Leichtathletik-WM

Hellen Obiri entthront Almaz Ayana über 5.000 Meter

Die Kenianerin Hellen Obiri gewann das 5.000-m-Finale nach einem Zweikampf mit der äthiopischen Titelverteidigerin Almaz Ayana.

Hellen Obiri ist die neue Weltmeisterin über 5.000 m.

Hellen Obiri ist die neue Weltmeisterin über 5.000 m.

Bild: photorun.net

Hellen Obiri hat am Schlusstag der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London Almaz Ayana vom Thron gestoßen. Die Kenianerin gewann das 5.000-m-Finale nach einem Zweikampf mit der äthiopischen Titelverteidigerin. Im Schlussspurt war Obiri klar überlegen und gewann in 14:34,86 Minuten vor Ayana, die nach 14:40,35 im Ziel war. Bronze ging an die aus Äthiopien stammende Holländerin Sifan Hassan mit 14:42,73 Minuten. Nach Mo Farah (Großbritannien) gelang es auch Almaz Ayana nicht, bei der WM einen prestigeträchtigen Langstrecken-Doppelsieg zu erreichen.

Nach einem sehr langsamen Beginn des Finales mit einer 800-m-Zwischenzeit von 2:40 Minuten wurde das Rennen deutlich schneller. Almaz Ayana, die acht Tage zuvor das 10.000-m-Rennen dominiert hatte und über diese Strecke Weltmeisterin wurde, setzte sich an die Spitze und sorgte für ein Tempo, das normalerweise ausreichen würde, um den Weltrekord (14:11,15 Minuten) zu brechen. Ayana wusste, dass sie mit einem schnellen Rennen die besten Chancen haben würde, ihre Herausforderin Hellen Obiri zu schlagen. Doch so sehr sich die 10.000-m-Weltrekordlerin mühte, sie wurde die Kenianerin nicht los.

Mit einer Taktik, die bei Meisterschaftsrennen in der Vergangenheit immer wieder von den Äthiopiern erfolgreich praktiziert wurde, kam die Kenianerin Obiri zum Erfolg: Sie ließ sich nicht abschütteln, ohne ihrerseits Führungsarbeit zu leisten. Am Ende konnte sie ihre Sprintstärke einsetzen. 300 Meter vor dem Ziel ging Obiri an Ayana vorbei und stürmte zu ihrer ersten Goldmedaille bei einer großen globalen Meisterschaft. Die letzten Runde lief sie in rund 60 Sekunden.

Im Kampf um Bronze hatte Sifan Hassan das größere Stehvermögen. Sie verwies mit 14:42,73 Senbere Teferi (Äthiopien/14:47,45) und Margaret Kipkemboi (Kenia/14:48,74) auf die Ränge vier und fünf. Sechste wurde Laura Muir (Großbritannien) in 14:52,07 Minuten, nachdem sie vor wenigen Tagen über 1.500 m als Vierte knapp eine Medaille verpasst hatte.

Caster Semenya und Elijah Manangoi siegen über die Mittelstrecken

Im 800-m-Finale wurde Caster Semenya (Südafrika) ihrer Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht. Nachdem sie zuvor über 1.500 m bei der WM bereits Bronze gewonnen hatte, entschied sie ein schnelles 800-m-Finale mit einem starken Endspurt für sich. Auf der Zielgerade überholte die Südafrikanerin sowohl Francine Niyonsaba (Burundi/1:55,92) als auch die US-Amerikanerin Ajee Wilson (1:56,65) und stellte mit hochklassigen 1:55,16 Minuten nicht nur eine Jahresweltbestzeit sondern auch einen Südafrika-Rekord auf. Semenya rückte mit dieser persönlichen Bestzeit in der Liste der schnellsten 800-m-Läuferinnen aller Zeiten auf Rang acht vor. Es war eine der besten Leistungen dieser Weltmeisterschaften.

Die Kenianer dominierten das 1.500-m-Finale der Männer. Nach 800 Metern hatte das kenianische Trio mit Elijah Manangoi, Timothy Cheruiyot und Titelverteidiger Asbel Kiprop einen Vorsprung von einigen Metern auf den Rest des Feldes herausgelaufen. Doch ein Dreifach-Triumph gelang den Kenianern in London nicht. Asbel Kiprop war bei diesen Weltmeisterschaften nicht in Topform und fiel in der letzten Runde noch von Rang drei auf Platz neun zurück. Während am Ende Manangoi spurtstärker war und in 3:33,61 Minuten vor Cheruiyot (3:33,99) gewann, nutzte der junge Norweger Filip Ingebrigtsen die Gunst der Stunde. Er sicherte sich in 3:34,53 die Bronzemedaille.

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