WM aktuell

Ezekiel Kemboi - Ex-DJ gewinnt Gold

Ezekiel Kemboi überraschte die Zuschauer bei der WM mit einem Tanz, der dem von Bolt ähnelte. So feierte der Kenianer seinen Sieg über 3.000 m Hindernis.

Ezekiel Kemboi

Bild: photorun.net

Bis jetzt hat man in Daegu noch keinen tanzenden Usain Bolt gesehen. Dafür gab es am Donnerstagabend überraschend einen Ersatzmann: Ezekiel Kemboi überraschte die Zuschauer bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften mit einem Tanz, der dem von Bolt ähnelte. So feierte der Kenianer seinen Sieg über 3.000 m Hindernis. Dem 29-Jährigen war es zudem gelungen, seinen Titel von der WM 2009 in Berlin zu verteidigen. „Ich habe für meinen Freund Usain Bolt getanzt“, erklärte Ezekiel Kemboi, der sich mit einem starken, 200 m langen Schlussspurt das Gold sicherte.

Ezekiel Kemboi ist erst der dritte Läufer in der Geschichte der Leichtathletik-Weltmeisterschaften, der über die Hindernisstrecke seinen Titel verteidigen konnte. Der frühere Kenianer Saif Saaeed Shaheen (Katar) ist einer der anderen zwei. Er gewann in Paris 2003 und Helsinki 2005. Der andere heißt Moses Kiptanui, einer der besten Läufer Kenias aller Zeiten. Dreimal in Folge war Kiptanui Weltmeister (Tokio 1991, Stuttgart 1993 und Göteburg 1995), heute ist er der Trainer von Ezekiel Kemboi.

So ist es kein Wunder, dass Ezekiel Kemboi es Moses Kiptanui nachmachen möchte: „In Moskau möchte ich in zwei Jahren zum dritten Mal Weltmeister werden. Dann habe ich insgesamt sogar sechs WM-Medaillen“, erklärte er. 2003, 2005 und 2007 war Kemboi bei den Weltmeisterschaften jeweils schon Zweiter.

Ezekiel Kemboi ist nicht der typische kenianische Langstreckenläufer. Er brauchte früher nicht zur Schule zu rennen (die Grundlage bei vielen der kenianischen Stars) und er ist auch kein ruhiger Typ. Der erste Sport des Sohnes eines Farmers war Fußball. Kemboi spielte im Mittelfeld. Weil er sich für Musik interessierte, betätigte er sich zudem bei Schul-Partys auch als DJ!

Nachdem er die Schule bereits verlassen hatte, begann er mit dem Laufsport. Dann entdeckte ihn der frühere Weltklasseläufer Paul Ereng und wurde sein Trainer. Nachdem er ein paar regionale Läufe gewonnen hatte, schrieb Ezekiel Kemboi eine Reihe von europäischen Managern an und bat um die Vermittlung von internationalen Rennen. Einer der Manager, der Italiener Enrico Dionisi, antwortete und betreut ihn heute noch.

2002 gewann Ezekiel Kemboi seine erste große Medaille, als er bei den Commonwealth Games in Manchester Zweiter wurde. Sein damals neu geborener Sohn bekam dann den Namen Manchester. 2003 wurde Ezekiel Kemboi überraschend zum großen Gegenspieler von dem gerade aus Kenia nach Katar gewechselten Saif Saaeed Shaheen. Im WM-Endlauf lieferten sich die beiden ein dramatisches Duell, das Shaheen am Ende vor Kemboi gewann. Doch ein Jahr später bei Olympia war der frühere Kenianer noch nicht startberechtigt und Ezekiel Kemboi gewann die Goldmedaille.

Nicht so gut lief es für Ezekiel Kemboi dann vier Jahre später bei Olympia, wo nur ein siebenter Platz heraussprang. Deswegen wandte er sich an Moses Kiptanui, der ihn fortan betreute. 2009 wurde Ezekiel Kemboi dann erstmals Weltmeister. „Ich will noch zehn Jahre laufen“, sagte der Kenianer. „Aber ich werde nicht mehr so lange Hindernisläufer sein. Ich möchte Marathonläufer werden, denn ich brauche mal ein anderes Rennen.“ Zunächst aber geht es noch um die Hindernisse. Am nächsten Donnerstag wird Ezekiel Kemboi in Zürich beim Diamond League-Finale antreten. „Ich will eine gute Zeit laufen und meine persönliche Bestzeit von 7:55.76 Minuten brechen. Hoffentlich erreiche ein Ergebnis von 7:54 oder 7:55“, erklärte der Weltmeister. Dieses Zeitziel heißt nichts anderes als: Ich will Weltrekord rennen. Denn diese Marke von Saif Saaeed Shaheen steht bei 7:53,63 Minuten.

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