Cross-EM in Budapest 2012

Fionnuala Britton und Andrea Lalli beeindrucken bei Cross-EM in Budapest

Als erste Läuferin der Geschichte hat Fionnuala Britton ihren Europameistertitel im Crosslauf verteidigen können. Corinna Harrer belegte in Budapest Platz sechs.

Cross-EM 2012 Budapest - Bilder

Fionnuala Britton hat als erste Läuferin in der Geschichte der Crosslauf-Europameisterschaften ihren Titel verteidigt. Die Irin lief auf schneebedecktem Boden in Szentendre nahe Budapest zu einem beeindruckenden Sieg über die 8,05-km-Distanz. Bei sonnigem Wetter erreichte Fionnuala Britton das Ziel nach 27:45 Minuten. Zwei Sekunden hinter ihr folgte wie vor einem Jahr Ana Dulce Felix (Portugal), die Bronzemedaille sicherte sich Adrienne Herzog (Niederlande) mit 27:48. Die einzige deutsche Läuferin im Frauenrennen, Christiane Danner (LG Telis Finanz Regensburg), kam auf Rang 35 in 29:18 Minuten ins Ziel. Damit lief sie in diesem Feld im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Für runnersworld.de war Fotograf Diedrich John vor Ort und hat die Cross-EM in Bildern für Sie festgehalten. Seine schönsten Impressionen finden Sie in der Fotogalerie oben.

Andrea Lalli wurde in Ungarn Crosslauf-Europameister.

Bild: photorun.net

Eine Überraschung gab es im Rennen der Männer, das der Italiener Andrea Lalli dominierte. Er siegte nach einem Alleingang über die 9,88-km-Strecke mit 30:01 Minuten vor Hassan Chahdi (Frankreich/30:11) und seinem Landsmann Daniele Meucci (30:13). Deutsche Läufer waren nicht am Start. Andrea Lalli ist der erste Läufer, der bei Crosslauf-Europameisterschaften in allen drei Kategorien den Titel gewann: als Junior, im Rennen der unter 23-Jährigen und nun bei den Männern.

Für die beste Leistung der deutschen Nachwuchsläufer sorgte in Ungarn Maya Rehberg (SC Rönnau 74), die im Rennen der Juniorinnen die Bronzemedaille gewann. Über die 4-km-Distanz lief die 18-Jährige 13:43 Minuten. Vor ihr lagen Amela Terzic (Serbien/13:29) und Emelia Gorecka (Großbritannien/13:37). Maya Rehberg war vor kurzem von den German Road Races (GRR) als Nachwuchsläuferin des Jahres ausgezeichnet worden. Im Lauf der unter 23-Jährigen belegte Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg) Platz sechs. Über die 6,025 km setzte sich Jess Coulson (Großbritannien) mit 20:40 durch. Corinna Harrer lief 21:04 Minuten.

Im Wettbewerb der Frauen zeigte Fionnuala Britton ein starkes Rennen von der Spitze weg. Frühzeitig übernahm die Irin, die bei Olympia im 10.000-m-Finale Rang 15 belegt hatte, die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Nach einer Tempoverschärfung in der Mitte des Rennens hatte Britton die Führungsgruppe auseinander gerissen. Zunächst konnte ihr nur die aus Äthiopien stammende Belgierin Almensh Belete folgen. Als die Titelverteidigerin dann wieder etwas nachließ, kamen die anderen Verfolgerinnen, darunter Ana Dulce Felix, Adrienne Herzog und die Italienerin Nadia Ejjafini, dichter heran.

Erneut war es dann Fionnuala Britton, die das Tempo verschärfte. Zu keiner Zeit hatte sie eine andere Läuferin vorbeigelassen, doch wiederum konnte ihr zunächst Almensh Belete folgen. Auch Felix schaffte kurzzeitig noch einmal den Anschluss. Aber auf dem letzten Kilometer, bei dem es auf dem Rundkurs auch durch eine alte Scheune ging, war die 28-jährige Irin nicht mehr zu halten. Während Fionnuala Britton davonzog, ging Almensh Belete die Kraft aus. Am Ende blieb ihr hinter Felix und Herzog nur Rang vier in 27:54 Minuten. Die folgenden Plätze belegten Laurane Picoche und Sophie Duarte (beide Frankreich) zeitgleich mit 27:55, Nadia Ejjafini (Italien/27:59) sowie Linda Byrne (Irland/28:17).

Ebenso wie Fionnuala Britton könnte auch Andrea Lalli auf dem Weg sein zu einem Läufer zu werden, der als Europäer im Straßen-Langstreckenlauf international eine Rolle spielen kann. Der erst 25-jährige Italiener lief in diesem Jahr bereits einen Halbmarathon in 61:11 Minuten. Beeindruckend war seine Leistung am Sonntag in Szentendre. Den anfangs in Führung liegenden Franzosen Hassan Chahdi holte er schnell ein. Noch bevor die Hälfte der Strecke absolviert war, lief Andrea Lalli auf und davon. Nach knapp 5,5 km hatte er einen Vorsprung von neun Sekunden auf eine neunköpfige Verfolgergruppe, der sich weiter vergrößerte. Eingangs der letzten Runde schaute sich Andrea Lalli mehrfach um, weil er seine Verfolger nicht mehr sehen konnte. Gut 100 Meter Vorsprung hatte der Italiener inzwischen herausgelaufen. Die letzten paar hundert Meter wurden zum Triumphzug für Andrea Lalli. In 30:01 Minuten war er schließlich immer noch zehn Sekunden vor Hassan Chahdi im Ziel. Knapp wurde das Rennen um die Bronzemedaille. Hier setzte sich Daniele Meucci in 30:13 mit einer Sekunden Vorsprung vor den zeitgleichen Thomas Farrell (Großbritannien), Carles Castillejo sowie Ayad Lamdassem (beide Spanien) durch. Siebenter wurde Polat Kemboi Arikan (Türkei/30:21), Rang acht belegte Javier Guerra (Spanien/30:22). Der neunfache Cross-Europameister Serhiy Lebid (Ukraine) kam auf Platz 15 mit 30:36 in Ziel.

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