TransRockies Run

Geschafft - Hurra!

Über den Psycho-Faktor des Geradeauslaufens beim TransRockies Run schreibt Till Gottbrath im Tagebuch.

TransRockies Run

Nur am Start gibt es etwas Gedränge, danach können alle Läufer Einsamkeit und Landschaft genießen.

Der TransRockies Run ist ein Trail Running Wettbewerb über fünf Tage im Herzen der Rocky Mounatins in Colorado und führt von Beaver Creek nach Aspen. Die Strecke ist rund 177 km lang und überwindet im Aufstieg 4876 Höhenmeter. Till Gottbrath berichtet für www.runnersworld.de in seinem Tagebuch.

Tag 5: Basalt nach Aspen – 29,13 km, 284 Höhenmeter. Laufzeit: weiß ich nicht genau, so irgendwas mit 3:30 h. Platzierung: Ich glaube 11. in der Tageswertung, wie auch in der Gesamtwertung. Keine sonstigen Daten, weil ich mein Garmin GPS nicht rechtzeitig aus dem Campervan der Rennleitung holte (aber wir haben es auch so geschafft).

Hurra, wir sind in Aspen. Wir haben es geschafft! Und es war nochmals richtig hart (obwohl die Streckendaten das ja nicht gerade vermuten lassen). Und auf morgen freue ich mich riesig: Ausschlafen, frühstücken, worauf man Lust hat – und dann nicht mehr laufen müssen! Das wird wunderschön.

Der heutige Tag begann auch wunderschön: An dem wunderschönen Chapman Lake, auf einem wunderschönen Campground, in wunderschöner Landschaft und mit nicht minder schönem Wetter. Per Bus Shuttle ging es dann runter nach Basalt zum Start. Durch diese Gegend – entlang Ruedi’s Reservoir – wären wir gelaufen, wenn dort nicht jemand mit sehr viel Geld und noch besseren Beziehungen den Veranstaltern dicke Knüppel zwischen die Beine gesteckt hätte.

Basalt liegt im Tal des Rio Grande und entlang dieses Tals führt auf einem stillgelegten Bahndamm der Rio Grande Trail. Bahndamm? 29,13 km? Nur 284 Höhenmeter? Genau: Das ist nicht unser Terrain! Und wie nicht anders zu erwarten, war es auch nicht unser Tag. Zu flach, zu viel Asphalt – und dazu noch Hitze und der Psycho-Faktor des Geradeauslaufens. Ja, ja, wer jetzt meint, dass wir beide ein Kopfproblem haben, weil es einfach nicht sein kann, dass man im steilen Gelände gut laufen kann und in der Ebene abkackt, dem kann ich nur sagen: Das ist vermutlich wirklich so – aber unser Laufhorizont hat sich in den letzten drei Jahren einfach völlig vom Asphalt ins Gelände verschoben!

Was uns etwas beruhigt: Wir sind keineswegs die Einzigen, denen das so geht! Es gab heute tatsächlich noch ein paar neue Gesichter unter den Siegern und bei den Masters verloren die „Flying Monkies“ sogar noch ihre neun Minuten Vorsprung in der Gesamtwertung.

Auf jeden Fall: Geschafft! Gut geschafft. Sicher geschafft und – trotz aller Härten – auch mit Freude geschafft.

Kurzes Resümee: Außer der Höhe ist der TransRockies Run in jeder Beziehung weniger anstrengend als der Transalpine Run. Tolle Landschaft, wenn auch milder als in den Alpen. Tolle Organisation. Sehr nette Teilnehmer. Zudem gefiel uns sehr gut, dass abends alle im selben Camp aßen und schliefen – so gibt mehr Gemeinschaft als beim Transalpine Run).


Die anderen Tagebuch-Einträge finden Sie hier:
1. Tagebucheintrag
2. Tagebucheintrag.
3. Tagebucheintrag
4. Tagebucheintrag

Interessieren Sie sich für knallharte Ultra-Herausforderungen? Dann können Sie auch in unseren Berichten und Fotos über den Badwater Ultramarathon und über den Transalpine Run schmöckern.

Nicole und Till haben es geschafft.