Erster Höhepunkt der Cross-Saison

Favoritensiege beim Darmstadt-Cross

Fast 1.000 Crossläufer starteten in Darmstadt. Den Sieg holten sich Steffen Uliczka und Julia Viellehner.

Darmstadt-Cross

Steffen Uliczka, Christian Glatting und Sebastian Hallmann (von links) beim Darmstadt-Cross.

Bild: wus-media

Die erwarteten Favoritensiege gab es durch Steffen Uliczka und Julia Viellehner bei der 25. Auflage des Darmstadt-Cross, zugleich der zweite Wertungslauf des Deutschen Cross-Cups. Auf dem nahezu komplett einsehbaren Rundkurs auf der Lichtwiese unweit des Hochschulstadions sorgten vor allem aber die engagiert auftretenden Nachwuchsläufer für so manche Überraschungen, so dass es den anwesenden Disziplintrainern des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) nicht leicht fallen dürfte, die Mannschaften für die Cross-Europameisterschaften am 13. Dezember in Dublin zusammen zu stellen. Letzten Aufschluss soll dabei ein weiteres Sichtungsrennen bereits am kommenden Sonntag (29. November) im belgischen Roeselare geben.

„Die Hatz mit drei Sichtungsrennen ist ein Unding“, sagten zahlreiche Trainer der betroffenen Athleten am Rande des Cross-Parcours auf der Lichtwiese. „Es spricht für eine undurchsichtige und konzeptionell nicht ausgereifte Planung in Richtung Cross-EM. Es kostet die Vereine nur eine Stange Geld und verschleißt die Athleten.“ Derartig kritische Töne mussten sich die DLV-Lauftrainer in Darmstadt anhören, zumal alleine in den Nachwuchsklassen ein gewisses Überangebot an EM-Kandidaten besteht. Bei den Männern und Frauen hingegen zeigte sich hinter den beiden Besten, Steffen Uliczka und Julia Viellehner, ein sehr bedenkliches Niveau. Vor diesem Hintergrund kann sich Langstreckentrainer Detlef Uhlemann sogar nur Einzelstarter anstelle von kompletten Teams in Dublin vorstellen.

„Das Rennen hat mir viel Spaß gemacht“, erklärte Steffen Uliczka, der nach Pforzheim nun auch in Darmstadt die Nase vorne hatte. Über die 10,3-km-Distanz war er nach 31:52 Minuten im Ziel. „Ich habe gemerkt, dass Sebastian Hallmann nicht mehr folgen konnte, deshalb konnte ich mein Ding durchziehen.“ Für den Hindernismann aus dem Schleswig-Holsteinschen ist die Cross-Saison ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur erweiterten europäischen Hindernisspitze. „Ich möchte bei der Cross-EM in Dublin unter die ersten zwanzig kommen, das ist nämlich das Qualifikationskriterium für die Cross-WM im Frühjahr. Auch wenn ich dadurch erst später in die Bahnsaison einsteigen kann.“ An Selbstbewusstsein mangelt es Steffen Uliczka keineswegs, schließlich sucht er die internationalen Vergleiche und hofft auf einen Durchbruch bei den Europameisterschaften in Barcelona. „2009 stehe ich in der europäischen Bestenliste auf Position 14 über die Hindernisse. Warum soll mit einem Ausreißer nicht auch ein Platz unter die besten acht machbar sein.“

In 32:05 belegte hinter Uliczka wie in Pforzheim Sebastian Hallmann Rang zwei. „Mehr geht derzeit nicht. Das ist das, was mit sieben Wochen Training machbar ist.“ Einen glänzenden Eindruck hinterließ auf dem flachen Wiesengelände der 23-jährige Christian Glatting, der lange Zeit mit Uliczka und Hallmann das Spitzentrio bildete und erst in der Schlussphase etwas an Boden verlor. Er wurde Dritter in 32:25 Minuten. „Christian muss sich in Roeselare noch einmal stellen. Er ist auf jeden Fall ein Kandidat für Dublin“, sagte Uhlemann über die forsche Vorstellung des Wattenscheiders. Die Chance möchte allerdings auch Marathonmann Martin Beckmann wahrnehmen, der als Vierter vor Richard Friedrich und Filmon Ghirmai, dem Deutschen Meister über 10.000 m und Hindernis, ins Ziel einlaufen konnte.

Auch wenn die engagiert laufende Ingalena Heuck in der Schlussphase näher aufrückte, der klare Tagessieg für Julia Viellehner war auf der 8.500 m langen Distanz längst gesichert. „Ich war überrascht, dass Leni und die anderen so schnell weg waren und ich alleine das Tempo laufen musste. Allerdings tat mir zwei Runden lang der Fuß richtig weh. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist“, sagte Viellehner, die nach 30:24 Minuten im Ziel war. Als Vorsichtsmaßnahme ließ sich die junge Passauerin direkt von der Siegerehrung in ein nahe gelegenes Krankenhaus fahren.

Nahezu im 10-Sekunden-Rhythmus folgten Ingalena Heuck, Saskia Jansen und Stephanie Beckmann auf den nächsten Plätzen. Enttäuschend verlief für Heike Bienstein – im vergangenen Jahr Sechste bei der EM der unter 23-Jährigen – der Auftritt in Darmstadt, als Sechste lag die Dortmunderin doch merklich zurück. „Mir wurde eingangs der letzten Runde richtig schwindlig und schwarz vor den Augen. In Roeselare möchte ich auf jeden Fall meine EM-Chance nutzen.“