Ein etwas anderer Kenianer

Ezekiel Kemboi – Der Sieger über 3.000 m Hindernis

Ezekiel Kemboi ist anders als der typische kenianische Weltklasseläufer. Wir stellen ihn vor.

Ezekiel Kemboi

Ezekiel Kemboi feiert seinen ersten WM-Sieg im Berliner Olympiastadion.

Bild: Photorun

Ezekiel Kemboi ist anders als der typische kenianische Weltklasseläufer. Im Gegensatz zu den meisten kenianischen Kindern, brauchte Kemboi nie zur Schule zu rennen. Er spielte zudem früher Fußball (im Mittelfeld) und betätigte sich als DJ bei Schul-Partys. Erst nach seiner Schulzeit begann er mit dem Laufen und setzte es sich zum Ziel, so erfolgreich zu werden wie die ebenfalls aus Marakwet stammenden Hindernis-Größen Moses Kiptanui, der dreimalige Weltmeister sowie frühere Weltrekordler, und William Mutwol (Olympia-Dritter 1992). Als Ezekiel Kemboi in Berlin die WM-Goldmedaille gewann, riss er sich das Trikot vom Leib und feierte im Stil eines Fußballers. Später zog er es wieder an und gab – auch das ist alles andere als typisch für Kenias Eliteläufer – klare und lange Statements gegenüber der Presse.

Nur für den Fall, dass jemand die Bedeutung seines Sieges über 3.000-m-Hindernis noch nicht richtig verstanden hatte, erklärte Ezekiel Kemboi am Anfang der Pressekonferenz: „2003 in Paris war ich Nummer zwei – ich gewann Silber“, sagte er. „2005 in Helsinki war ich wieder Silbermedaillengewinner. Im Jahr 2007 in Osaka war ich dann schon wieder die Nummer zwei.“

Jetzt saß Ezekiel Kemboi bei der Pressekonferenz endlich in der Mitte - auf dem Platz des Siegers. Er brauchte viel Geduld. Obwohl er 2004 Olympiasieger geworden war, hatte er sich dreimal bei den Weltmeisterschaften mit zweiten Rängen begnügen müssen. Es gab wohl keinen besseren an den er sich wandte, um endlich zum Erfolg zu kommen: Moses Kiptanui, der einzige Läufer, der das Hindernis-Gold bei der WM dreimal gewinnen konnte, ist heute sein Trainer. „Im Januar sagte ich zu meinem Trainer, ,ich habe keine Lust mehr auf Silber'“, erzählte Ezekiel Kemboi. „Ich habe dann viel dafür trainiert, um gewinnen zu können. Und jetzt, hier in Berlin, kann ich sagen: ich bin der Champion.“

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