Europameisterschaften

Hindernis-Bronze für Antje Möldner-Schmidt

Nach Silber von Arne Gabius holte Antje Möldner-Schmidt die zweite EM-Medaille für die deutschen Läufer. Sie gewann Bronze im Hindernislauf, Gesa-Felicitas Krause Vierte.

Antje Möldner-Schmidt

Wieder obenauf: Antje Möldner-Schmidt gewann bei den Europameisterschaften Bronze.

Bild: photorun.net

Antje Möldner-Schmidt lief bei den Europameisterschaften zum größten Triumph ihrer Karriere und erreichte drei Jahre nach ihrem neunten Platz bei den Weltmeisterschaften in Berlin ein bemerkenswertes Comeback bei internationalen Titelkämpfen. Die 28-jährige Läuferin des LC Cottbus gewann in Helsinki die Bronzemedaille über 3.000 m Hindernis mit einer Zeit von 9:36,37 Minuten. Während Gülcan Mingir (Türkei) ihrer Favoritinnenrolle gerecht wurde und in 9:32,96 vor Svitlana Shmidt (Ukraine/9:33,03) Europameisterin wurde, setzte sich Antje Möldner auf der Zielgeraden im Kampf um Platz drei gegen Gesa-Felicitas Krause (Eintracht Frankfurt/9:38,20) durch.

Nach der Silbermedaille des Tübingers Arne Gabius war dies bereits die zweite Medaille für den deutschen Laufbereich bei den Europameisterschaften. Nach dem Hindernisrennen von Helsinki könnten Antje Möldner-Schmidt und Gesa-Felicitas Krause auch bei den Olympischen Spielen eine gute Rolle spielen. Beide haben eine Chance, in London in rund fünf Wochen das Finale zu erreichen. Allerdings fehlten in Helsinki ein paar europäische Topläuferinnen, die bei Olympia ebenso wie die Kenianerinnen sicherlich vorne dabei sein werden.

Die dritte deutsche EM-Finalistin, Sanaa Koubaa (LG Hilden), hatte sich zeitweilig im ersten Teil des Rennens an die Spitze des Feldes gesetzt. Nach der 2.000-m-Marke fiel sie jedoch deutlich zurück und musste sich am Ende mit Rang 14 in 10:02,33 Minuten zufrieden geben. Damit steht Koubaa auch nach der EM ohne Olympia-Norm (9:39,00 Minuten) da.

„Ich habe es zunächst etwas ruhiger angehen lassen. Mir war klar, dass Gold und Silber außer Reichweite sein würden, aber ich habe ein bisschen auf den dritten Platz gehofft“, erklärte Antje Möldner-Schmidt, die 2009 bei der WM in Berlin den nach wie vor gültigen deutschen Rekord von 9:18,54 Minuten aufgestellt und damit Rang neun belegt hatte. Nach diesem beachtlichen Erfolg musste Antje Möldner-Schmidt jedoch einen Schicksalsschlag hinnehmen. Eine schwere Erkrankung warf sie aus der Bahn. Erst vor rund einem Jahr meldete sie sich bei Wettkämpfen zurück. Die WM in Daegu (Südkorea) kam für sie noch zu früh. So waren die Europameisterschaften in Helsinki nun ihre ersten internationalen Titelkämpfe seit der WM von Berlin 2009. „Davon habe ich geträumt – ich bin sehr glücklich, und es ist ein tolles Comeback für mich“, kommentierte Antje Möldner-Schmidt ihre Bronzemedaille. Auf der Zielgeraden hatte die frühere 1.500-m-Läuferin das deutlich bessere Spurtvermögen und konnte Gesa-Felicitas Krause noch vom dritten Platz verdrängen.

Gesa-Felicitas Krause war trotz der knapp verpassten Medaille nicht unzufrieden. „Mit der Platzierung bin ich sehr zufrieden, allerdings war meine Renneinteilung nicht so gut. Am Ende fehlte mir die Kraft“, erklärte die erst 19-Jährige, die im vergangenen Jahr überraschend den WM-Endlauf erreicht hatte und dort als Neunte mit 9:32,74 Minuten einen Juniorinnen-Europarekord aufgestellt hatte.

Tags zuvor hatte in Helsinki am Freitag das Hindernisfinale der Männer stattgefunden. Hier gab es eine dramatische Entscheidung im Kampf um die Goldmedaille. Am letzten Hindernis geriet der leicht in Führung liegende Victor Garcia (Spanien) ins Straucheln, so dass ihn zwei andere Konkurrenten überholen konnten: Mahiedine Mekhissi-Benabbad (Frankreich) gewann Gold in 8:33,23 Minuten vor Tarik Akdag (Türkei/8:35,24). Wenigstens konnte Victor Garcia in 8:35,87 noch Rang drei retten. Mit Platz zehn musste sich Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen Kiel/8:41,53) zufrieden geben. Ihm fehlt nach wie vor die Olympianorm von 8:23,00 Minuten.