Wien-Marathon

Haile will Masters-Weltrekorde brechen

Haile Gebrselassie wird am kommenden Donnerstag 40 Jahre alt. Doch er denkt nicht ans Aufhören, startet beim Wien-Marathon über die halbe Distanz.

12042013 Haile Gebrselassie

Haile Gebrselassie freut sich auf sein erstes Rennen in diesem Jahr. Am Sonntag läuft er in Wien.

Bild: Giancarlo Colombo / photorun.net

Äthiopiens Superstar Haile Gebrselassie wird seine Karriere mit dem Ziel fortsetzen, Masters-Weltrekorde zu brechen. Am Sonntag läuft der 39-Jährige zunächst den Halbmarathon im Rahmen des Wien-Marathons. Es wird das erste Rennen des Jahres für Haile Gebrselassie sein.

Mit Blick auf einen möglichen Masters-Weltrekord im Halbmarathon kommt das Rennen in Wien jedoch vier Tage zu früh für Haile Gebrselassie. Der zweifache 10.000-m-Olympiasieger und ehemalige Marathon-Weltrekordler (2:03:59 Stunden), der in seiner einmaligen Karriere 20 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufstellte, wird am kommenden Donnerstag 40 Jahre alt. Aber der Rekord kann warten. „Wien ist eine wunderbare Stadt. Ich freue mich auf das Rennen, denn die Atmosphäre ist großartig. Für mich ist der Vienna City Marathon ein ganz spezielles Rennen“, sagte Haile Gebrselassie, der am Freitag vor dem Wien-Marathon einige Zeit mit dem österreichischen Präsidenten verbrachte. Heinz Fischer hatte den Laufstar und den Race-Direktor Wolfgang Konrad zum Frühstück in die Wiener Hofburg geladen.

Am Sonntag wird Haile Gebrselassie versuchen, den Wien-Halbmarathon zum dritten Mal in Folge zu gewinnen. Es gibt überhaupt nur sehr wenige Straßenrennen weltweit, bei denen der Äthiopier dreimal in Folge an den Start ging. Dazu zählen neben Wien auch die Marathonläufe von Berlin und Dubai sowie das 10-km-Rennen in Manchester. „Ich bin wirklich fit, habe keine Verletzungen und mein Training lief gut. Natürlich bekommst du in meinem Alter immer wieder mal ein paar Probleme. Aber ich fühle mich gut zurzeit“, sagte Haile Gebrselassie und scherzte: „Übrigens bin ich jetzt 20 Jahre alt!“

„Ein Tag ohne Laufen ist für mich kein guter Tag“, erklärte Haile Gebrselassie. „Natürlich könnte ich einfach nur etwas rennen, um fit zu bleiben. Aber ich brauche eine Motivation beim Laufen. Ich will beweisen, was ich noch erreichen kann. Und ich will wissen, was noch möglich ist für mich. Deswegen trainiere ich nach wie vor ernsthaft. Ich will in der Zukunft die Altersklassen-Weltrekorde der 40-, 45- und 50-Jährigen angreifen.“

Mit Blick auf den Wien-Halbmarathon am Sonntag sagte Haile Gebrselassie: „Mein Ziel ist es, eine gute Zeit zu erreichen. Es geht nicht nur darum, gegen die anderen zu laufen sondern auch gegen mich selbst.“ Im OMV Champions Race trifft Haile Gebrselassie auf vier afrikanische Eliteläufer. Die zwei stärksten Gegner sind voraussichtlich der Kenianer Hosea Kipkemboi (Bestzeit: 61:48 Minuten) und der junge äthiopische Debütant Mekuant Ayenew.

Haile Gebrselassies Halbmarathon-Bestzeit steht bei 58:55 Minuten. Auf die Frage, ob er sich zutraut, noch einmal unter einer Stunde zu laufen, antwortete der Äthiopier: „Ja, warum nicht. Sonntag wird ein Test für mich, so dass ich sehe, wo ich stehe. Denn es gibt immer einen Unterschied zwischen Training und Wettkampf.“ Haile Gebrselassie kündigte auch an, dass er später in diesem Jahr einen Marathon laufen möchte. „Ich will eine gute Marathonzeit erreichen. Ich habe noch nicht entschieden, in welchen Rennen ich nach Wien starten werde.“ Bezüglich eines Marathons sagte er jedoch: „Ich werde mit Mark Milde sprechen.“ Milde ist der Race-Direktor des Berlin-Marathons.