German Road Races

Förderpreis an Heinigs Tochter Katharina

Katharina Heinig und Matti Markowski wurden als hoffungsvolle Lauftalente ausgezeichnt. Wir stellen sie vor.

Katharina Heinig auf runnersworld.de

Katharina Heinig bei der Cross-EM 2007.

Jährlich vergibt die Interessengemeinschaft der großen deutschen Läufe (German Road Races/GRR) die GRR-Nachwuchs-Förderpreise an talentierte junge Läufer, die vielleicht schon in wenigen Jahren zu den Hoffnungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) bei internationalen Meisterschaften zählen können. Im Rahmen der Deutschen Crossmeisterschaften am Sonnabend in Ohrdruf (Thüringen) werden Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) und Matti Markowski (OSC Berlin) für 2007 ausgezeichnet. „Wenn man sich anschaut, wer in den vergangenen Jahren mit diesem Preis ausgezeichnet wurde, dann macht mich diese Auszeichnung schon stolz“, freut sich der 19-jährige Berliner Langstreckler über den GRR-Förderpreis. „Ich war zunächst einmal sprachlos“, konnte Katharina Heinig ihre Überraschung nicht verbergen, „zumal ich gerade nach diesem Jahr mit so einer Auszeichnung überhaupt nicht rechnen konnte.“ Schließlich hatte sie aus Verletzungsgründen nur eine Teilsaison bestreiten können, die sie allerdings in gleich drei Disziplinen an die Spitze der deutschen Bestenliste brachte.

Katharina Heinig ist die Tochter der früheren Weltklasse-Marathonläuferin Katrin Dörre-Heinig und des früheren Marathon-Bundestrainers Wolfgang Heinig, bringt viel Talent mit und steht nicht zuletzt durch die prominenten Eltern eher im Rampenlicht. „Obwohl ich stolz auf meine erfolgreichen Eltern bin, möchte ich mir doch selbst einen Namen machen“, erklärt Katharina Heinig, angesprochen auf die Vor- und Nachteile, die sie als Tochter so prominenter Eltern genießen kann oder erleiden muss. „Das Talent habe ich von meiner Familie mitbekommen, aber etwas daraus zu machen, das liegt alleine an mir. Da hilft mir der Name nicht wirklich.“

Die deutsche Bestenliste der 18- und 19-Jährigen führt sie als Jahrgangsjüngere über 3000 m, 5000 m und über 10 km an, mit zumeist 30 Sekunden Vorsprung vor der Konkurrenz. Sie liebt volle Stadien und Querfeldeinläufe, doch ihre Lieblingsdisziplin ist die Straße. „Das habe ich schon als Schülerin am liebsten gemocht“, gesteht sie, die von Vater Wolfgang Heinig zunächst in einer Schülergruppe beim FSV Erbach vielseitig trainiert wurde und ab und an bei kurzen Straßenläufen der einen Kopf größeren Konkurrenz davon lief. Durch ihre Spitzenposition auf der Bahn und der Straße kann sie flugs einem hartnäckigen Vorurteil entgegen treten, nämlich dass wenig erfolgreiche Bahnläufer schneller zur Straße wechseln und damit zum Erfolg kommen würden. „Auf der Straße ist es keinesfalls einfacher, an die Spitze zu kommen. Das ist ein Irrtum.“

9:32,41 Minuten über 3000 m, 16:48,54 Minuten über 5000 m sind ein erster Meilenstein, die auf der Straße erzielte 10 km-Zeit von 36:16 Minuten ein weiterer. „Da ich mich in den vergangenen Jahren auf den Unterdistanzen weiter entwickeln wollte, ist die Straße natürlich zu kurz gekommen. Das wird sich sicherlich ändern“, blickt die 18-jährige Gymnasiastin schon etwas voraus. „Für mich ist klar, dass ich Halbmarathon und Marathon laufen werde. Natürlich möchte ich in die Fußstapfen meiner Mutter treten, aber das wird ein langer und sehr harter Weg.“ Sie hat das harte Training einer Marathon-Spitzenläuferin aus erster Hand erfahren, scheut sich jedoch nicht, diesen Weg zu gehen. Ob sie allerdings das Laufen als professionelle Athletin bestreiten wird, möchte sie zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht beantworten. „2009 möchte ich erst einmal mein Abi machen. Dann wird sich zeigen, ob ich einen Studienplatz bekommen oder den Sprung in eine Sportfördergruppe schaffen kann. Das lasse ich jetzt noch einmal offen.“ Auch wenn im Hause Heinig der Weg zur Marathonfrau vorgezeichnet scheint, hat sie zunächst nahe liegende Pläne. Und diese sind durchaus greifbar: Start bei der WM der unter 20-Jährigen in Bydgoszcz (Polen) und bei der Cross-EM, weitere Leistungssteigerungen auf der Bahn und der 10-km-Straßendistanz. „Wichtig ist für mich, dass mir der Sport Spaß und Freude macht. Alles weitere muss daraus entstehen.“

Matti Markowski erfreute nicht nur Nachwuchs-Bundestrainer Dietmar Chounard bei den Europameisterschaften der unter 20-Jährigen in Hengelo. Die deutschen 10.000-m-Läufer belegten die Plätze zwei, fünf und elf. „Die drei haben gezeigt, dass deutsche Langstreckler konkurrenzfähig sind und durchaus auch Medaillen holen können.“ Und damit meinte er vorrangig Matti Markowski, der in persönlicher Bestzeit von 29:51,58 Minuten hinter dem Ukrainer Dmytro Lashyn überraschend Silber holte. Der 19-Jährige vom OSC Berlin ist damit über seinen Schatten gesprungen – mit einer starken Endzeit und der Silbermedaille, was niemand erwarten durfte.

Die 10.000 m-Strecke bezeichnet der Abiturient mit den möglichen Studienwünschen Sport, Journalismus oder Schauspiel als seine Lieblingsstrecke. „... weil man da nicht so schnell rennen muss wie bei einem 5000-Meter-Lauf“, wie er offen zugibt. Unter seiner Trainerin Renate Güttler, einer früher recht erfolgreichen Langstrecklerin, hofft er auf weitere Steigerungen über die Unterdistanzen 1500 m und 5000 m, aber im Fokus stehen die 25 Stadionrunden, auf denen er gerne einmal an einer großen internationalen Meisterschaft teilnehmen möchte. „Eine 27:50er Zeit wäre ein Traum“, sagt er.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net