Leichtathletik-EM Amsterdam 2016

Gesa Krause läuft über die Hindernisse allen davon

Am Abschlusstag der Leichtathletik Europameisterschaft gewinnt die 23-jährige Gesa Krause ihren ersten großen Titel. Richard Ringer überzeugt in einem Fotofinish über 5.000 Meter mit Bronze.

Gesa Krause Gold Leichtathletik-EM Amsterdam 2016

Gesa-Felicitas Krause gewann ihren ersten großen Titel.

Bild: photorun.net

Gesa-Felicitas Krause hat sich bei den Leichtathletik-Europameisterschaften als klare Nummer eins über die 3.000-m-Hindernisstrecke etabliert. Die 23-jährige Läuferin der Eintracht Frankfurt gewann souverän die Goldmedaille, nachdem sie vor einem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Peking sensationell Platz drei belegt hatte. Beim Lauf zu ihrem größten Titel rannte Gesa-Felicitas Krause in Amsterdam allen davon und gewann mit einer persönlichen Bestzeit von 9:18,85 Minuten klar vor Luiza Gega (Albanien/9:28,52) und Özlem Kaya (Türkei/9:35,05). Während sie ihre eigene europäische Jahresbestzeit um rund dreieinhalb Sekunden verbesserte, verpasste Krause den sieben Jahre alten deutschen Rekord von Antje Möldner-Schmidt (9:18,54) ganz knapp.

Die zweite deutsche Final-Teilnehmerin, Maya Rehberg (SG TSV Kronshagen/Kieler TB), lief zunächst mit 9:52,04 auf Platz 13, wurde dann aber disqualifiziert, da sie am Wassergraben das Hindernis außen verpasst hatte. Jana Sussmann (LT Haspa Marathon Hamburg) hatte im Vorlauf die Final-Qualifikation verpasst.

Schluss-Kilometer unter drei Minuten

Gesa-Felicitas Krause sortierte sich von Anfang an in der Spitzengruppe ein und übernahm dann mutig die Initiative. Sie lief in Amsterdam quasi zu einem Start-Ziel-Sieg und schüttelte dabei eine Konkurrentin nach der anderen ab. Mit einer letzten Kilometerzeit von knapp unter drei Minuten ließ sie auch der letzten verbliebenen Konkurrentin, Luiza Gega, keine Chance. Auffallend war, dass Krauses Hürdentechnik deutlich besser war als die ihrer schärfsten Konkurrentinnen.

„Ich kam als europäische Jahresbeste und dachte, die anderen würden noch etwas mehr Druck ausüben“, sagte Gesa-Felicitas Krause und fügte hinzu: „Wir hatten nicht die besten Bedingungen, denn es war recht windig. Durch meine Hürdentechnik hatte ich einen Vorteil, und es war dadurch leicht, ein paar Meter Vorsprung zu erreichen.“

Richard Ringer rennt im Fotofinish zu Bronze bei der Leichtathletik-EM

Überraschend gab es am Schlusstag der Titelkämpfe auch im 5.000-m-Finale der Männer eine deutsche Medaille: In einem seltenen Fotofinish gewann Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) haarscharf hinter den Spaniern Ilias Fifa und Adel Mechaal die Bronzemedaille. Alle drei Läufer waren mit 13:40,85 Minuten zeitgleich ins Ziel gestürmt. Die ersten fünf Läufer trennten nur neun Hundertstelsekunden. Das gab es über die Langstrecke trotz einiger knapper Entscheidungen in der Vergangenheit noch nie in der Geschichte der Europameisterschaften - ebenso wenig bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen.

„Es war ein typisches Meisterschaftsrennen mit einem langsamen Beginn. Aber das war gut für mich“, sagte Richard Ringer, der sich nach einer Verletzungspause erst vor kurzem bei den Deutschen Meisterschaften über 5.000 m zurückgemeldet hatte. In Amsterdam kämpften fünf Läufer bis zum letzten Meter um die Medaillen. Richard Ringer warf sich ins Ziel und war am Ende überglücklich, dass es für Bronze gereicht hatte.

Die anderen beiden deutschen Läufer, Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg/13.45,40) und Martin Sperlich (VfB LC Friedrichshafen/13:48,81), überzeugten mit den Rängen sieben und zehn.

Im 800-m-Finale der Männer gab es am Schlusstag der Titelkämpfe einen polnischen Doppelsieg. Hier gewann Adam Kszczot in 1:45,18 Minuten vor Marcin Lewandowski (1:45,54). Dritter wurde Elliot Giles (Großbritannien) mit 1:45,54. Die beiden deutschen Läufer hatten zuvor das Halbfinale erreicht. Für Sören Ludolph (LG Braunschweig) und Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg) war dann jedoch Endstation.

Aus Polen kam auch die Siegerin des 1.500-m-Finales: Angelika Cichocka gewann in 4:33,00 Minuten vor der Niederländerin Sifan Hassan (4:33,76) und Ciara Mageean (Irland/4:33,78). Einen guten sechsten Platz erreichte Maren Kock (LG Telis Finanz Regensburg/4:34,54), die tags zuvor aus dem 5.000-m-Rennen ausgestiegen war, um sich für das Mittelstrecken-Finale zu schonen.