Hallen-Meeting in Stockholm

Genzebe Dibaba bricht 3.000-m-Hallenweltrekord

Die 22-jährige Äthiopierin Genzebe Dibaba pulverisierte mit einer Zeit von 8:16,60 Minuten beim Hallen-Meeting in Stockholm den 3.000-m-Weltrekord.

Genzebe Dibaba

Genzebe Dibaba lief in Stockholm einen weiteren Weltrekord und ließ dabei Hellen Obiri deutlich hinter sich.

Bild: photorun.net

Nur fünf Tage nach ihrem überraschenden 1.500-m-Hallen-Weltrekord von Karlsruhe ist Genzebe Dibaba zu einer weiteren globalen Bestmarke gestürmt: Mit einer Zeit von 8:16,60 Minuten pulverisierte die 22-jährige Äthiopierin beim Hallen-Meeting in Stockholm den 3.000-m-Weltrekord. Die jüngere Schwester der dreifachen Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba unterbot die alte Bestmarke um gut sieben Sekunden und wurde vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert.

Geführt von Tempomacherinnen erreichte Genzebe Dibaba, die 2012 Hallen-Weltmeisterin über 1.500 m wurde, die 2.000-m-Marke in 5:34,25 Minuten. Damit lag sie bereits deutlich auf Rekordkurs. Alleine laufend, konnte Dibaba dann auf dem letzten Kilometer sogar noch zulegen. Mit 8:16,60 Minuten hatte sie ihre schärfste Konkurrentin, die aktuelle 3.000-m-Hallen-Weltmeisterin Hellen Obiri, deutlich hinter sich gelassen. Die Kenianerin lief mit 8:29,99 Minuten aber immer noch eine gute Zeit. Dritte wurde Irene Jelagat (Kenia) in 8:40,75. Den alten Hallen-Weltrekord hatte Meseret Defar (Äthiopien) 2007 in Stuttgart mit 8:23,72 aufgestellt.

Genzebe Dibaba erreichte in dem Stockholmer Hallenrennen sogar die insgesamt sechstbeste je gelaufene 3.000-m-Zeit und die schnellste seit 1993! Damals rannten eine Reihe von chinesischen Läuferinnen im Freien Fabelzeiten über verschiedene Langstrecken. Nur sie sind überhaupt jemals schneller gelaufen über die 3.000 m als nun Dibaba, die damit auch unter dem afrikanischen Freiluft-Rekord blieb (8:23,23 Minuten). Der Weltrekord der Chinesin Wang Yunxia steht seit 1993 bei 8:06,11 Minuten. Allerdings spielen die 3.000 m im Freien seit Mitte der 90er Jahre keine große Rolle mehr, denn gelaufen werden seitdem hauptsächlich die 5.000 m.

Genzebe Dibaba stahl in Stockholm am Donnerstagabend ihrer früheren Landsfrau Abeba Aregawi die Show. Die inzwischen für Schweden startende Läuferin gewann das 1.500-m-Rennen in der Europarekordzeit von 3:57,91 Minuten. Die Russin Yelena Soboleva (3:58,28 im Jahr 2006) verlor damit binnen einer Woche zunächst den Welt- und nun auch den Europarekord. Hätte das Stockholmer Meeting sechs Tage eher stattgefunden, wäre Abeba Aregawi vor heimischem Publikum sogar Weltrekord gelaufen. Doch der neue Langstrecken-Star bei den Frauen heißt nun Genzebe Dibaba. Die Äthiopierin dürfte auch in der kommenden Sommersaison für Furore sorgen. Zuvor geht sie jedoch sicherlich noch bei den Hallen-Weltmeisterschaften Anfang März an den Start.