1. Vollmond-Marathon Berlin 2014

Familiärer Lauf im Norden der Hauptstadt

Leserreporter Heiko Rammenstein war bei der Premiere des Berliner Vollmond-Marathons am 9. August 2014 dabei und berichtet von seinen Erlebnissen.

18082014 Vollmond Marathon Berlin

Der 1. Vollmond-Marathon Berlin startet mit einer halben Stadionrunde.

Bild: Siegfried Fomin

Maximale Teilnehmerzahl von 200 Läufern beim 1. Vollmond-Marathon

Unsere Hauptstadt ist reich an sportlichen Aktivitäten und auch der Laufkalender steckt voller Veranstaltungen und Überraschungen. Der alljährliche Berlin-Marathon Ende September, der als größtes Laufevent mehrere zehntausend Teilnehmer in seinen Bann zieht, ist jedem Sportfan ein Begriff. Mein Hobby wollte ich mit dem Urlaub verbinden und suchte mir daher einen Lauf in der zweiten Augustwoche heraus. Dass ein kleiner Trägerverein ausgerechnet in dieser Zeit, nämlich am 9. August, den 1. Berliner Vollmond-Marathon ausschrieb, kam mir gerade recht. Mit dem erwähnten großen Berlin-Marathon hatte dieses Ereignis sehr wenig gemeinsam. Die Maximalgrenze lag bei 200 Teilnehmern.

Länger als ein Marathon

Die Streckenlänge lag mit den angegebenen 43,127 km um fast einen Kilometer über der normalen Distanz. Außerdem fand es nicht in Berlins Mitte statt, sondern im Nordwesten der Großstadt. Zudem handelte es sich nicht um eine rein kommerzielle Veranstaltung, sondern um einen Unterstützungslauf für die Kindertrauergruppe des Johannes-Hospizes in Berlin-Spandau. Das Mitführen von Stirnlampen wurde unbedingt vorgeschrieben, da mit fortschreitender Dauer die Dunkelheit hereinbrechen würde.

1.000 €-Spendengeld für die Kindertrauergruppe des Johannes-Hospizes

Am Samstag machte ich mich auf den Weg in den Westberliner Bezirk Spandau. Denn dort wurden im Sport Centrum Siemensstadt die Läufer herzlich von den Betreuern und den Kindern der Hospiztrauergruppe, unter ihnen Halb- und Vollwaisen, willkommen geheißen. Nach Aushändigung der Startunterlagen konnten wir uns in den Katakomben umziehen und durch die Sporthalle den Weg nach draußen beschreiten. Es hatte augehört zu regnen und schon lugte die wärmende Sonne durch die Wolken und ließ die Hoffnung steigen, dass im Verlauf des Abends die Bewölkung vollends verschwinden werde, um freie Sicht auf den zu erwartenden Vollmond zuzulassen.

Frank-Ulrich Etzrodt, von Freunden liebevoll Etze genannt, begeisterter Ultraläufer und Initiator des 1. Berliner Vollmond-Marathons, begrüßte uns als Sprecher im Stadion. Eine Blaskapelle sorgte mit ihren Klängen für eine heitere Stimmung. Etwas getrübt wurden die sprachlichen Gewandtheiten und der musikalische Genuss durch die nahezu im Minutentakt über das Gelände hinwegdonnernden Flugzeuge, lag doch der Tower des Flughafens Tegel nur zwei Kilometer Luftlinie vom Stadion entfernt. Als bekanntester Starter der etwa 130 anwesenden Läuferinnen und Läufer, unter denen ich nicht der einzige Berlin-Urlauber war, galt der Gewinner des 1. Berlin-Marathons, Günter Hallas, der vor 40 Jahren den Sieg davongetragen hatte. Damals bewegten sich die Meldezahlen mit unter 300 Teilnehmern noch im äußerst bescheidenen Rahmen, und die Strecke verlief zu jener Zeit durch den Grunewald. Begrüßt wurde aber auch die Frau mit den weltweit am meisten gelaufenen Marathons, Sigrid Eichner, die nunmehr ihren 1833. Marathonlauf (!) in Angriff nahm. Ebenfalls sehr erfreut war der Veranstalter über die vorher nicht angekündigte und deshalb überraschende Teilnahme des Landrates vom Landkreis Oberhavel, Karl-Heinz Schröter. Schließlich führte der Lauf von km 21 bis km 30 durch sein Revier, nämlich von Berlin-Reinickendorf in das Land Brandenburg. Einen symbolischen Riesenscheck in wenigstens DIN A3-Größe über 1.000 Euro aus Spenden- und Startgeldern überreichte Etzrodt an eines der Kinder aus der Trauergruppe, das sich mit einer seiner Betreuerinnen sehr darüber freute.

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