Stundenlauf in Hengelo

Gebrselassie verpasst Stundenweltrekord

Haile Gebrselassie siegt beim Stundenlauf in Hengelo, verpasst aber seinen eigenen Weltrekord.

Haile Gebrselassie, der in seiner einzigartigen Karriere bisher 19 offizielle und sieben inoffizielle Weltrekorde aufgestellt hat, verpasste am Pfingstmontag in Hengelo Bestzeit Nummer 27. Der 36-jährige Äthiopier griff in den Niederlanden seine eigene Bestmarke im Stundenlauf an. Am Ende erreichte Haile Gebrselassie dabei genau 20.822,36 Meter. In der ewigen Weltbestenliste steht er damit auf Rang sechs.

Haile Gebrselassie verpasste in Hengelo seinen eigenen Stundenweltrekord.

Bild: Photorun

In Hengelo hatte Haile Gebrselassie in seiner Karriere bereits viermal Weltbestzeiten aufgestellt: 1994 lief er über 5.000 m mit 12:56,96 Minuten seinen ersten Weltrekord, ein Jahr später verbesserte er die 10.000-m-Marke auf 26:43,53, dann lief er 1997 8:01,08 über zwei Meilen und 1998 über 10.000 m 26:22,75. Am Montag jedoch reichte es vor ,Heimpublikum’ nicht zum Rekord.

Vor zwei Jahren hatte Haile Gebrselassie im Stundenlauf in Ostrava 21.285 Meter erreicht, dieses Mal musste er sich mit gut 460 Metern weniger zufrieden geben. Als bei aufkommendem Wind und Regen der Rekordfahrplan nicht mehr zu halten war, hielt sich Haile Gebrselassie zurück und konzentrierte sich auf den Sieg. Dabei gewann er vor den Kenianern Kiplimo Kimutai (20.797,10 m) und Wilson Kiprop (20.756,40).

Für das beste Lauf-Ergebnis in Hengelo sorgte ein Mittelstreckler: Abubaker Kaki (Sudan) gewann die 800 m in hochklassigen 1:43,10 Minuten vor Amine Laalou (Marokko/1:43,36) und David Rudisha (Kenia/1:43,53).

Linet Masai schlägt Tirunesh Dibaba in New York

Beim Leichtathletik-Meeting in New York hatte sich am Sonnabend die Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba geschlagen geben müssen: Schneller als die Äthiopierin, die im vergangenen Jahr die 5.000 und die 10.000 m dominierte, war über die kürzere Distanz die Kenianerin Linet Masai. Die 19-jährige Junioren-Weltrekordlerin über 10.000 m gewann in 14:35,39 Minuten vor der 5.000-m-Weltrekordlerin Dibaba (14:40,93). Drei Runden vor Schluss hatte Masai damit begonnen, einen Vorsprung aufzubauen. Der sonst so fulminante Endspurt von Dibaba blieb aus. „Ich dachte, dass sie mich trotz meines Vorsprungs in der letzten Runde überholen würde, aber sie kam nicht“, sagte eine überraschte Linet Masai.

Ein gutes Debüt gab am Wochenende Tirunesh Dibabas äthiopische Rivalin Meseret Defar über 10.000 m. Die frühere 5.000-m-Weltrekordlerin lief in Stockholm mit 31:07,34 Minuten eine Jahresweltbestzeit und gewann klar vor ihrer Landsfrau Werknesh Kidane (31:19,00). Meseret Defar war trotz des Sieges nicht ganz zufrieden mit ihrer Leistung. „Ich will in Berlin bei der WM über 5.000 und 10.000 Meter antreten – aber dafür ist diese Zeit noch nicht gut genug“, erklärte sie.