Comrades-Marathon 2015

Ganz schön kompliziert, der Comrades-Marathon

Das Training läuft entspannt, der letzte lange Lauf ist perfekt. Vor Ort sind einige organisatorische Feinheiten zu beachten.

Wie trainiert man für 88 km? In einem Land, in dem es – trotz Winters (ist ja die Südhalbkugel) – ziemlich warm werden kann? Für eine Strecke, die ziemlich viele Höhenmeter hat? Nun – für mich ist die Antwort leicht: erst mal nicht anders als sonst. Ich bemühe mich lediglich, immer wieder auch hügelige Strecken zu laufen und mach immer wieder mal einen längeren Lauf. Ich nehme an 4 Marathons in 7 Wochen teil, aber mehr als die Marathonstrecke laufe ich nur ein einziges Mal im Training – 2 Wochen vor dem Comrades (48 km). Entsprechend unsicher bin ich mir, ob das reichen wird. Dieser letzte lange Lauf funktioniert allerdings so perfekt, dass ich mit einem guten Gefühl auf die weite Reise gehe.

Am Vortag wird noch einmal das Höhenprofil des Comrades-Marathons studiert.

Bild: privat

Ich komme Freitagabend in Durban an. Am Samstag geht es bei unglaublich schönem Wetter auf die Marathonmesse, wo ich sehr entspannt meine Unterlagen abholen kann. International Runners haben einen eigenen Bereich dafür und dort geht es ziemlich gemütlich zu. Alles ist gut durchorganisiert. Man bekommt 2 Nummern, die vorne und hinten an das Shirt zu heften sind. Auf der Nummer stehen auch der Vorname und die Anzahl der bisherigen Comrades-Teilnahmen. Es gibt verschiedene Farben: weiß ist für Südafrikaner, blau für Ausländer, orange haben die, die im letzten Jahr gelaufen sind und jetzt die „back-to-back“-Medaille bekommen können (das geht nur dieses eine Mal), gelb sind die mit bisher 9 Teilnahmen und die jetzt zum 10. Mal laufen und schließlich grün für alle, die 10 und mehr Teilnahmen auf dem Konto haben (und davon gibt es unglaublich viele!). Man sieht schon: der Comrades hat seine eigene Komplexität (bei den Medaillen ist es ähnlich kompliziert). Das hat während des Rennens aber den Vorteil, dass auch Läufer, die von hinten kommen, einen namentlich ansprechen können und man selber auch immer gleich weiß, woran man ist.

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