Heiße Musik gegen eisigen Wind

Frostige Schlagerparty beim Venloop 2013

Mit Schlager-Beschallung und lautstarken Anfeuerungen trotzen die Zuschauer in Venlo dem eisigen Wetter und heizten den Läufern beim Venloop ein.

Venloop 2013 – Fotos, Teil 1

Die Krokusse und Osterglocken in so manchen Vorgärten in Venlo passten nicht ins Bild beim Venloop am Sonntag, 24. März 2013. Temperaturen um den Gefrierpunkt, grauer Himmel und frostiger Wind, der die gefühlten Temperaturen deutlich nach unten drückte, ließen sich so gar nicht vereinen mit einem Frühlings-Lauf eine Woche vor Ostern.

Dieser Läufer hat sich für den Venloop 2013 an einem arktischen Vorbild orientiert.

Bild: Christopher Ost

So standen die Läufer dann auch bibbernd im Startbereich. Weder die engagierten Anheizerinnen, die auf kleinen Bühnen über den Läufern Warm-up-Aerobic vorführten noch die holländische Nationalhymne vorm Start hatten dem etwas entgegenzusetzen. Nach dem Startschuss jedoch kam man zügig auf Betriebstemperatur. Denn die fast an der kompletten 21,1 km langen Strecke stehenden Zuschauer feuerten die Läufer an, was das Zeug hielt. Alle 100.000 Einwohner Venlos schienen auf den Beinen zu sein – so viele Menschen standen dick eingepackt, aber bestens gelaunt, an der Strecke.

Auf jedem Kilometer heizten Bands oder riesige Musikboxen Läufern und Zuschauern gleichermaßen ein. Nur eine Abneigung gegen Schlager darf man beim Venloop nicht haben: Das rote Pferd, Viva Colonia, Joanna und ähnliche Gassenhauer begleiteten die Läuferschar auf der abwechslungsreichen und weitgehend flachen Runde durch Venlo. Die Läufer passierten kleinere Straßen mit Backsteinhäusern ebenso wie Vororte, Kirchen und natürlich die Maas. Neben Musik-Beschallung, Anfeuerungen, Tröten und Klatschhänden beeindruckte die an vielen Stelle liebevoll mit Tausenden Luftballons geschmückte Strecke.

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Bildergalerie: Venloop 2013 – Fotos, Teil 2
Foto: Lena Hermes

Die ersten drei Plätze beim Halbmarathon gingen an Kenianer: Philemon Yator gewann in 1:01:53 Stunden. Charles Cheruiyot belegte in 1:02:34 den zweiten Platz vor Julius Koech (1:02:36). Als Vierter lief der neue holländische Halbmarathon-Meister ein: Der marokkanische Niederländer Khalid Choukoud entschied die Meisterschaften, die im Rahmen des Venloop 2013 ausgetragen wurden, in 1:03:27 Stunden für sich. Damit wiederholte er seinen Titelgewinn von 2011.

Der Sieg bei den Damen ging ebenfalls an Kenia. Jane Moraa gewann den Venloop 2013 in 1:10:40 Stunden. Die Schwedin Isabellah Moraa Andersson lief in 1:10:55 Stunden auf den zweiten Platz vor Valentine Kibet (1:11:34, Kenia). Neue niederländische Meisterin im Halbmarathon ist Ruth van der Meijden, sie lief nach 1:14:17 über die Ziellinie.

Die meisten der über 16.000 angemeldeten Läufer gingen beim Halbmarathon auf die Strecke, 7.625 hatten sich eingeschrieben, 5.522 Halbmarathon-Finisher wurden im Ziel gezählt. Bei den vormittags ausgetragenen Rennen über 5 und 10 Kilometer kamen 1.352 bzw. 4.092 Läufer ins Ziel. Den 10-km-Lauf gewannen die Niederländer Ricardo Floris in 32:23 Minuten und Christine Venhuizen in 37:20 Minuten. Über 5 km siegten Mark van Kessel (16:00) und An Lenders (18:49). Weitere Wettbewerbe am Veranstaltungswochenende waren Bambinilauf, Kinderlauf, Business Run und der Kersten Memory Walk mit immerhin über 3.000 Wanderern. Angesichts der Lage von Venlo direkt hinter der holländischen Grenze überrascht es nicht, dass 3.325 deutsche Läufer für den Venloop gemeldet hatten.

Im Gegensatz zur grandiosen Stimmung war die Organisation beim Venloop 2013 leicht verbesserungswürdig: So war zwar ein Park and Ride mit Pendelverkehr eingerichtet, aber nicht gut ausgeschildert, das riesige Hinweis-Schild zum Venloop am Ortseingang blieb das einzige. Die Versorgung der Läufer unterwegs war mit Obst, Sportgetränken und Wasser okay, hätte allerdings besser an die widrigen Bedingungen angepasst sein können. Ein warmes Getränk wäre beim Laufen sicher angenehmer zu trinken gewesen als ein Becher eisiges Wasser. Aber immerhin gab es im Ziel für jeden eine wärmende Rettungsdecke zur kalten Wasserflasche. Doch über solche Details sieht man angesichts der tollen Stimmung gern hinweg. Und man kann quasi sicher sein: Beim Venloop 2014 wird es wärmer.

Gutgelaunt in Holland

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