England

Hattrick für Mo Farah beim Great North Run

Die Kenianerin Vivian Cheruiyot gewann ihr Halbmarathon-Debüt, für Farah war es bereits der dritte Sieg in Folge bei dem Lauf im Nordosten Englands.

Mo Farah holt Hattrick

Mo Farah gewann das Rennen zum dritten Mal in Folge.

Bild: photorun.net

Die Olympiasieger Mo Farah (Großbritannien) und Vivian Cheruiyot (Kenia) haben den Great North Run gewonnen. Bei dem Halbmarathon, der in Nordostengland von Newcastle nach South Shields führt, lief Cheruiyot bei sehr guten Wetterbedingungen ein starkes Debüt über diese Distanz. Die 5.000-m-Siegerin von Rio gewann am Tag ihres 33. Geburtstages in 67:54 Minuten mit nur einer Sekunde Vorsprung vor ihrer Landsfrau Priscah Jeptoo. Dritte wurde die 5.000-m-Weltrekordlerin Tirunesh Dibaba (Äthiopien) mit 68:04. Auch die viertplatzierte Joyce Chepkirui (Kenia) blieb mit 69:57 noch unter 70 Minuten.

Mo Farah läuft in 60:04min zum Hattrick

Souverän lief Mo Farah in 60:04 Minuten zum dritten Great North Run-Sieg in Folge. Erstmals in der Geschichte des Traditionsrennens schaffte ein Läufer bei dem Halbmarathon damit einen Hattrick. Zweiter wurde der US-Amerikaner Dathan Ritzenhein in 60:12. Rang drei belegte Emmanuel Bett (Kenia) mit 61:19. Mit gut 41.000 Startern ist der Newcastle-Halbmarathon gemeinsam mit dem Rennen in Göteborg der größte Lauf der Welt über diese Distanz.

Drei Läuferinnen mit Bestzeit unter 67 Minuten waren am Start

25 Minuten vor dem Hauptfeld starteten die Eliteläuferinnen. Das Frauenfeld war im Gegensatz zum Rennen der Männer, das stark auf Mo Farah zugeschnitten war, in der Spitze hochklassig besetzt. Priscah Jeptoo (65:45) und ihre kenianische Landsfrau Joyce Chepkirui (66:19) sowie Tirunesh Dibaba (66:56) haben jeweils Weltklasse-Bestzeiten über die Halbmarathon-Distanz. Hinzu kam die Debütantin Vivian Cheruiyot. Dieses Quartett hatte sich bald von den Konkurrentinnen abgesetzt.

Vivian Cheruiyot lief ein beachtliches Debüt über die Halbmarathondistanz.

Bild: photorun.net

Cheruiyot startet 600 Meter vor dem Ziel den Schlussspurt und gewinnt

Auf der welligen, insgesamt leicht abfallenden Strecke zur Küste war es Chepkirui, die kurz vor der 15-km-Marke als erste den Kontakt verlor. Nach dem 15-km-Punkt, der nach 48:55 Minuten erreicht wurde, sorgte dann Priscah Jeptoo für eine Tempoverschärfung. Die Kenianerin, die das Rennen vor drei Jahren gewonnen hatte und dabei schon Tirunesh Dibaba hinter sich gelassen hatte, lief an der Spitze. Während Dibaba einige Meter verlor und die Lücke von wenigen Sekunden in der Folge nicht mehr schließen konnte, wurde Jeptoo ihre Landsfrau Cheruiyot nicht los. Die Debütantin ließ sich nicht abschütteln. Und es war klar, dass die 5.000-m-Olympiasiegerin im Schlussspurt schneller sein würde. Als Vivian Cheruiyot dann 600 Meter vor dem Ziel antrat und in Führung ging, kam Priscah Jeptoo nicht mehr vorbei.

„Ich habe mich vor dem Rennen gefragt: Wie mache ich das? 21 Kilometer laufen? Ich habe einfach mein Bestes gegeben, abgewartet und die Konkurrentinnen im Auge behalten. Der letzte Kilometer war hart“, erklärte Vivian Cheruiyot und fügte hinzu: „Aufgrund der Bahn-Saison hatte ich gar keine Zeit, um für den Halbmarathon zu trainieren. Ich bin aus dem Training für 5 und 10 km heraus gelaufen. Ich denke, in der Zukunft werde ich auch Marathon laufen.“

Mo Farah äußert sich zurückhaltend bezüglich einer Karriere auf der Marathon-Distanz

Im Rennen der Männer bildete sich frühzeitig eine dreiköpfige Spitzengruppe mit Mo Farah, Emmanuel Bett und Dathan Ritzenhein, der nach 10 Kilometern kurzzeitig etwas Rückstand hatte, dann aber wieder herankam. Nachdem das Trio die 15-km-Marke in 42:36 passiert hatte, fiel der Kenianer zurück. Zwischen Kilometer 19 und 20 löste sich dann Mo Farah entscheidend von Dathan Ritzenhein. Der große Favorit setzte sich klar durch und wurde vor heimischem Publikum gefeiert. Ein paar hundert Meter lief Mo Farah nach dem Sieg die Zielgerade wieder zurück, um die Zuschauer abzuklatschen. „Es war hart, aber die Unterstützung der Zuschauer war toll“, sagte Mo Farah, der sich bezüglich einer zukünftigen Marathon-Karriere nach der WM 2017 in London noch etwas zurückhaltend äußerte. „Ich mag den Straßenlauf, aber ich bin mir noch nicht so ganz sicher. Auf der Straße sind die Schmerzen beim Laufen anders, nach 10km werden meine Beine schwerer. Ich denke, ich muss mehr auf der Straße trainieren.“

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