Olympische Spiele 2016

Hindernis-Sieger Conseslus Kipruto plant Weltrekord-Angriff

Conseslus Kipruto sicherte Kenia die neunte Goldmedaille in Folge im 3.000-m-Hindernislauf und will nach den Spielen Weltrekord laufen.

18082016 Kipruto

Eingangs der letzten Runde lagen der spätere Sieger Conseslus Kipruto, der starke US-Amerikaner Evan Jager und der am Ende disqualifizierte Ezekiel Kemboi zusammen an der Spitze.

Bild: photorun.net

Zum neunten Mal in Folge kommt der Hindernis-Olympiasieger aus Kenia: Conseslus Kipruto gewann bei den Olympischen Spielen in Rio die Goldmedaille und verlängerte damit Kenias Abonnement auf diesen Titel. Seit 1984 stellt das ostafrikanische Land den Olympiasieger über 3.000 m Hindernis. Conseslus Kipruto siegte in der olympischen Rekordzeit von 8:03:28 Minuten bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad Celsius vor dem starken US-Amerikaner Evan Jager (8:04:28) und dem Franzosen Mahiedine Mekhissi (8:11:52). Ursprünglich war Ezekiel Kemboi Dritter, doch der Kenianer wurde wegen einem Übertreten der Bahn später disqualifiziert.

Eineinhalb Runden vor Schluss hatte Evan Jager vor den Kenianern noch in Führung gelegen, doch Conseslus Kipruto war am Ende etwas zu stark für den Amerikaner. Mit Platz zwei erreichte er die beste Olympia-Platzierung eines US-Läufers seit dem Olympiasieg von Horace Ashenfelter 1952.

Der erst 21-jährige Olympiasieger Conseslus Kipruto, der sich in dieser Saison auf 8:00:12 Minuten gesteigert hatte, plant nun bei einem der Meetings nach den Spielen einen Angriff auf den Weltrekord. Diese Marke des aus Kenia stammenden Saif Saaeed Shaheen (Qatar) steht bei 7:53:63 Minuten.

Seinen Rücktritt erklärte nach dem vermeintlichen Gewinn der Bronzemedaille Ezekiel Kemboi, der bei großen Meisterschaftsrennen in der Vergangenheit so oft dominiert hatte. 2004 und 2012 war er Olympiasieger, viermal in Folge wurde er zuletzt Weltmeister (2009, 2011, 2013 und 2015). Nun wird der 34-Jährige seine Karriere ohne eine weitere Medaille beenden. Deutsche Läufer waren über 3.000 m Hindernis bei den Olympischen Spielen nicht am Start.

Favoritin der Hindernisläuferinnen wird nur Zweite

Zuvor hatte es in Rio zwei Lauf-Entscheidungen über die Mittelstrecken gegeben. Im 800-m-Finale verteidigte Weltrekordler David Rudisha eindrucksvoll seinen Titel. Der Kenianer siegte in 1:42:15 vor Taoufik Makhloufi (Algerien/1:42:61) und dem US-Amerikaner Clayton Murphy (1:42:93). Eine Überraschung gab es im 1500-m-Finale der Frauen. Hier setzte sich die Kenianerin Faith Kipyegon gegen die große Favoritin, Weltrekordlerin Genzebe Dibaba, am Ende klar durch. Kipyegon gewann nach einem taktischen Rennen in 4:08:92 Minuten, die Äthiopierin war nach 4:10:27 als Zweite im Ziel. Dritte wurde Jennifer Simpson in 4:10:53. Sie gewann damit eine weitere Medaille im Laufbereich für die USA. Dibaba, deren Coach vor einigen Wochen im Zusammenhang mit Doping-Ermittlungen verhaftet worden war, kam in dieser Freiluft-Saison nicht mehr an die Leistungen aus dem vergangenen Winter und der Zeit davor heran.

Während über 800 m der Männer keine deutschen Läufer in Rio am Start waren, erreichten die beiden 1.500-m-Läuferinnen das Halbfinale und erfüllten damit sicher die Erwartungen. Der Endlauf war jedoch außer Reichweite. Nachwuchs-Laufstar Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen) wurde in ihrem Semi-Finale Zehnte in 4:07:26 Minuten, Diana Sujew (Eintracht Frankfurt) belegte Rang neun mit 4:10:15.

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