Mehr Spaß beim Laufen

Figure-Running-Erfinderin Willempje Vrins im Interview

Die Tanz- und Sporttrainerin Willempje Vrins hat Figure Running erfunden. Im Gespräch mit runnersworld.de erzählt sie, wieso ihre Idee solchen Erflog hatte.

Die Niederländerin Willempje Vrins lebt in Berlin und Amsterdam.

Bild: Stuart Holt

Wie ist Figure Running entstanden?

Willempje Vrins:
Bis vor einigen Jahren bin ich vor der Arbeit regelmäßig joggen gegangen um fit zu bleiben, fand es jedoch ziemlich langweilig „nur so“ zu Laufen. Also suchte ich nach einer Möglichkeit, mehr Spaß dabei zu haben. Als das erste GPS-fähige iphone 2008 auf den Markt kam, habe ich sofort einige Lauf-Apps ausprobiert. Die meisten Apps konzentrierten sich jedoch darauf, die Leistungsfähigkeit des Läufers zu protokollieren und das interessierte mich nicht. Dann entdeckte ich die Möglichkeit, die gelaufene Route anzeigen zu lassen und fing an, aus Spaß bestimmte Figuren zu laufen. Diese habe ich auf Facebook und Twitter mit meinen Freunden geteilt.

Fanden Ihre Freunde das nicht komisch?

Willempje Vrins:
Nein, ganz im Gegenteil. Meine Freunde haben versucht zu erraten, welche Figur ich gelaufen bin und mir Vorschläge für weitere gemacht. So bin ich immer häufiger Figuren gelaufen. Nach und nach haben auch meine Bekannten mit dem Figuren-Laufen angefangen und die Ergebnisse im Internet gepostet.

Schon war das Figure Running geboren.

Willempje Vrins:
Genau. Zusammen mit meiner Freundin Leonieke Verhoog und einem weiteren Partner, Jan Kroon, haben wir uns überlegt, eine eigene App zu entwerfen, die das „Malen“ beim Laufen in den Vordergrund stellt – und nicht die Messung der Herzfrequenz oder der Geschwindigkeit. Bestimmte Streckenabschnitte sollten außerdem besonders eingefärbt werden. Die Umsetzung hat sich jedoch eine ganze Weile hingezogen, da wir die erste iphone-App neben dem Beruf entwickelten. Zu der Zeit haben wir auch den Figurerunning.com-Blog ins Leben gerufen, auf dem Läufer ihre Figuren veröffentlichen können.

Ist das Figure Running nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt geworden?

Willempje Vrins:
Zunächst ja, doch schon bald haben einige niederländische Medien über Figure Running berichtet und dazu beigetragen, es immer bekannter zu machen. Dann sind wir eine Kooperation mit Sony eingegangen. Deren Entwickler programmierten zusätzlich zu der bereits existierenden iphone-App noch eine Android-App. Diese wurde auf einem neuen Sony-Handy vorinstalliert, weshalb wir auch international immer bekannter wurden.

Welche Figuren werden am liebsten gelaufen?

Willempje Vrins:
Wir bemerkten, dass Figurerunner es lieben, ein gemeinsames Laufprojekt zu haben. Also rufen wir gezielt zu gemeinschaftlichen Aktionen auf, z.B. ein Herz zum Valentinstag zu laufen. Besonders erfolgreich war der Aufruf, alle Buchstaben des Alphabets zu laufen. Aus den Einsendungen haben wir eine Schriftart mit dem Namen „Sweaty Feet“ erstellt, die man sich downloaden und damit schreiben kann.

Verdienen Sie Geld mit Figure Running?

Willempje Vrins:
Ja, allerdings fließen alle Einnahmen bisher in die Weiterentwicklung des Projekts – alle Beteiligten machen es also neben dem Beruf. Als nächstes wollen wir eine neue Website launchen. Diese soll weniger wie ein Blog und mehr wie eine Bildergalerie aufgebaut sein. Und dann werden wir sehen, wie es weiter geht.

Vielen Dank für das Gespräch.

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