der Favorit sein. Doch so klar wie über 10.000 m scheint das nicht. In Athen hatte sich Bekele bei seinem Doppelstart im Spurt gegen Hicham El Guerrouj geschlagen geben müssen. In Peking sind Bernard Lagat (USA) sowie eventuell Kenenisas Bruder Tariku und Moses Kipsiro (Uganda) die Favoriten. Bei einem nicht zu schnellen Rennen wird der enorm spurtstarke Kenianer Edwin Soi zu beachten sein.

10.000 m (Finale: 17. August)
Der große Favorit ist natürlich der Titelverteidiger Kenenisa Bekele. Der Äthiopier ist unter normalen Umständen kaum zu schlagen. Sein Landsmann Sileshi Sihine hatte schon bei den letzten beiden Weltmeisterschaften sowie bei Olympia 2004 jeweils Silber gewonnen und scheint wiederum der erste Anwärter auf Platz zwei zu sein. Die Frage ist, inwieweit die drei Kenianer Moses Masai, Martin Mathathi und Micah Kogo sowie Zersenay Tadese (Eritrea) mithalten können. In Bestform haben sie eine Chance. Für Haile Gebrselassie (Äthiopien) dürfte es schwer werden, eine Medaille zu gewinnen.

3.000 m Hindernis (Finale: 18. August)
In Abwesenheit des verletzten Weltrekordlers Saif Saaeed Shaheen (Katar) spricht alles für einen weiteren kenianischen Triumph über die Hindernisse. Richard Matelong, Titelverteidiger Ezekiel Kemboi und Brimin Kipruto starten für Kenia. Es kann allerdings sein, dass der als Ersatzläufer nominierte Jahresweltbeste Paul Koech (8:00,57 Minuten) für einen von ihnen antritt. Er war bei den Trials unglücklich gescheitert. Mit Tareq Taher (Bahrain) ist ein weiterer starker gebürtiger Kenianer im Rennen.

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